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Offenbach am Main, 4. Februar 2021 –  Durch die steigende Einwohnerzahl in Offenbach wird auch der Verkehr dichter und die Suche nach einem Parkplatz nervenzehrender. Daher werden nun Bewohnerparkbezirke in mehreren Stadtteilen erweitert. Im Verkehrsentwicklungsplan 2035 werden zudem alternative Mobilitätskonzepte sowie ein neues Verkehrskonzept für die Innenstadt aufgegriffen.

„Wir leben im Zeitalter der Urbanisierung. Das heißt, dass die Leute in rasantem Tempo aus dem ländlichen Raum in die Städte ziehen. Der Zuzug tut unserer Stadt gut, muss aber organisiert werden, auch was den Verkehr angeht“, erklärt Paul-Gerhard Weiß, Dezernent für Bauen, Planen, Umwelt und Verkehr. Besonders das Thema Parkraummanagement ist wichtig für Bürgerinnen und Bürger. Da Parkraum knapp ist, werden einige Bewohnerparkbezirke nun erweitert und neu ausgewiesen. Anwohnerinnen und Anwohner in Bezirken mit besonders großem Parkplatzmangel sollen mit Sonderparkberechtigungen einfacher und entspannter einen Parkplatz finden.

Die ersten Bewohnerparkbezirke entstanden 1991, zuletzt erfolgte 2007 eine Erweiterung rund um das Sana-Klinikum. Nach einer umfassenden Bedarfsuntersuchung und –analyse ist klar, dass besonders im Westend, im Zentrum, im Senefelder Quartier sowie im Mathildenviertel, Lindenfeld und Buchhügel mehr Bewohnerparkplätze benötigt werden. Das gesamte Westend wird deshalb als völlig neuer Bewohnerparkbezirk ausgewiesen. Aber auch bestehende Bezirke im anderen Stadtgebiet werden teilweise vergrößert, so etwa im Mathildenviertel oder im Senefelder Viertel.

Als Ergebnis sollen 70 Prozent der Stellplätze vorrangig für die Bewohnerinnen und Bewohner von Montag bis Samstag zwischen sieben und 20 Uhr vorgehalten werden. Auf diesen Flächen können Besucherinnen und Besucher mit Parkscheibe maximal bis zu zwei Stunden kostenlos parken. Der Rest der Parkplätze steht weiterhin allen Verkehrsteilnehmenden zur Verfügung. „Konkret kommen rund 2.500 Parkplätze neu in das Bewohnerparken hinzu“, ergänzt Andreas Rosin vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Der Fokus liegt klar bei den Anwohnerinnen und Anwohnern: „Wir können Pendlern nicht versprechen, einen Parkplatz direkt vor der Tür zu finden. Die Stadt und ihre Bewohner leiden unter dem starken Verkehr, daher sollten Pendler nach Möglichkeit auf den ÖPNV umsteigen. Die Bewohnerparkbezirke zahlen sich aber nicht nur für die direkt betroffenen Anwohner aus, sondern verringern den Parksuchverkehr und damit Emissionen und Staus“, sagt Stadtrat Paul Gerhard-Weiß.

Themen wie Klimaschutz, Verringerung von Emissionen und eine ganzheitliche Mobilität sind zudem Teil des neuen Verkehrsentwicklungsplans 2035. Dieser ist die Fortschreibung des Verkehrsmanagementplans (VMP) aus dem Jahr 2015 und ein wichtiger Orientierungspunkt für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in Offenbach. Die frühere autofokussierte Verkehrsplanung entwickelte sich mit den Jahren hin zu einer gesamtheitlichen Mobilität, die den Auto- und Radverkehr, den öffentlichen Nahverkehr sowie die Interessen von Fußgängern in Einklang bringt. So entstanden in den letzten Jahren beispielsweise barrierefreie Haltestellen und Fahrradstraßen. Insbesondere die Radverkehrsförderung stand zuletzt im Mittelpunkt, so wurden bis jetzt schon 80 Prozent aller Radverkehrsmaßnahmen des VMP aus dem Jahr 2015 umgesetzt. „In Ballungsräumen muss Mobilität neu gedacht und anders organisiert werden. Sonst stehen wir irgendwann alle nur noch im Stau. Die Möglichkeiten der Mobilität müssen also an den engen Raum der Städte angepasst werden. Der Ausbau des Radverkehrs, der öffentliche Nahverkehr und Carsharing spielen da eine große Rolle“, bekräftigt Verkehrsdezernent Weiß. Angelegt ist der Verkehrsentwicklungsplan als 'Sustainable Urban Mobility Plan', also als ein nachhaltiger urbaner Mobilitätsplan. Die Lebensqualität in Stadt und Umland sollen verbessert werden, wobei Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die klimafreundliche Gestaltung von Mobilität die Hauptaufgaben sind.

Der konkrete Verkehrsentwicklungsplan wird in Steuerungsgruppen mit Vertretern der Stadtverwaltung und –politik voraussichtlich ab Sommer 2021 erarbeitet. Inhalte sind beispielsweise Nahmobilitätskonzepte sowie Parkraum- und Verkehrskonzepte in der Innenstadt.