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Offenbach-050220OB vor Ort fuer Kulturvereine
von links nach rechts sind zu sehen: Britt Baumann, Amt für Kultur- und Sportmanagement, Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Dr. Jürgen Eichenauer, Leiter Haus der Stadtgeschichte, Dr. Stefan Soltek, Leiter Klingspor Museum. © Stadt Offenbach / georg-foto.de
Die neue Druckwerkstatt im Bernardbau, Förderungen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Zukunft der Stadtbibliothek und Inklusion bei Veranstaltungen: Diese und weitere Themen standen im Mittelpunkt des gemeinsamen Austauschs von Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und den ehrenamtlichen Kulturschaffenden in Offenbach. Anlass war eine Einladung zur Veranstaltung „OB vor Ort – Kulturvereine und -initiativen exklusiv“ am 5. Februar im Ostpol. Zahlreiche Ehrenamtliche nutzten das Angebot, um sich über wichtige Themen zu informieren und über dringende Fragen und Wünsche auszusprechen.
In seiner Begrüßung zum ersten „OB vor Ort“-Abend für die Kultur machte Schwenke die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs deutlich: „Unser oberstes Anliegen ist es, Sie in Ihrer Arbeit möglichst optimal zu unterstützen“, sagte er an die Gäste gewandt. „Mein Team aus dem Amt für Kultur- und Sportmanagement und ich möchten Ihnen heute daher nicht nur zuhören, welche konkreten Anliegen Sie haben, sondern auch erfahren, welche Themen Sie möglicherweise als Gruppe drücken. Was sollen wir weitermachen? Was eventuell ändern? Meckern ist heute ausdrücklich erwünscht.“ Nur so könne es gelingen, Schwächen besser zu machen, Gutes fortzuführen und gemeinsam die Arbeit der Vereine und Initiativen voranzubringen.

Mit Blick auf die neu entstehende Druckwerkstatt im Bernardbau machte Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums, vor allem auf das einzigartige Profil Offenbachs in Druck, Druckgeschichte und Druckmaschinenherstellung aufmerksam. Dieses Profil gelte es weiter zu schärfen und auch der Öffentlichkeit näherzubringen. Die Druckwerkstatt sei ein idealer Ort, um dies zu erreichen und die Druckgeschichte als Bestandteil der Stadtidentität auch für die Zukunft fest zu verankern.

Auf große Resonanz stieß außerdem die Möglichkeit, Förderungen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain bei niedrigen Budgetvolumina zu erwirken. Kulturamtsleiter Dr. Ralph Philipp Ziegler gab wertvolle Tipps aus der Praxis. So könne beispielsweise durch Kooperationen, Sachspenden oder Sachsponsoring, aber auch Eigenleistungen die Hürde des für eine Förderung bestehenden Mindestprojektbudgets von 30.000 Euro erheblich minimiert werden. Beachtet werden müsse bei jeder Antragstellung immer auch die Förderfähigkeit der einzelnen Projekte, die mindestens eines von drei Kriterien erfüllen müssen: 1. Sie tragen zum kulturellen Erbe der Region bei, 2. sie bringen die Kunst inhaltlich weiter oder 3. sie sorgen für eine Vernetzung von kulturellen Einrichtungen sowie von Künstlerinnen und Künstlern innerhalb der Region. Zudem müssen sie sich durch eine hohe künstlerische Qualität mit nationaler oder internationaler Strahlkraft auszeichnen. Nicht förderfähig sei hingegen der allgemeine Dauerbetrieb von Kultureinrichtungen, Vereinen, Baumaßnahmen oder auch Vorhaben mit überwiegend kommerziellem Charakter.

Inklusion auf Veranstaltungen war ein weiterer Punkt, der zur Sprache kam. Hier machte Anna-Fee Neugebauer vom Amt für Kultur- und Sportmanagement auf Hilfestellungen seitens der Stadt aufmerksam. So können beispielsweise mobile Rampen oder auch Rollstühle ausgeliehen werden, um Veranstaltungen barrierefrei oder möglichst barrierearm zu gestalten. Mit diesem Bereich stehe man jedoch erst am Anfang und sei für Anregungen und Verbesserungsvorschläge jederzeit offen.

Auch die Zukunft der Stadtbibliothek und des Bücherturms standen auf der Agenda. Oberbürgermeister Schwenke erläuterte die Hintergründe für den eventuell denkbaren Umzug der Stadtbibliothek und eine mögliche Nachnutzung der frei werdenden Räume. Im jetzigen Zustand werde die Stadtbibliothek den heutigen Anforderungen, sei es als Arbeitsort oder im Bereich der Technik nicht mehr gerecht, auch sei sie schlicht zu klein geworden. Ein „weiter so“ sei daher schon aus Fachsicht der Bibliothek nicht möglich. Eine Verlegung in die Innenstadt könne geprüft werden, um zwei Ziele gleichzeitig erreichen zu können: eine moderne Bibliothek als Ort von Wissen und Arbeit sowie als Beitrag zur dringend benötigten Aufwertung der Innenstadt. Diese Idee werde jedenfalls als Vorschlag der Fachleute im Zukunftskonzept Innenstadt stehen, das sich derzeit in der Ausarbeitung befindet.

Oberbürgermeister Schwenke bezog daher vor den Kulturaktiven klar Stellung und machte deutlich, dass er eine solche Verlagerung befürworte, wenn sie finanziell darstellbar sei. Zugleich betonte er, dass seiner Wahrnehmung nach ein Konsens in der Politik besteht, dass im Falle einer Verlagerung der Stadtbibliothek der Bücherturm als Ort der Kultur weiterhin bestehen bleiben solle. Allerdings nur der Bücherturm selbst, die weiteren Räume müssten dann aus Kostengründen wirtschaftlich optimal genutzt werden.

Nach einer offenen Fragerunde zu allen Themen, die die Vereine interessierten, versicherte Schwenke, dass das Amt für Kultur- und Sportmanagement jederzeit offen für Kritik und Wünsche sei und dass die Veranstaltungsreihe wie angekündigt fortgesetzt werde.

10.Februar 2020
Offenbach-050220OB vor Ort fuer Kulturvereine Stadt Offenbach / georg-foto.de
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