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"Chancen für den Berufstart" - Jugendliche arbeiten und lernen im Start-Projekt

27. September 1999: Sie arbeiten in der Cafeteria und lernen für ihren Hauptschulabschluß. Auch in diesem Jahr hat wieder eine neue Gruppe Jugendlicher eine einjährige Teilnahme am Start-Projekt der Stadt Offenbach begonnen. Seit mehreren Jahren bietet das Projekt Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren und ohne Ausbildungstelle oder Arbeit eine Chance zur Qualifizierung und Berufsorientierung.
Der Übergang in Ausbildung oder Arbeit gestaltet sich für viele Jugendliche zunehmend schwieriger. "Häufig sind es schlechte oder fehlende Schulabschlüsse, die für die Jugendlichen zum Handicap bei der Ausbildungsplatzsuche werden. Aber auch eine geringe Lernmotivation und Verhaltensprobleme bereiten Schwierigkeiten", so der neue Leiter des Start-Projektes, Mathias Vogel. "Die Angebote der Schule für die noch berufsschulpflichtigen Jugendlichen können diese Problemlagen meist meist nicht auffangen." Hier setzt das Start-Projekt mit einer Kombination von Arbeiten und Lernen an.
Mit zwölf männlichen und weiblichen Jugendlichen betreibt das Start-Projekt eine Kantine und Cafeteria im Kreisjugendamt in der Frankfurter Str.74a. Unter fachlicher Anleitung durch Albert de Molenaar werden Essen zubereitet und den Mitarbeitern des Kreisjugendamtes und anderen Gästen serviert. Darüber hinaus arbeiten weitere fünf Mädchen in einem Café im Ledermuseum, das Gästen und Besuchern offensteht.
"Die Erfahrungen mit der realen Arbeitssituation und der Umgang mit Kunden und Gästen fördern die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen und führen zu einer Stärkung ihres Selbstbewußtseins. Dadurch wird auch die Bereitschaft der Jugendlichen an einer aktiven Teilnahme am Unterricht geweckt und gestärkt", so Projektleiter Vogel. Denn neben der praktischen Arbeit findet zweimal in der Woche der Berufsschulunterricht in den Räumen des Start-Pojektes statt. Hier hat sich die enge Kooperation mit der Schulleitung und den Lehrern der Käthe-Kollwitz-Schule bewährt. Zur Vorbereitung auf die externe Hauptschulabschlußprüfung erhalten die Jugendlichen außerdem Unterricht und weitere Unterstützung duch Barbara Birkelbach, die Sozialpädagogin des Start-Projektes.
Möglich ist die Arbeit des Start-Projektes neben der Finanzierung durch die Stadt Offenbach durch eine Förderung durch das Land Hessen und den Europäischen Sozialfonds. Diese Investition lohnt sich. Die Chancen der neuen Jugendlichen, im nächsten Jahr das Start-Projekt erfolgreich zu verlassen, stehen gut, betrachtet man die erfolgreiche Arbeit der zurückliegenden Jahre. Neun Teilnehmer des letzten Jahrgangs, die sich für die Hauptschulabschlußprüfung angemeldet hatten, haben mit guten und sehr guten Ergebnissen bestanden. Zudem haben von 17 Teilnehmern neun eine Berufsausbildung begonnen und drei einen Arbeitsplatz gefunden.
Jugendliche, die sich noch für eine Teilnahme am Start-Projekt interessieren, können sich mit Herrn Vogel unter der Rufnummer 069 / 800 48 95 in Verbindung setzen.