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23. September 2002: Nicht akzeptabel ist nach Auffassung des Offenbacher Oberbürgermeisters, Gerhard Grandke, der Entwurf eines Rechtsgutachtens zum Nachtflugverbot, der im August den Mitgliedern des Regionalen Dialogforums vorgestellt wurde.

"Wir haben uns eingehend mit dem Gutachten beschäftigt", so Grandke, "und müssen feststellen, dass in diesem Papier zwar permanent die Rede von Nachtflugverbot ist, tatsächlich aber lediglich Nachtflugbeschränkungen gemeint sind. - Einmal mehr wird die Ausnahme zur Regel erklärt." Die Priviligierung bestimmter Flüge, beispielsweise von Ausbildungs- und Übungsflügen, könne seitens der Stadt Offenbach nicht nachvollzogen werden. Es sei absolut uneinsehbar, warum solche Flüge auch in den Nachtstunden stattfinden müssten.

Einen weiteren Kritikpunkt sieht Offenbachs Oberbürgermeister in der Schlampigkeit, mit der das Gutachten erstellt worden sei. So hätten die Gutachter hinsichtlich der von Offenbach beklagten Genehmigungslage des Flughafens wesentliche bauliche Maßnahmen schlichtweg vergessen. "Den Bau von 160 000 m² Rollwegen mit ungefähr 2 Millionen m³ Beton für mehr als 100 Flugzeugpositionen kann man nicht einfach unter den Tisch kehren", so Grandke.

Auch die Bedeutung der anderen 14 internationalen Flughäfen Deutschlands sei im Kontext der Einführung eines Nachtflugverbotes für Frankfurt nicht untersucht worden. Immer wieder versuche das Gutachten zu suggerieren, dass Rhein-Main der einzige deutsche Flughafen ist, der den internationalen Verpflichtungen im Luftverkehr nachkommen könne.

Abschließend betonte Grandke, dass das Regionale Dialogforum mit dem vorliegenden Gutachten der Einführung eines Nachtflugverbotes keinen Schritt näher gekommen sei. Wenn nicht noch entsprechende Nacharbeiten und Ergänzungen erfolgten, werde die Stadt Offenbach das Gutachten als nicht geeignet ablehnen.