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In der ersten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl wird aus den Reihen der Stadtverordneten der oder die Vorsitzende gewählt. In Offenbach am Main übt dieses Amt, das nach parlamentarischem Brauch der stärksten Fraktion zusteht, der SPD-Stadtverordnete Stephan Färber aus. Er wurde am 14. April 2016 einstimmig zum neuen Stadtverordnetenvorsteher und Nachfolger von Sieglinde Nöller (CDU) gewählt.
Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber
Stephan Färber (SPD) ist seit April 2016 Stadtverordnetenvorsteher in Offenbach. © www.fotostudio-conrads.de

Der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende (2004-2011) war zuletzt ehrenamtlicher Stadtrat des Dezernats VI und damit für die Geschäftsstelle des Ausländerbeirates zuständig.

Färber blickt auf jahrzehntelange Erfahrungen in der Kommunalpolitik zurück. Bereits 1971 trat der Bieberer in die SPD ein, seit 1985 gehört er dem Stadtparlament in Offenbach an. Zudem ist Stephan Färber der Schirmherr des Kinder- und Jugendparlaments Offenbach und ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht in Hessen.

Der im Jahr 1950 geborene Familienvater, der heute noch im Stadtteil Bieber wohnt, ist für seine bodenständige, ausgleichende Art bekannt. In seiner ersten Rede als Parlamentschef appellierte Färber an alle Stadtverordneten, über die Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten und die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen.

Die Aufgaben des Stadtverordnetenvorstehers

Dem Stadtverordnetenvorsteher obliegen - neben der Sitzungsleitung - folgende Aufgaben:
• Aufstellung und Veröffentlichung der Tagesordnung
• Fristgemäße Ladung zu den Sitzungen
• Feststellung der Beschlussfähigkeit und der Tagesordnung zu Beginn der Sitzungen
• Sicherstellung eines geschäftsordnungsmäßigen Sitzungsverlaufs
• Ausübung des Hausrechts

Die Amtsführung des Stadtverordnetenvorstehers soll neutral erfolgen. Beteiligt er sich an der politischen Debatte, hat er für diesen Zeitraum die Sitzungsleitung abzugeben.

Darüber hinaus nimmt der "erste Bürger" der Stadt vielfältige repräsentative Aufgaben in kommunalen, nationalen und internationalen Bereichen wahr. Er vertritt die Stadt bei vielfältigen protokollarischen Anlässen, er pflegt die Beziehungen zu den Partnerstädten Offenbachs und übernimmt Schirmherrschaften für besondere Veranstaltungen.

Alle Stadtverordnetenvorsteher seit 1948

Alle Stadtverordnetenvorsteher seit 1948

1948 - 1956  Fritz Remy
1956 - 1959 Ferdinand Winkel
1959 (Apr. - Dez.)  Peter Knobloch
1960 - 1977 Walter Frank
1977 - 1985 Dr. Bruno Knapp
1985 - 2006 Manfred Wirsing
2006 - 2011 Erik Lehmann
2011 - 2016 Sieglinde Nöller
2016 - Stephan Färber

9 Gebote für Stadtverordnete von Dr. Bruno Knapp

9 Gebote für Stadtverordnete von Dr. Bruno Knapp

Dr. Bruno Knapp (1925 – 2010) war in der Zeit von 1977 – 1985 Vorsteher der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung. Für seine großen Verdienste um das Allgemeinwohl wurde ihm 1993 die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Dr. Bruno Knapp bedankte sich auf seine Art: Als Summe seiner Erfahrungen formulierte er bei der Entgegennahme der Urkunde „9 Gebote für Stadtverordnete“.

Nachfolgend werden sie im vollen Wortlaut wiedergegeben:

Zum Wohl des Volkes, nicht zum eigenen Ruhm
 
1. Man wird Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und nicht des Stadtparlaments. Wer diesen Unterschied begriffen hat, bewahrt sich den Rest an Demut, der zur Bewältigung der übernommenen Aufgaben hilfreich ist.

2. Gewinnt eine Fraktion die Mehrheit, dann übernimmt sie nicht die Macht, sondern die Verantwortung.

3. Man wird nicht zum Ruhme einer Partei in dieses Haus gewählt, sondern zur Förderung des Wohls der Bürger.

4. Eine Idee ist nicht schon deshalb des Teufels, weil sie vom politisch anders Denkenden kommt. Freue Dich mit ihm und stimme nach Prüfung zu.

5. Schließe bei aller Festigkeit des eigenen Standpunktes nicht aus, dass Du Dich irrst.

6. Verzweifle nicht wenn Deine Ideen zunächst der Ablehnung verfallen und später in anderem Gewand wieder auftauchen. Das kann ärgerlich sein. Wichtig ist, dass die Sache sich durchsetzt.*

7. In einer Koalition zu leben, kann schwierig sein. Man wird aber nicht daran gemessen, woran ein Bündnis gescheitert ist sondern daran, dass es trotzdem funktioniert.

8. Es ist eine klassische Fehlleistung, wenn Politiker bei den Demoskopen anfragen, was sie wollen sollen, um die nächste Wahl zu gewinnen.

9. Keiner soll länger reden, als er auf einem Bein stehen kann.

zu*: An anderer Stelle formulierte Dr. Bruno Knapp es einmal so:

„Freue Dich über Deine Kinder auch dann, wenn sie aus anderer Leute Fenster heraus schauen.“