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21. Juli 2003: Am 14.08.2002 wurde der neue Jugendtreff für Kids, Jugendliche und junge Erwachsene, der zentral zwischen Bürgel und Rumpenheim auf dem Gelände der ebenfalls neuen Ernst-Reuter-Schule liegt, eröffnet. Das erste Jahr des Bestehens ist fast vorbei, Zeit für die MitarbeiterInnen der Einrichtung, eine erste Bilanz zu ziehen.
Das Team des Jugendtreff – einer Einrichtung des Jugendamtes Offenbach, besteht aus den SozialarbeiterInnen Biggi Istl, Karima Spitzner, Nervet Selcuk, Sigi Egerer, Rolf Scherer sowie drei Honorarkräften. Ziel des Jugendamtes ist es, einen für Kids, Jugendliche und junge Erwachsene aus der Region attraktiven Treff mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten zu schaffen und Kids und Jugendlichen bei Fragen, Problemen und Krisen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
In der Bilanzierung des vergangenen Jahres blickt das Jugendamt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es gelungen ist, die Besucherinnen und Besucher dauerhaft an der Entwicklung des Jugendtreffs zu beteiligen.

Beteiligungsprinzip:
Bereits vor der Eröffnung wurde in Workshops mit SchülerInnen der Ernst-Reuter-Schule das Konzept sowie Angebote, Öffnungszeiten sowie Hausregeln erarbeitet. Die Beteiligung der BesucherInnen bei der Gestaltung der Einrichtung bleibt nicht nur in der Eröffnungsphase ein zentrales Prinzip der Jugendarbeit.
Während der regelmäßigen Vollversammlungen, sogenannte „JUZ-PALAVER“, können alle Beteiligten ihre Meinung sagen, beziehen Stellung zu aus ihrer Sicht negativen bzw. positiven Entwicklungen in der Einrichtung, diskutieren mit den SozialarbeiterInnen über Veränderungen bei Regeln, Öffnungszeiten sowie Programmschwerpunkten.
Sie wählen aus ihren Reihen ihre Juz-Sprecherinnen und Juz-Sprecher (jeweils eine Person für Kids und Jugendliche), die die Interessen der BesucherInnen vertreten und in für die Einrichtung wichtige Entscheidungen einbezogen werden.
Dies ist gelebte Partizipation, die mit Sicherheit auch ein Grund dafür ist, dass in dieser Einrichtung kaum Probleme mit Gewalt oder Vandalismus auftreten ((jeweils ein Vorfall innerhalb eines Jahres ).
Öffnungszeiten, Angebotspalette:
Der Jugendtreff ist von montags bis freitags und auch sonntags in der Zeit von 15.30 – 20.00 Uhr geöffnet. Bei bestimmten Angeboten wie Filmabende, Discos, Mitternachtssport verschieben sich die Öffnungszeiten in den Abend/die Nacht hinein. Der Mädchentag findet 14-tägig in der Zeit von 14.00 – 19.00 Uhr statt. Dort können Mädchen an Beratungsterminen teilnehmen ( Pro Familia, Farb- und Stilberatung, Bauchtanzkurs, etc.) oder in Ruhe Billard, Kicker spielen oder an speziellen Ausflügen teilnehmen.
Darüber hinaus hat die Einrichtung neben dem Cafebetrieb, der für alle offen ist, weitere inhaltliche Schwerpunkte wie zeitlich befristete Projekte, für die man sich anmelden muss.
Im vergangenen Jahr wurden folgende Projekte durchgeführt:
Graffiti – Projekt: Jugendliche gestalteten den Treppenaufgang zum Juz mit Motiven aus Bereichen des Sports sowie aus Walt Disneys Dschungelbuch
- Interkulturelles Projekt zum Thema „40 Jahre Migration in Offenbach“ mit SchülerInnen der ERS
- verschiedene Bastelprojekte, in denen diverse Schmuckspiegel und Schmuck für den Eigengebrauch sowie eine große beleuchtete Wandsonnenuhr für den
Mädchenraum hergestellt wurden

Zielgruppen, Besucherzahlen, Ausweissystem:
Der „Jugendtreff Bürgel-Rumpenheim“ ist ein regionaler Jugendtreff für Jugendliche aus Bürgel, Rumpenheim, Waldheim und Eschig . Zielgruppen sind insbesondere Schülerinnen und Schüler der ERS ab 12 Jahren sowie Kids und Jugendliche, die in der Hans-Böckler-Siedlung leben. Der Besucherstamm setzt sich zu mehr als 80 % aus diesen beiden Zielgruppen zusammen.
In den Anfangsmonaten kamen täglich bis zu 100 Kids und Jugendliche aus dem ganzen Stadtgebiet in die Einrichtung. Nach ersten „Abnutzungserscheinungen“ pegelte sich der Besucherstrom auf die Größenordnung von täglich ca. 40 Jungs und Mädchen ein (Verhältnis heute etwa 50/50) und entspricht dem angestrebten Ziel sowie der Einrichtungskapazität. Um die anfänglichen Besucherströme besser zu steuern und die Anonymität aufzubrechen, führten die MitarbeiterInnen ein Ausweissystem ein.
Inzwischen wurden ca. 350 Ausweise ausgestellt, denn der Besitz eines Ausweises ermöglicht auch eine vereinfachte Ausleihe von diversen Brettspielen bis hin zu Billard, Kicker, Elektro-Dart und PC-Nutzung mit Internetzugang. Der Besuch der Discoveranstaltungen kostet mit Ausweis nur die Hälfte.
Der Ausweis signalisiert jedoch auch die Zugehörigkeit zum Haus und fördert die Identifizierung mit der Einrichtung.
Raumnutzung:
Cafe, aber vor allem PC- und Spieleraum werden während der Öffnungszeiten ständig genutzt. Aufgrund der klaren Regelung
- bis 17.30 Uhr haben Kids Vorrang
- ab 17.30 Uhr sind die Jugendlichen dran
gibt es bisher keine Probleme bei der Belegung. Die beiden anderen Gruppenräume können mittels des Ausweises für einen Zeitraum von 30 Minuten gemietet werden, um beispielsweise in Ruhe eine bestimmte CD zu hören oder miteinander zu reden, etc.
Kooperation mit der Ernst-Reuter-Schule:
Integraler Bestandteil des Konzeptes ist eine enge Kooperation zwischen Jugendeinrichtung und Schule. Beispiele der Kooperation sind Graffitis, die während einer schulischen Projektwoche entstanden sind und das Treppenhaus des Jugendtreffs schmücken oder das Migrationsprojekt, das während einer schulischen Projektwoche in der Schule und im Jugendtreff durchgeführt wurde.
Kooperationsthema ist auch die Unterstützung bei der Berufsorientierung der Schulabgangsklassen der Ernst-Reuter-Schule. Beim Programm „Bosse als Lehrer“ kooperieren die Wirtschaftsjunioren mit der Schule sowie mit dem Jugendamt.
Ein weiteres Kooperationsfeld ist die Unterstützung beim Ausbau der Ganztagsbetreuung an der ERS mit verschiedenen Projekten im Sportbereich und der Selbstverteidigung.
Für die Jugendarbeit in der Region Ost wird auch in nächster Zeit ein Schwerpunkt der Arbeit in der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe liegen. Die Unterstützung bei Ganztagsbetreuungsangeboten entspricht damit der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion zu Betreuungsangeboten sowie Ganztagsschulentwicklungen.