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Computertastatur mit den Tasten Fake
© Gerd Altmann / Pixabay
Zehn Jugendliche haben sich im Rahmen eines digitalen Workshops mit dem Phänomen von Verschwörungsmythen, wie sie in den letzten Wochen massiv in den Sozialen Medien verbreitet wurden, auseinandergesetzt.

Eigentlich wollte die Jugendfraktion auch dieses Jahr wieder ein gemeinsames Seminarwochenende in Heppenheim verbringen und zwar im Haus am Maiberg, das sich auf politische und soziale Bildungsarbeit spezialisiert hat. Coronabedingt musste umgeplant werden, so dass kurzerhand Thema und Arbeitsform an die aktuelle Situation angepasst wurden. Nach einer Einführung ins Thema durch die beiden Referenten Alexander Mack und Philip Hill haben sich die Jugendlichen in Kleingruppen kritisch mit zwei konkreten Beispielen von aktuellen Verschwörungsideologien, der „Impf-Lüge“ und der „Neuen Weltordnung durch Corona“ auseinandergesetzt. Aufgelockert durch digitale Warm-ups und Spiele waren die vier Stunden schnell vorbei, sodass die ebenfalls digitale Auswertung des Webinars per Mentimeter ganz klar positiv ausgefallen ist.

Aliyah Rahman Khan, Schülerin der Rudolf-Koch-Schule findet es erstaunlich, wie viele Verschwörungstheorien im Zuge der Coronakrise verbreitet werden. Hanna Komin, Schülerin der Albert-Schweitzer-Schule hat besonders die Google Rückwärtssuche gefallen. Über diese Funktion lässt sich ganz schnell herausfinden, in welchem Kontext ein Bild zum ersten Mal aufgetaucht ist. Muhamed Simsek, Schüler der Leibnizschule betont, dass es viele Gründe gibt, warum gerade in den aktuell angespannten und verunsichernden Zeiten, Menschen vermehrt für Verschwörungshypothesen anfällig sind. Ihm ist wichtig, diesen Menschen weiterhin mit Respekt zu begegnen und im Gespräch zu bleiben, ohne vorschnell abzuwerten. Er möchte ein zweites Webinar mit dem Schwerpunkt; „Wie können wir mit Menschen, die solche Erzählungen verbreiten, umgehen?“ anschließen. Abeh Bhasin, Schüler der Ernst-Reuter-Schule nimmt vor allem mit, wie wichtig es ist, kritisch zu sein und Geschichten erstmal genau zu prüfen bevor man ihnen Glauben schenkt bzw. sie weiterverbreitet, zum Beispiel mithilfe von: 

Insgesamt war es wichtig, sich klar zu machen, dass Kritik nicht per se zum Problem gemacht werden soll. Ganz im Gegenteil lebt Demokratie davon, dass Menschen eine kritische Haltung einnehmen und Dinge hinterfragen. Demgegenüber wirkt Verschwörungsglaube entpolitisierend, denn wer allgemeines Misstrauen hegt und von einem Wirken geheimer Mächte ausgeht, der zieht sich aus demokratischen Prozessen zurück, für den macht Teilhabe keinen Sinn. Richtig gefährlich werden Verschwörungstheorien, wenn sie Minderheiten zu Sündenböcken machen oder generelles Misstrauen gegen die Medien, die Politik etc. schüren, weil dies die Demokratie angreift.

Finanziert wird dieses wie andere Projekte des KJP durch die Partnerschaft für Demokratie Offenbach am Main im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. Im vergangenen Jahr war im Rahmen dieser Förderung ein Seminarwochenende im Haus am Maiberg für Delegierte der Jugendfraktion umgesetzt worden. Die Jugendlichen haben dort verschiedene Workshops geplant und vorbereitet, die sie dann für Gleichaltrige der Geschwister-Scholl-Schule in Offenbach umgesetzt haben. Außerdem konnte das KJP im Rahmen dieser Förderung einen eigenen Raum in der KJK Sandgasse mit Whiteboards, einem großen Arbeitstisch sowie einer Chillecke mit Sitzsäcken ausstatten. Für dieses Jahr sind in dieser Kooperation weitere Projekte geplant.

Das Haus am Maiberg ist die Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz und ist ein Ort des Dialogs über gesellschaftliche und politische Fragen. Das Bildungsangebot richtet sich – entsprechend dem Motto „Offen für Dialog“ – an alle Interessierte, unabhängig von politischer, weltanschaulicher, religiöser und kultureller Zugehörigkeit.

Das Kinder- und Jugendparlament Offenbach arbeitet in seiner 11. Legislaturperiode und ist die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen auf der kommunalen Ebene. Die Delegierten werden an allen Offenbacher Schulen gewählt und verfügen über weitreichende kommunalpolitische Mitsprachemöglichkeiten. Wer sich genauer über die Arbeit des KJP Offenbach informieren möchte, kann das über:

Text: Abeh Bhasin, Hanna Komin, Aliyah Rahman Khan Jugendfraktion KJP

19. Juni 2020