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0„9. März 1999: Als einen Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnete Offenbachs Oberbürgermeister Gerhard Grandke die Initiative der Deutschen Bahn AG, den Offenbacher Hauptbahnhof aufzuwerten. Grandke: „Die Verhandlungen mit der Bahn sind nicht immer leicht, weil das Unternehmen sich derzeit umstrukturiert und umorientiert. Aber mit der notwendigen Ausdauer schaffen wir es, Etappe für Etappe unsere Vorstellungen zu verwirklichen. Erst haben wir beim Geschäftsbereich Fernverkehr erreicht, daß die Interregio Züge in Offenbach halten. Dann verhandelten wir erfolgreich, daß auch einzelne ICE`S im Hauptbahnhof Station machen. Und mit den jüngsten Plänen der Bahn, die Offenbacher Station von Auszubildenden managen zu lassen, sind wir unserem Ziel, aus der Haltestelle wieder einen Bahnhof zu machen, einen Schritt nähergekommen“.

Auf der letzten Bauausschußsitzung hatte der zuständige Niederlassungsleiter Friedrich Reißmann Pläne präsentiert, den Eingangs- und Wartebereich des Bahnhofs neu zu gestalten. Außerdem soll die Station künftig von 35 Auszubildenden gemanagt werden. Grandke: „Die Idee, jungen Menschen während ihrer Lehrzeit konkrete Verantwortung zu übertragen, ist ausgesprochen pfiffig. Soweit ich informiert bin, hat die Bahn mit diesem Modell in anderen Städten ausgezeichnete Erfahrungen gemacht.

Bei den zukünftigen Bahnmanagern gebe es viel Engagement und auch die Motivation, sich um sein Umfeld zu kümmern. Davon kann Offenbach nur profitieren. Ich erwarte von dem Modell wesentlich verbesserte Servicestandards für die Reisenden“.

Kritik übte der Offenbacher Oberbürgermeister dagegen an der Haltung der Bahn, auf Rolltreppen oder Aufzüge an den Bahnsteigaufgängen zu verzichten. Grandke: „Sicher hilft es älteren Reisenden, wenn ein Auszubildender ihm hilft, seine Koffer zu tragen. Das gilt aber nur während der Dienstzeiten. Auch für Behinderte ist weiterhin der Zugang zu den Gleisen unmöglich“. Grandke schlägt deshalb vor zu prüfen, ob übergangsweise die stillgelegten Aufzüge der Post oder der Gepäckabfertigung zu nutzen sind.

Grandke begrüßte auch die Umgestaltung der Bahnhofshalle. Mit der Erweiterung des Angebotes und einem kleine Stehcafé wird der Bahnhof belebt. „Ich wünsche mir allerdings noch“, so der Oberbürgermeister, „daß die Bahn AG endlich eine Lösung findet, im Hauptbahnhof einen gastronomischen Betrieb zu installieren, der dem neuen Erscheinungsbild angepaßt ist“.

Grandke: „Die andiskutierte Verlegung des Hauptbahnhofs in Richtung Offenbach Ost, darf die Bahn nicht zum Investitionsstop verleiten. Eine Verlagerung des Hauptbahnhofs ist richtig, weil so der Fernverkehr optimal mit dem Nahverkehr und der S - Bahn nach Mühlheim, Dietzenbach oder in den Rodgau verknüpft werden kann. Mit dem potenzierten Kundenpotential, werden dann viele Intercity - Züge in Offenbach halten. Das ist für die Stadt, den Wirtschaftsstandort und die Arbeitsplätze wichtig“. Die Umsetzung dieser Pläne wird nach der Einschätzung Grandkes noch Jahre dauern, weil zunächst die Situation um den Güterbahnhof neu geplant werden müsse.

Bis dahin dürfe der Hauptbahnhof nicht selbst überlassen bleiben. Außerdem sei auch künftig vorstellbar, daß Regionalzüge im jetzigen Offenbacher Hauptbahnhof halten werden. Darüber werde mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund gesprochen.

Grandke abschließend: „Die Pläne für die Aufwertung des Offenbacher Hauptbahnhofs sind richtig. Wir werden uns aber jetzt auf unserem Erfolg nicht ausruhen sondern weiterverhandeln, um noch mehr zu erreichen. Ein Stichwort heißt: Gastronomie“.