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27. April 2001: Als Taschenspielertrick bezeichnet Offenbachs Oberbürgermeister Gerhard Grandke die jüngste Ankündigung von Minister Posch, die nächtlichen Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen begrenzen zu wollen. Nach Aussage des Hessischen Verkehrsministers sollen zum Winterflugplan 2001/2002 die Flugbewegungen in der Zeit von 23 Uhr und 5 Uhr auf das Maß des Winterflugplanes 2000 / 2001 eingefroren werden.

Hinsichtlich des Sommerflugplanes 2002 müsse, so Posch, noch mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundesverkehersministerium abgestimmt werden, welche Kriterien für eine Lärmkontingentierung festgelegt werden. Zudem beabsichtigt die Landesregierung, das mit 100 Millionen Mark aufgelegte Schallschutzprogramm gebietsmäßig auszuweiten.

Auf Rückfrage beim Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung in Wiesbaden wurde bestätigt, dass in Offenbach lediglich "ein Viereck am südlichen Zipfel des Stadtgebietes" in den Genuss des Lärmschutzprogrammes komme. Demzufolge könnten, so der Sprecher des Verkehrsministers, gegebenenfalls die Umkleide- und Sanitärräume des Sportzentrums auf der Rosenhöhe mit Lärmschutzfenstern ausgestattet werden. Weder die Wohnhäuser auf der Rosenhöhe, noch die lärmgeplagten Bewohner des Lauterborngebietes, des Buchraingebietes, in Tempelsee und Bieber werden in die neue Regelung einbezogen.

Für Oberbürgermeister Gerhard Grandke ist dies ein weiterer Beweis, dass die Fluglärmbelastung über Offenbach und die Beeinträchtigung der Lebensverhältnisse insbesondere in den südlichen Stadtteilen von der Landesregierung ignoriert werden.

Grandke: "Die Ankündigungen des Verkehrsministers gleichen einem Possenspiel, bei dem man den Eindruck gewinnen muss, dass auf der Landkarte Kurven bewußt um Offenbach herum gezogen werden. Selbst die Fraport AG hat festgestellt, dass das Offenacher Lauterborngebiet bereits jetzt die größten Lärmmengen der gesamten Region trägt. Insofern ist es mir absolut unverständlich, dass hier keine lärmmindernden Maßnahmen bezuschusst werden sollen."

Was die Begrenzung der Nachtflüge anbetrifft, geht Grandke mit Minister Posch noch härter ins Gericht: "Die exorbitante Steigerung der nächtlichen Flugbewegungen von 10 000 im Jahr 1985 auf über nunmehr über 50 000 pro Jahr, soll auf höchstem Niveau eingefroren werden. Für die Sommerzeit ist mit einer weiteren Erhöhung zu rechnen, die dann als Grundlage für 2002 herangezogen wird. Es ist mir schleierhaft, wie der Minister in diesem Zusammenhang noch von einer Einschränkung sprechen kann."

Der Offenbacher Oberbürgermeister fordert die Hessische Landesregierung auf, umgehend ein weitgehendes Nachtflugverbot für die Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr zu erlassen und die von Fluglärm betroffenen Stadteile in das Lärmschutzprogramm einzubeziehen.