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Ein klares Nein im Zusammenhang mit jeglichen Nordbahn-Varianten bekundet der Offenbacher Oberbürgermeister Gerhard Grandke.

Jüngsten Presseberichten zufolge beabsichtigt der Hessische Ministerpräsident Koch eine Festlegung auf die endgültige Ausbauplanung noch im Sommer dieses Jahres. Dabei scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine neue Nordbahn bei Kelsterbach Priorität zu genießen.

Grandke: "„Ich halte das Kriterium des Ministerpräsidenten, dass möglichst wenig Menschen zusätzlichen Lärm bekommen sollen für eine untragbare Vorstellung. Sie bedeutet in der Konsequenz Lärmkonzentration anstatt Lärmverteilung. Jedem Befürworter des Flughafenausbaus muss klar sein, dass mehr Flugbewegungen auch mehr Lärm bedeutet. Dieser zusätzliche Fluglärm darf aber auf keinen Fall denen zugemutet werden, die bereits jetzt übermäßig stark betroffen sind. Deshalb halte ich an meiner Position fest, dass seitens der Stadt Offenbach sowohl ein Ausbau im Schwanheimer als auch im Kelsterbacher Wald verhindert werden muss.“"

Dr. Reiner Geulen, Berliner Anwalt und juristischer Berater der Stadt Offenbach hält vor dem Hintergrund der Beeinträchtigungen der Offenbacher Bevölkerung eine solche Bahn ohnehin für nicht genehmigungsfähig.
Nur die Verteilung der Belastungen auf alle, die im Ballungsraum auch vom Flughafen profitieren mache nach Aussage von Grandke Sinn. Deshalb werde er im weiteren Verfahren darauf drängen, dass alle Varianten untersucht würden, die eine Erweiterung des Flughafens unter der Prämisse der Belastungsgerechtigkeit ermöglichen. Dabei dürfe es keine Einengung auf die im Mediationsbericht untersuchten Varianten geben.

Bereits in einer ersten Stellungnahme habe Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa dargelegt, dass der Zeitraum für die Entwicklung des Flugaufkommens mit 15 Jahren viel zu kurz gegriffen und eine Erweiterung mit der Prämisse der Verringerung von Fluglärm für die seither schon belasteten Regionen überhaupt nicht untersucht worden sei. Deshalb, so Granke, müsse eine langfristige Prognose über cirka 30 Jahre erstellt werden, in der alle Möglichkeiten eine Kapazitätserweiterung und Fragen der Verlagerung auf andere Verkehrsmittel sowie Kooperationen mit anderen Flughäfen berücksichtigt würden.

Grandke: "„Wenn das Schlagwort „Demokratisierung des Fluglärms“ und meine These von der Belastungsgerechtigkeit von dem einen oder anderen als St. Floriansprinzip bezeichnet wird, so kann man diesen Leuten immer nur entgegnen, dass es Arbeitsplätze, wirtschaftliches Wachstum und Lebensqualität nur im gegenseitigen Abwägungsprozess gibt. Es ist also gerade nicht St. Florian wenn ich fordere, daß die Stadt, die jetzt schon die höchsten Belastungen trägt, zukünftig nicht noch mehr drauf gesattelt bekommt, während unbelastete Gemeinden auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger Offenbachs den Rahm abschöpfen.“"