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29. Oktober 2003: Leben und Wohnen in Wohnprojekten heißt etwas Neues anfangen. Dass sich gerade auch ältere Menschen für gemeinschaftliches Wohnen engagieren, zeigt wie stark sich das Selbstverständnis der Älteren verändert hat.

Neu ist diese Wohnform nicht, neu daran ist, dass ältere Menschen es selbst in die Hand nehmen, wie sie wohnen und leben möchten, und ihre Ideen werden in zunehmendem Maße umgesetzt.

Immer mehr Menschen werden immer älter. Auch die Bedürfnisse, die in diesem Lebensabschnitt entstehen, haben sich verändert. Wohnen in der eigenen Wohnung, in der vertrauten Umgebung und mit den gewachsenen Kontakten, Selbstständigkeit und Selbstbestimmung bei gleichzeitiger Sicherheit haben heute oberste Priorität.

Darüber hinaus gibt es vor allem in der Vorruhestandsgeneration und bei den "Jungen Alten" den Trend, das eigene Alter zu planen, sich noch einmal neu zu orientieren und gemeinsam mit anderen (auch Jüngeren) - in unmittelbarer Nachbarschaft, aber in der eigenen Wohnung - in selbstorganisierten Wohnprojekten zu leben, bzw. sie aufzubauen. Auch in Offenbach tut sich etwas!

Mit einem Stadtverordnetenbeschluss wurde im Februar dieses Jahres der kommunale Altenplan für Offenbach und eine Umsetzungsliste mit entsprechenden Maßnahmen beschlossen.

Ein Ergebnis daraus war eine Informationsveranstaltung zu alternativen Wohnformen in Zusammenhang mit der Wanderausstellung „Zusammen Planen - Gemeinsam Wohnen“, die im Mai im Rathaus durchgeführt wurde. Die Resonanz war beeindruckend, über 50 Zuhörer/-innen nutzten diese Gelegenheit zur ersten Information über diese Wohnformen im Alter!

Der Wunsch nach weiterer Information wurde bekundet und Sozialamt und Volkshochschule haben daraufhin zu einem ersten Treffen für „ernsthaft Interessierte“ eingeladen, um eine Offenbacher Wohninitiative ins Leben zu rufen. 25 Männer und Frauen, Jung und Alt, haben sich gemeldet und bilden nun die „Keimzelle“ des Projekts „Gemeinsam Wohnen in Offenbach“. Eine vorübergehende Moderation wird durch die Sozialplanerin Heidi Weinrich und den Fachbereichsleiter der VHS, Klaus Engmann, übernommen.

Aber es liegt in der Natur dieser Sache, dass die Betroffenen möglichst bald das Ruder in die Hand nehmen, denn es soll ja nicht für sie, sondern durch sie geplant werden!

Das Moderatorenteam hat schon erste Kontakte mit Wohninitiativen und auch Wohnungsbaugesellschaften in der Region hergestellt, um den Prozess der Information und Meinungsbildung zu beschleunigen. „Viele Projekte haben rund ein Jahrzehnt gebraucht, um aus der Idee eine erfolgreiche Initiative werden zu lassen. Das wollen wir der Offenbacher Gruppe ersparen“, so die beiden Moderatoren.

Als sehr angenehm wird von den Beiden empfunden, dass es einen sehr breiten gesellschaftlichen Konsens gibt, diese Wohnformen zu fördern.

Aus der Sicht von Sozialdezernentin Birgit Simon stellen bedarfsgerechte, neue Wohnformen für Menschen im Alter in Zukunft eine wichtige Alternative sowohl zur Heimbetreuung als zum alleine Leben in den eigenen vier Wänden dar, die den Bedürfnissen der heute und zukünftigen Alten entspricht. Simon: „Ich bin deshalb froh darüber, dass wir die Umsetzung unseres Altenplanes in diesem Punkt nun zügig vorantreiben. Denn gegenseitige Unterstützung im Alter kann nicht nur Versorgungslücken der professionellen Dienste im sozialen Bereich ausgleichen, sondern trägt auch dazu bei, dass die Selbständigkeit der Lebensführung in einer Gemeinschaft lange erhalten bleiben kann.“
Doch zunächst gilt es die nächsten Hürden zu nehmen, die da wären
- als Gruppe auch menschlich zusammenzufinden
- Klarheit über die Wohnform zu finden, wollen Alt und Jung zusammenleben, soll gekauft oder gemietet werden?
- eine Rechtsform zu finden um gegenüber Bauträgern gleichwertiger Verhandlungspartner sein zu können.
Wer weitere Auskünfte zu diesem Thema wünscht, wende sich an

Heidi Weinrich, Tel. 069/8065-3296, e-mail: heidi.weinrichoffenbachde

oder Klaus Engmann, Tel. 069/8065-3148, e-mail: klaus.engmannoffenbachde