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27. Juni 2002: Die Stadt Offenbach am Main hat auf der heutigen Hauptversammlung der Fraport AG durch ihren Prozessbevollmächtigten, Rechtsanwalt Dr. Reiner Geulen (Berlin) erklärt, dass die Stadt Offenbach am Main die Entlastung des Vorstandes der Fraport ablehnt.

Gleich zu Beginn der Aussprache begründete Dr. Geulen als dritter Redner dies in einem längerem Redebeitrag insbesondere damit, dass der Vorstand durch sein verantwortungsloses juristisches Verhalten den Bestand des Flughafens gefährdet. Als einziger deutscher Großflughafen ist der Flughafen Frankfurt am Main in der Gesamtheit nie planfestgestellt worden. Seit über 20 Jahren wird der Flughafen aufgrund von Baugenehmigungen ohne die erforderliche luftverkehrsrechtliche Planfeststellung erweitert und ausgebaut. Aus diesem Grund sind vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof mehrere Klagen anhängig, die voraussichtlich noch in diesem Jahr entschieden werden.

Dr. Geulen begründete die Verweigerung der Entlastung des Vorstandes ferner damit, dass auch der geplante Ausbau des Flughafens verantwortungslos und juristisch dilettantisch geplant wird. Eine Entwicklung des Flughafens könne nur gesichert werden, wenn gleichzeitig die Lärmbelastung der Umgebungsbevölkerung deutlich reduziert wird. Dr. Geulen forderte in diesem Zusammenhang insbesondere nochmals eine weitestgehende Einführung von Nachtflugverboten, wie dies auch bei anderen Flughäfen (mit erheblich geringeren Belastungen für die Umgebungsbevölkerung) verbindlich geregelt sei.

Die Stadt Offenbach am Main hatte bei dem Börsengang der Fraport AG im vergangenen Jahr eine Aktie gekauft und ist infolgedessen Minderheitsaktionär. Sie macht auf der Hauptversammlung ihre Rechte als Minderheitsaktionär durch Fragen, Redebeiträge sowie die Verweigerung der Entlastung des Vorstandes geltend. Dr. Geulen tritt gleichzeitig auf für eine größere Zahl Offenbacher Bürger, die ebenfalls Minderheitsaktionäre sind.