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4. Februar 1999: Mehr Menschen denn je zuvor kamen im Jahr 1998 als Gäste nach Offenbach. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember zählte die Abteilung Statistik im Rathaus insgesamt 312.790 Übernachtungen in den Offenbacher Hotels. Das sei, wie der zuständige Wirtschaftsdezernent, Oberbürgermeister Gerhard Grandke mitteilte, ein Zuwachs von 11,9 Prozent gegenüber dem Jahr 1997. Die Zahl der angebotenen Betten hat sich im Vorjahr von 2.168 um achtzehn auf 2.149 leicht verringert. Vor zwölf Jahren wurde in Offenbach circa 170.000 mal übernachtet. Grandke: „Wenn wir die nächsten beiden Jahre unsere Zuwachsraten stabilisieren, werden wir unsere Übernachtungszahlen gegenüber den achtziger Jahren verdoppeln“. Insgesamt kamen im Jahr 1998 155.722 Gäste nach Offenbach. Mehr als ein Drittel davon (55.577) waren Ausländer. Grandke: „Die meisten Reisenden kommen aus geschäftlichen Gründen nach Offenbach. Die hohe Zahl der ausländischen Gäste in den Hotels unterstreicht die Internationalität und Exportorientierung unseres Standortes“.

Im Vergleich mit anderen kreisfreien Städten in Hessen hatte Offenbach 1998 -zwischen Januar und November 1998 (neuere Vergleichzahlen liegen noch nicht vor) mit 10,8 Prozent die höchsten Zuwachsraten im Hotelgewerbe. Eine ähnliche Erfolgsbilanz hat nur Darmstadt mit 8,1 Prozent. In Frankfurt konnte man eine Steigerung von 4,9 Prozent bilanzieren, in Wiesbaden von 3,6 Prozent. In Kassel sank gar die Anzahl der Übernachtungen um 10,8 Prozent.

Der umsatzstärkste Monat für die Offenbacher Hotels war 1998 der Oktober mit insgesamt 33.780 Übernachtungen (plus 21 Prozent). Die höchste Zuwachsrate konnte im November in Offenbach mit 37,2 Prozent verzeichnet werden. Die Verweildauer der Gäste in Offenbach beträgt im Schnitt 2,0 Tage, nur in der Kurstadt Wiesbaden halten sich im Vergleich der kreisfreien Städte in Hessen die Hotelnutzer mit 2,2 Tagen länger auf (Frankfurt 1,7 Tage, Kassel 1,8 und Darmstadt 1,9). Den Spitzenplatz hat Offenbach mittlerweile in dem Vergleichsring bei der Bettenauslastung, ein wichtiger Wirtschaftlichkeitsindikator, erobert. Lag die Auslastungsquote vor fünf Jahren noch bei rund 35 Prozent, waren in 1998 die Hotelbetten der Lederstadt zu 47, 2 Prozent belegt (Wiesbaden 45,7; Frankfurt 45,5; Darmstadt 38,1 und Kassel 37,2).

Offenbachs Oberbürgermeister Gerhard Grandke: „Die Hotelbranche in Offenbach wächst. Das bedeutet Arbeitsplätze und Kaufkraft. Konservativ gerechnet, gibt jeder Gast in Offenbach mindestens 300 Mark pro Tag aus. Da klingeln bei 300.000 Übernachtungen neunzig Millionen Mark in den Kassen Offenbacher Unternehmen. Von dem Boom profitieren nicht nur die Hotels sondern auch die Gastronomie, der Einzelhandel und das Taxigewerbe. Ich würde mir“, so Grandke weiter, „wünschen, daß mehr Einzelhändler, die in der City ihr Geschäft haben, um diese Zielgruppe werben. Es gibt gute Ansätze bei wenigen, aber kein konzentriertes Vorgehen. Gerade für Hotelgäste, die tagsüber ihren Geschäften nachgehen, sind flächendeckende verlängerte Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt ein Muߓ.

