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20. Mai 2003: Einem außerordentlich verdienstvollen Offenbacher Mitbürger, Herrn Severin Baron aus der Ottersfuhrstraße in Bieber-Waldhof, wird Oberbürgermeister Gerhard Grandke am kommenden Mittwoch den Ehrenbrief des Landes Hessen überreichen, der Herrn Baron vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehen worden ist.
Der 64-jährige gebürtige Oberschlesier ist Wahl-Offenbacher und wohnt, nach drei Jahren im Flüchtlings-Wohnheim in Offenbach-Bürgel, seit nunmehr 30 Jahren in Bieber-Waldhof. Stets an die Hilfsbereitschaft und Unterstützung bei seiner Aussiedlung von Polen in die Bundesrepublik zurückdenkend, kümmerte sich Herr Severin Baron schon bald um die Eingliederung von Aussiedlern, wo er seine selbstlose und aufopfernde Hilfsbereitschaft oft unter Beweis stellte.
Er stand den Aussiedlerfamilien in allen Fragen und Problemen zur Seite, half bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, bei Behördengängen und war eine stets zuverlässige Ansprechperson. Auch tat er vieles, um Brücken zu den Einheimischen zu schlagen und so die Eingliederung zu beschleunigen.
Die Landsmannschaft der Schlesier berief ihn in den Vorstand und auch der
Pfarrgemeinderat der katholischen Pfarrei Sankt Nikolaus bestimmte ihn als Verbindungsmann zwischen der Mutterpfarrei in Bieber und dem Ortsteil Waldhof. Hier hat er sich große Verdienste um den Aufbau des Gemeindezentrums St. Hildegard erworben.
Bereits in den frühen 80er Jahren half Herr Baron, die Not der Kinder und älteren Menschen im ehemaligen Oberschlesien zu mindern; er organisierte wirksam den Transport von Lebensmitteln, Bekleidung, medizinischen Hilfsmitteln und Geräten, wie z.B. Rollstühle und Medikamente. Viele Tonnen Hilfsgüter fanden so den Weg nach Polen zu den bedürftigen Menschen im ehemaligen Oberschlesien.
Die Stadt Offenbach a.M. hat ihm dafür bereits im Jahre 1989 durch die Verleihung der Bürgermedaille in Bronze gedankt.
Inzwischen sind 14 weitere Jahre vergangen und Herr Severin Baron hat seine gemeinnützige humanitäre Tätigkeit unbeirrt fortgesetzt.
Er kümmert sich ganztägig um das Gelände und Gebäude des IB-Treffs in Waldhof. Er kümmert sich um alles und achtet sehr auf das Umfeld. Ohne Anmaßung oder Belehrung hält er die Jugendlichen an, sich ordentlich zu benehmen und wirbt bei den Anwohnern um Verständnis. Allein diese präventive Tätigkeit hat sehr dazu beigetragen, dass Einbrüche, Beschädigungen und Verunreinigungen zurückgingen und weitgehend vermieden werden konnten.

Jugend-Ansammlungen im Waldhof, meist von Russland-Deutschen oder Jugendlichen aus arabischen Ländern, sorgten zuweilen für Unruhe, insbesondere auf dem Gelände des Waldhofer „"Ententeiches"“. Severin Baron ist auf diese Jugendlichen zugegangen, hat sich mit den Jugendlichen und ihren Problemen befasst, Streitigkeiten geschlichtet und so für einen erträglichen Zustand gesorgt. Zugleich hat er sich bei den Anwohnern für Verständnis für diese Jugendlichen eingesetzt.
Wenn im Stadtteil Waldhof von Zeit zu Zeit Feste gefeiert werden, so ist Severin Baron eine „"Bank"“, ein fester Bestandteil der Organisation. Er hilft tatkräftig mit und stellt kostenlos Wasser, Energie und andere Hilfen zur Verfügung. Seine Mitarbeit ist stets eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen eines Festes.
Die Bushaltestelle Ottersfuhrstraße gab in der Vergangenheit oft ein trauriges Bild ab. Sie liegt direkt vor dem Haus von Herrn Baron. Mit Ruhe und Vernunft hält er Wartende dazu an, keine Abfälle auf die Erde zu werfen oder die Haltestelle zu verschmutzen. Geschieht es doch, so reinigt er selbst und meldet Beschädigungen sofort an die OVB, damit wieder repariert wird.
Im „Arbeitskreis Waldhof“ ist Herr Severin Baron von Anfang an aktives Mitglied.
Hier bringt er seine Kenntnisse, seine Hilfsbereitschaft und seine langjährige Erfahrung mit ein.
Nicht nur für die im Waldhof wohnenden Schlesier, sondern auch für die übrigen Mitbürgerinnen und Mitbürger, ist Herr Baron zu einem lieben Nachbarn und zum Vertrauensmann geworden, dem viele ihre Probleme anvertrauen.
Oberbürgermeister Grandke sagt über ihn: "„Herr Severin Baron ist ein in jeder Hinsicht vorbildlicher Mitbürger, der ein sehr großes und weit gefächertes bürgerschaftliches und humanitäres Engagement zeigt, das für andere beispielhaft sein kann.“"
Durch die Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen ist dieses Engagement auch auf Landesebene gewürdigt und anerkannt worden.
Die Damen und Herren der Medien sind zu der kleinen Feierstunde am kommenden Mittwoch um 17.00 Uhr sehr herzlich eingeladen.