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5. August 1999: Dr. Josef Pultuskier, Eigentümer der Heyne-Fabrik in der Offenbacher Ludwigstraße, erhält gemeinsam mit seinen Architekten Allmann, Sattler und Wappner (alle München) den Hessischen Denkmalschutzpreis 99. Wie der Offenbacher Baudezernent, Bürgermeister Stephan Wildhirt, mitteilt, wird die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Ruth Wagner, die Auszeichnung am 11. September in Wetzlar persönlich überreichen. Der Preis, der von der Lotterie-Treuhandgesellschaft gestiftet wird, wird alljährlich verliehen. Er soll vorbildliches Engagement und überzeugende Leistungen, die über das denkmalschutzrechtlich Gebotene hinausgehen und die Vorbildwirkung haben, honorieren.

Dr. Pultuskier hat die ehemalige Metallschraubenfabrik und Facondreherei Heyne im Jahr 1981 erworben. Er setzte sich zum Ziel, die aufgelassenen Produktionsgebäude für eine neue anspruchsvolle Nutzung zu adaptieren, das Besondere des Ortes zu bewahren und ihn von störenden Änderungen zu befreien. Wildhirt: „Dieses Ziel wurde von dem Eigentümer und den beteiligten Architekten in überzeugender Weise erreicht. Das alte Industrieareal, um die Jahrhundertwende entstanden, hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem wichtigen Zentrum für Medien, Werbung und Mode entwickelt. Bekannte Unternehmen aus dem Kreativbereich haben die Heyne-Fabrik als Standort gewählt. Das besondere Ambiente veranlasst immer wieder neue Firmen aus diesem Bereich nach Offenbach zu ziehen. Die Heyne Fabrik ist auch dank einer Teilnutzung durch die Hochschule für Gestaltung eine kulturelle Perle im Offenbacher Nordend geworden.

„Mit behutsamen Eingriffen in die denkmalgeschützte Substanz und sensiblen Ergänzungen in einer klaren zeitgenössischen Architektursprache“, so Wildhirt weiter, „ist die schwierige Aufgabe brillant gelöst worden, einen nicht mehr funktionalen historischen Gebäudekomplex zu erhalten und zu sanieren. Gleichzeitig wurde dieser Komplex einer neue Nutzung zugeführt, die die vorgegebenen Gebäudeteile ausfüllt und inspiriert, sie baulich weiterzuentwickeln“.

Diese herausragende Leistung wurde im Jahr 1998 bereits mit dem 1. Preis der WÜSTENROT-Stiftung ausgezeichnet. Die Würdigung durch den Hessischen Denkmalschutzpreis sei, so Wildhirt, ein weiterer Beleg für den Erfolg einer guten Zusammenarbeit zwischen Denkmalbehörde, Eigentümer und Planer. Gemeinsam haben sich die Beteiligten zum Ziel gesetzt, hohe Qualitätsansprüche bei einem nicht üppigen Budget zu realisieren.

Die Heyne-Fabrik ist das einzige Denkmal in der Region Rhein Main, das im Jahr 1999 mit dem Denkmalschutzpreis geehrt wird. Und es ist auch das erste Mal, dass ein Denkmal in Offenbach mit dieser Auszeichnung honoriert wird. Helmut Reinhardt, im Bauaufsichtsamt für den Denkmalschutz verantwortlich, freut sich: „Hier wird deutlich, dass sich Engagement im Denkmalschutz auszahlt, nicht nur in der sichtbaren Aufwertung einer jetzt hochwertigen Immobilie. Ich bin sicher, dass die öffentliche und überregionale Anerkennung der Heyne-Fabrik mit ihrem einzigartigen Flair sich auch unmittelbar auf eine entsprechende Vermietung auswirken wird. Ich verspreche mir von der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises eine Anstosswirkung für weitere Projekte“.