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Hände, auf denen die Weltkarte gemalt ist, und Friedenstauben
© CC0 / Pixabay
Die Offenbacher Friedensinitiative erinnert am Dienstag, 6. August, an die Opfer der Atomwaffenabwürfe in Japan 1945. Zur Gedenkveranstaltung um 20 Uhr im Dreieichpark (nahe des Pavillons) lädt die Initiative um Christa Führer-Rößmann alle Offenbacherinnen und Offenbacher ein.

Auch Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke wird teilnehmen und Worte zum Gedenken sprechen. „Der 6. August ist und muss immer ein sehr wichtiger Tag sein, um die Menschheit daran zu erinnern, dass Atomwaffen mit grausamen und unvorstellbarem Leid verbunden sind“, sagt Schwenke.

Der Oberbürgermeister wird an diesem Abend auch in seiner Funktion als „Mayor for Peace“ auftreten. Das weltweite Netzwerk von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern setzt sich mit Aktionen und Kampagnen gegen die Verbreitung von Atomwaffen und für deren Abschaffung ein. „Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt ist heute leider wieder so wichtig wie zu Zeiten des Kalten Kriegs“, so Schwenke: „Nachdem sich die USA aus dem INF-Atomwaffensperrvertrag zurückgezogen haben und Staaten wie Iran oder Nordkorea den Besitz von Kernwaffen anstreben, ist zu befürchten, dass die Welt wieder ein Stück unsicherer wird. Dabei müssen wir uns vergegenwärtigen, dass die Gefahr, die von Atomwaffen ausgeht, immer auch eine sehr große Gefahr für uns Europäer ist. Denn Europa stand in der Menschheitsgeschichte aufgrund historischer Entwicklungen und seiner geografischen Lage immer im Mittelpunkt großer Kriege“.

Der 6. August erinnert an den Abwurf der Atombombe im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima  1945. Ebenfalls gedacht wird den Opfern des zweiten Abwurfs auf Nagasaki, der zwei Tage später geschah. „Beide Bomben brachten Tod und unvorstellbares Elend für Hunderttausende Menschen in Japan, vor allem Zivilisten, Frauen und Kinder, aber auch Zwangsarbeiter“, sagt die Offenbacher Friedensaktivistin Christa Führer-Rößmann, die die Veranstaltung im Dreieichpark organisiert. „Heute wissen wir, der Abwurf der Bombe war sinnlos. So sinnlos wie Kriege immer sind. Bis heute leiden noch die Nachkommen der Opfer an den Folgen.“ Führer-Rößmann erinnert daran, dass nach 1945 anstelle einer weltweiten Ächtung dieser Waffe ein atomares Wettrüsten begann, das nun in ein neues Stadium trete. Die Weiterverbreitung habe auch der Atomwaffensperrvertrag kaum eingedämmt, kritisiert Führer-Rößmann. Dass noch immer Atomwaffen in Deutschland gelagert würden und nun auch die USA den INF-Vertrag aufgekündigt haben, sei Grund zur Sorge. „Wir möchten, dass in keinem Land der Erde Atomwaffen eingesetzt werden. Wir wollen der Opfer der Atomwaffen gedenken, wir wollen sie ehren, deren Tod so furchtbar war.“ Und gemeinsam wolle man an diesem Abend dazu aufrufen, dass alle Atomwaffen abgeschafft werden.

Neben Führer-Rößmann und Oberbürgermeister Schwenke wird nach Angaben der Organisatoren auch Matthias Jochheim von der Frankfurter Organisation der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs – Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) im Dreieichpark sprechen. Bei einem gemeinsamen Gedenkritual sollen Blumen zu einem Friedenszeichen auf dem Boden ausgelegt werden. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Talib Richard Vogl.

Mayors for Peace

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Aus der grundsätzlichen Überlegung heraus, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für die Sicherheit und das Leben ihrer Bürgerinnen und Bürger verantwortlich sind, versuchen die Mayors for Peace durch Aktionen und Kampagnen die weltweite Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern und deren Abschaffung zu erreichen. Das internationale Netzwerk hieß früher „Programm zur Förderung der Solidarität der Städte mit dem Ziel der vollständigen Abschaffung von Atomwaffen“. 1991 wurden die Mayors for Peace vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation registriert. Inzwischen gehören dem Netzwerk über 7500 Städte und Gemeinden aus 163 Ländern an. In Deutschland sind 600 Mitglieder dem Bündnis beigetreten. Die Landeshauptstadt Hannover ist eine der Vizepräsident- und Exekutivstädte des Bündnisses und Lead City für Deutschland. Offenbach trat der Initiative unter Oberbürgermeister Schwenke 2018 bei.

5. August 2019