Nach Einschätzung Grandkes belebt sich die Gastronomieszene im Citybereich spürbar. Rund um den Wilhelmsplatz und in der Berliner Straße seien neue Lokale eröffnet worden, die eine Bereicherung für die Stadt seien. Grandke: „Die sind jeden Abend proppenvoll. Da geht man gerne hin, weil das Angebot und das Ambiente stimmt“. Auch von dem Entertainmentcenter Capitol im Nordend profitiert nach Ansicht Grandkes die Gastronomie der Umgebung. Grandke: „Wenn in diesem Jahr das Cinemaxx ans Netz geht, wird es einen Schub für die Lokale zwischen Capitol und Großkino geben.

Die Besucher werden natürlich auch die Umgebung erkunden. Ich hoffe, daß sich die Wirte und Brauereien positiv auf die Situation einstellen. Der Oberbürgermeister kündigte an, daß die Stadt mit dem Bezug des „Hauses der Wirtschaft“ einen neuen Gastronomieführer herausgeben werde. „Der ist in Arbeit“, so Grandke, „und jeder neue Mitarbeiter in dem Tower wird an seinem ersten Tag in Offenbach ein Exemplar auf seinem Schreibtisch vorfinden“.

Nach Einschätzung Grandkes sind die steigenden Übernachtungszahlen auf das gute Preis-/ Leistungsverhältnis und das hohe Engagement der Hotelbesitzer in Offenbach zurückzuführen. Grandke: „Das ist sehr positiv zu bewerten und beispielhaft“. Das Übernachtungsgewerbe profitiere aber auch, so der OB, von der Inbetriebnahme der S-B ahn, die die Gäste in wenigen Minuten zum Flughafen oder zur Frankfurter Messe fahre, und der verstärkten Ansiedlung des Dienstleistungssektors in Offenbach. Grandke: „Besonders bezahlt gemacht hat sich auch, daß wir das Büsing Palais als Tagungszentrum professionalisiert haben. Ich sehe hier jeden Morgen, wenn ich ins Rathaus komme, die vielen Busse, Taxen und Autos stehen. Das ist ein gutes Zeichen. Das ArabellaSheraton ist eines unserer Flaggschiffe. Von den Tagungen im Büsing Palais profitieren alle Hotels der Stadt. Das Konzept den Bereich um das alte Parkbad ‘produktiv zu wenden’, ist voll aufgegangen“.

Die Stadt Offenbach ist auch in diesem Jahr auf der Internationalen Tourismusbörse Anfang März in Berlin vertreten. Grandke: „Wir kooperieren gemeinsam mit Frankfurt und anderen Städten der Region. Wir wollen sichtbar sein. Das ist Imagewerbung“. Die Arbeitsgemeinschaft Fremdenverkehr, an der Stadt und Kreis Offenbach beteiligt sind, schicke, so der Oberbürgermeister weiter, im übrigen an alle Aussteller von kleineren Messen in Frankfurt ihren Hotelprospekt. Außerdem erhalten diesen alle Reisedienststellen großer Unternehmen in Deutschland. Grandke: „Gerade die Messemailings sind erfolgreich. Viele Unternehmen aus dem In- und Ausland, die nach Frankfurt kommen wollen, erfahren so, daß Offenbach quasi eine Zwillingsstadt der Mainmetropole ist, mit einem sehr guten Hotelangebot“.

Grandke: "„Die steigenden Übernachtungszahlen zeigen, daß sich in Offenbach viel bewegt. Die Ansiedlung neuer Unternehmen bringt zusätzliche Gäste nach Offenbach, beispielsweise bei Schulungen, umgekehrt profitiert der Standort, weil Entscheidungsträger als Gäste die Stadt kennenlernen und sie in ihre Investitionsüberlegungen einbeziehen. Die Übernachtungszahlen“", so der Oberbürgermeister abschließend, "„sind aber auch ein Indiz dafür, daß für Offenbach weitere Hotelneubauten von Nutzen sind“."