Sprungmarken
Suche
Suche

Das 10. Kinder- und Jugendparlament vor dem Offenbacher Rathaus
Das 10. Kinder- und Jugendparlament vor dem Offenbacher Rathaus © Stadt Offenbach
Vorbild sein, Denkanstöße geben und die eigene Umgebung mitgestalten: Die jungen Politiker des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) haben Ideen und möchten diese auch umgesetzt sehen. Der Austausch mit den „Großen“ ist daher unbedingt gewünscht. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber und Dezernent Paul-Gerhard Weiß nahmen an der 2. Vollversammlung des neu konstituierten 10. KJP am Mittwoch, 22. März, im KJK Sandgasse teil.

Die Regeln des großen Politikbetriebs haben die Mitglieder des siebenköpfigen Vorstands bereits verinnerlich. Nach der Begrüßung erst einmal die Beschlussfähigkeit des Gremiums feststellen, die dreizehn Punkte umfassende Tagesordnung hatten die Jugendlichen bereits im Vorfeld erarbeitet. Der vierzehnjährige Muhammed Simsek ist seit dreieinhalb Jahren im KJP aktiv, jetzt nimmt er erstmals als Vorstand teil: „Ich will mich politisch engagieren und die Stadt mitgestalten“. Außerdem, meint der Gymnasiast, habe die Gruppe einen guten Einfluss auf Gleichaltrige, indem sie ihnen Denkanstöße geben. Aber auch die Erwachsenen könnten von den Ideen der Jungen profitieren. Das findet auch Ayman Al Kayed, der in dieser Legislaturperiode zum ersten Mal im Vorstand dabei ist. Für ihn sei es allerdings der Sprung ins kalte Wasser gewesen, berichtet der aus Jordanien stammende Junge, der die 8. Klasse der Mathildenschule besucht: „Ich will mit daran arbeiten, dass sich Kinder hier wohlfühlen“. Nicht zuletzt: Wer könnte die Wünsche und Bedürfnisse der jungen Generation besser vertreten als sie selbst? „Für die Stadt ist es gut, dass es das KJP gibt.“

Dezernent Weiß: "Sie haben eine enorme Kompetenz"

Für die Politik sei es eine Pflicht, sie anzuhören, betont der teilnehmende Dezernent Paul-Gerhard Weiß: „Die Kinder und Jugendlichen wollen mitgestalten und sie haben natürlich eine enorme Kompetenz, da, wo es um ihre Belange geht.“

Spielplätze und deren Aufenthaltsqualität beispielsweise. Damit beschäftigt sich auch der Antrag „Mitbestimmen beim Aussuchen neuer Spielgeräte“, den das KJP auf den Weg gebracht hat. Beverly Brafi engagiert sich ist seit 2009 im KJP, seit 2013 im Vorstand. Ein paar Etappensiege könne man schon verbuchen, berichtet die achtzehnjährige Ghanaerin, die die 12. Klasse des Leibnizgymnasiums besucht und zählt den Kulturpass, den Fitnesspark und jetzt eben das Stimmrecht für Spielgeräte auf.

Bessere Spielplätze und mehr Sauberkeit

Die sind der neunjährigen Dunja Dakujk eine Herzensangelegenheit. Die Viertklässlerin wünscht sich bessere Spielplätze und insgesamt mehr Sauberkeit. „Die Kinder sollen an ihre Zukunft denken und nicht so viel Dreck machen“, ergänzt die elfjährige Nilab Inal. Beide sind zum zweiten Mal bei einer Sitzung des KJP dabei und finden Politik machen „ganz spannend.“

Nach den Grußworten von Schirmherr Färber und Dezernent Weiß folgten der Bericht des Vorstands, ein Bericht über das Hessische Netzwerk für Jugendpartizipation und einer über den Besuch des Hessischen Landtags in Wiesbaden. Nach der Vorstellung des Jugendforums ging es erst einmal in die Pause, bevor die Kinderfraktion über ihre Aktivitäten berichtete. Dann wurde über den Antrag entschieden, der von den Erwachsenen nun im Stadtparlament weiterdiskutiert wird. Konkrete Ergebnisse gab es bereits am Ende der Sitzung: So wird das KJP mit bei der beabsichtigten Gestaltung neuer Spielmöglichkeiten auf im Nordend einbezogen.

6. April 2017