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13. November 2003: Die Fortbildungsangebote und die Qualifizierung der Beschäftigten innerhalb des Konzerns Offenbach werden künftig noch stärker koordiniert und vernetzt. Außerdem wird eine gemeinsame Stellenbörse zwischen der Stadtverwaltung und den einzelnen Gesellschaften eingerichtet, um Bewerbern, die von Umstrukturierungsmaßnahmen in einzelnen Unternehmensteilen betroffen sind einen Übergang in andere Bereiche zu ermöglichen. Dies sind erste Ergebnisse der konstituierenden Sitzung der Gesamtarbeitnehmervertretung des Konzerns "Stadt Offenbach". In diesem Gremium, das etwa zweimal im Jahr tagen wird, sollen künftig die strategischen Entscheidungen und Fragen, die von konzernweiter Bedeutung sind zwischen den Geschäftsführungen und den Personalräten im Vorfeld erörtert werden. Vorsitzender der Kommission ist Offenbachs Oberbürgermeister Gerhard Grandke.

Grandke und die Offenbacher Bezirksgeschäftsführerin der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Rosi Haus, sind die Initiatoren dieser Koordinierungsgruppe. Haus: "Die Stadt Offenbach hat sich auf die neuen Strukturen der Zukunft eingestellt. Bürgerservice, Dienstleistungen, Beratung, umfassende Absicherung und Unterstützungsleistungen für die Bürger/innen Offenbachs, dafür haben sich die Beschäftigten im „Konzern Stadt Offenbach“ professionalisiert. Strukturen wurden schlanker gemacht und eine Verzahnung zwischen den verschiedenen Offenbacher Bereichen, Betrieben und GmbHs aufgebaut. In einem sehr hohen Maß wurden Aufgaben auf privatwirtschaftlich organisierte Gesellschaften übertragen. In den kommenden Jahren werden sich diese Gesellschaften im Zuge der von der Europäischen Union beschlossenen Liberalisierung und Öffnung der Märkte neuen Herausforderungen stellen. Zielsetzung von ver.di ist zum einen, diesen Prozess für die Arbeitnehmer sozialverträglich zu gestalten. Andererseits ist es auch unter wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll, den Sachverstand aus der Belegschaft frühzeitig mit einzubeziehen. Der Schritt, einen Koordinierungsausschuss zwischen Geschäftsführungen und Arbeitnehmern zu konstituieren, ist innerhalb eines städtischen Konzerns in dieser Konstellation bislang einmalig in der Bundesrepublik".

Für Offenbachs OB Grandke ist die Beteiligung der Beschäftigten beim Umbau des Stadtkonzerns unverzichtbar. Grandke: "Wir haben in der Stadtverwaltung gute Erfahrungen mit der frühzeitigen Einbeziehung der Gewerkschaft ver.di und der Personalräte gemacht. In der sogenannten AG-Rahmen haben wir alle anstehenden Änderungen besprochen. Es ist so gelungen, ohne betriebsbedingte Kündigungen, eine leistungsfähige schlanke Verwaltung aufzubauen, die kunden- und serviceorientiert ist. Offenbach gibt weniger pro Einwohner an Personalkosten aus als fast alle vergleichbaren Städte in Deutschland. Gleichzeitig werden Leistungen schneller erbracht als in anderen Kommunen. Beispiele dafür sind die kurzen Baugenehmigungszeiten oder die kurze Wartedauer im Bürgerbüro. Dies ist gelungen", so Grandke, "weil wir mehr als andere Städte in die Fortbildung der Beschäftigten investiert haben".

In seinem Eingangsstatement würdigte der Oberbürgermeister besonders die wirtschaftliche Bedeutung des Konzerns Offenbach. Innerhalb Offenbachs seien Stadtverwaltung, Holding und die angeschlossenen Gesellschaften mit rund 5.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Offenbach, einer der größten Gewerbesteuerzahler und einer der größten Ausbildungsbetriebe. Der Konzern versorge die Menschen hier in Offenbach mit einer breiten Palette an Dienstleistungen von der Kraftfahrzeug-Zulassung bis zum Gewässerschutz, vom Kindergartenplatz bis zur ambulanten Pflege im Alter, von der Ausstellung von Reisedokumenten bis hin zur Baugenehmigung und Brandschutz. Grandke: "Die Menschen in unserer Stadt können auf eine leistungsfähige und engagierte Verwaltung vertrauen, die wirtschaftlich handelt und im Dienst der Bürgerinnen und Bürger steht". "Die Unternehmen der Holding", so der Geschäftsführer der gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO), Winfried Männche, "sind aber auch für die örtliche und regionale Wirtschaft ein Konjunkturmotor. Der Stadtkonzern vergibt in einem erheblichen Umfang Aufträge an das lokale Handwerk und Gewerbe".

Für den Sprecher der Geschäftsleitung der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) ist eine offene Informationspolitik eine unverzichtbare Voraussetzung um Beschäftigte und Arbeitnehmervertretung in den derzeitigen Restrukturierungsprozess einzubinden. Die Geschäftsführung der SOH unterstütze deshalb nachdrücklich die Bildung einer Gesamtarbeitnehmervertretung als Informationsinstrument. Böger: "In den Unternehmen der Stadtwerkeholding sind tiefgreifende Veränderungen notwendig, um am Markt zu bestehen und so die Arbeitsplätze zu sichern. Unser erklärtes Ziel ist es, unsere Position als Dienstleister Nummer eins in Offenbach zu festigen und auszubauen. Wir wollen den Menschen dieser Stadt unsere meist öffentlichen Güter kostengünstig und mit hoher Qualität anbieten".