Sprungmarken
Suche
Suche

Der "Tag der Arbeit“ markierte für Dr. Felix Schwenke in diesem Jahr nicht nur ein bedeutendes historisches Datum. An diesem 1. Mai ist der 38-Jährige hundert Tage im Amt des Oberbürgermeisters. Die Zeit seit seiner Amtseinführung nutzte Schwenke, um Vorgaben, interne Abläufe und Entscheidungsprozesse auf seine Ziele hin zu lenken. „Es ist wichtig, in der Anfangszeit die richtigen Weichen zu stellen. Um Dinge positiv zu verändern, braucht es neben Motivation und Kraft aber mehr als hundert Tage“, ist sich Schwenke bewusst. „Auch Geduld und ein langer Atem gehören dazu.“

Schwenke will in seiner Amtszeit die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt vorantreiben, bezahlbaren Wohnraum schaffen und mit neuen Veranstaltungen und Ideen die Attraktivität der Innenstadt erhöhen. Er kündigte zudem ein neues Wirtschaftsförderungskonzept an.

Dr. Felix Schwenke
© georg-foto.de

Wirtschaftliche Grundlage verbessern

Schon sein erster Termin als Oberbürgermeister drehte sich um eine mögliche Neuansiedlung. „In Gespräche mit Unternehmen und Investoren investiere ich viel Zeit und kämpfe hart um jedes einzelne Projekt, denn es ergeben sich vom ersten Gespräch bis zu einer möglichen Realisierung ständig neue Probleme, die es zu lösen gilt.“ Schwenke betonte, dass er jede Chance für gewerbliche Neuansiedlungen nutzen wolle: „Ich hatte gesagt, dass ich mich um die Verbesserung unserer wirtschaftlichen Situation kümmern werde. Neben den vielen Firmenbesuchen hier vor Ort klinke ich mich wann immer nötig auch selbst in aktuelle Themen ein und helfe.“ Er freut sich, dass ihn die Verwaltung bei seiner Zielsetzung sehr unterstützt: „Mir war es von Anfang an sehr wichtig, dass alle im Rathaus verstehen, wofür ich mich einsetzen möchte. Denn nur gemeinsam können wir die Herausforderungen für Offenbach angehen.“

Für die Ansiedlung steuerzahlender Unternehmen erkennt Schwenke trotz des Wettbewerbs unter den Städten großes Potenzial in Offenbach: „Wir werden am Kaiserlei, am ehemaligen Güterbahnhof und auf dem Allessa-Areal in den nächsten Jahren ausgezeichnete Räume für Gestalter, Macher und Investoren schaffen. Das ist eine Riesen-Chance für Offenbach.“ Diese Perspektiven vor Augen hat Schwenke seit seinem Amtsantritt dutzende Firmenbesuche und -gespräche absolviert. Viele weitere sind bereits terminiert. Ein wichtiger Zugang zu Investoren war die Immobilienmesse MIPIM im März. Hierfür hatte Schwenke kurzfristig noch Broschüren für Existenzgründer, Flächenmanagement und für das Gewerbegebiet Kaiserlei beauftragt. Letztere beispielsweise veranschaulicht, welche Flächen kurzfristig oder langfristig für Gewerbetreibende am Kaiserlei verfügbar sind.  

Von Neuansiedlungen erhofft sich Schwenke steigende Einnahmen bei der Gewerbesteuer und dadurch mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Kommune: „Wir brauchen eine wirtschaftliche Stärkung, um das notwendige Geld zu haben für unsere Bürgerinnen und Bürger. Für Schul- und Kitaplätze, Grünflächen zur Erholung, Unterstützung der ehrenamtlich Aktiven in den Vereinen, kulturelle Angebote, Sauberkeit und vieles mehr.“ Offenbach müsse ein liebens- und lebenswerter Wohnort bleiben und fit für die Digitalisierung gemacht werden.

Bezahlbare Wohnungen schaffen

Große Sorge bereitet Schwenke jedoch, dass nicht alle Menschen vom Boom in Offenbach profitieren. Eine existenzielle Herausforderung seien für viele die  immer weiter steigenden Mieten und Grundstückspreise. „Hier sind Politik und Verwaltung gefordert“, so Schwenke weiter, „denn wer in Offenbach arbeitet, muss sich Offenbach leisten können.“ Mit der Geschäftsführung der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) und seinem Liegenschaftsamt arbeitet Schwenke deshalb bereits daran, in den nächsten Jahren kontinuierlich neue öffentlich geförderte Wohnungen zu schaffen

Innenstadt aufwerten

Auch die Innenstadt hat Oberbürgermeister Schwenke bereits in den Fokus genommen: „Im Wahlkampf waren sich alle einig, dass wir  wenigstens versuchen müssen, der Innenstadt wieder mehr Attraktivität zu verleihen. Ich treibe im Moment die Arbeit an einem Zukunftskonzept Innenstadt voran – in enger Abstimmung mit der Koalition, der IHK und dem Einzelhandel.“ Mehr Belebung der Fußgängerzone erhofft sich Schwenke beispielsweise von neuen Innenstadtfesten. „Jeden Monat ein Highlight – das ist mein Ziel. Dabei kommt es auch auf Qualität an, und die gibt es nicht kostenlos und nicht innerhalb von 100 Tagen.“ Zumal Verträge und Vereinbarungen existierten.

Mittelfristig will Schwenke jedoch ein neues Festekonzept umsetzen und hierfür alle Beteiligte ins Boot holen: „2020 müssen wir erste sichtbare Ergebnisse haben.“ Die Wirtschaftsförderung hat er zudem beauftragt, sich Kompetenz im Umgang mit Markenstores anzueignen: „Ein Blick in die Innenstadt zeigt mir, dass die einzelnen Hausbesitzer selbst nicht ausreichend aktiv sind, um hochwertigen Einzelhandel zu halten und nach Offenbach zu holen“, so Schwenke. „Die Stadt ist zwar nur ein Akteur unter vielen, aber auch wir können und müssen noch aktiver werden.“

Hartnäckigkeit und einen langen Atem beweisen muss der Oberbürgermeister auf vielen Handlungsfeldern. Wenig Schlaf und ein voller Terminkalender, auch an den Wochenenden, zeugen von der Motivation, die Schwenke aus den Perspektiven für Offenbach zieht: „Ich bin dankbar, Oberbürgermeister in Offenbach sein zu dürfen. Diejenigen, die ich als ebenso motiviert und engagiert in der Verwaltung oder in der Stadt wahrnehme, geben mir die Motivation, mit voller Kraft am Offenbach von morgen zu arbeiten. Ich freue mich deshalb jeden Tag aufs Neue ins Büro zu kommen.“

Offenbach am Main, 30. April 2018