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06. Dezember 2004: Aus der Hand von Oberbürgermeister Gerhard Grandke erhielt der frühere Präsident des Amtsgerichts Offenbach, Herr Wilhelm Uhl (Jahrgang 1938), am Freitag, 03. Dezember, die Bürgermedaille in Silber der Stadt Offenbach. Wilhelm Uhl hat sich über einen langen Zeitraum hinweg durch die Wahrnehmung großer ehrenamtlicher Aufgaben bleibende Verdienste der Stadt erworben.

Herr Wilhelm Uhl ist ein Mitbürger, der sich für die Stadt Offenbach engagiert und in einer Reihe von Fällen selbst gespürt hat, dass sein Rat sowie sein Wissen und Können hilfreich wäre.

In bewegten Zeiten der Offenbacher Volkshochschule hat Wilhelm Uhl, dem die Erwachsenenbildung besonders am Herzen liegt, ein Vorstandsamt im Verein der Vhs übernommen. Von 1984 bis 1986 war er stellvertretender Vorsitzender. Er hat sich in dieser Zeit sehr stark eingesetzt und verhalf der Vhs und den dort Beschäftigten zu einer geregelten und aussichtsreichen Zukunft.

Im Jahr 1993 übernahm Herr Uhl aus eigenem Entschluss den Vorsitz der Arbeiterwohlfahrt Offenbach, die sich damals in einer sehr schwierigen Situation befand. Mit viel Geschick, Überblick und Sensibilität, verbunden mit einem enormen Arbeitseinsatz, hat er den Verein wieder in ruhiges und sicheres Fahrwasser manövriert und damit wesentlich dazu beigetragen, dass die AWO ihre Arbeit fortsetzen konnte. Er hat erkannt, dass Institutionen, die heute noch nach Vereinsrecht geführt werden und gleichzeitig (mit der beschützenden Werkstätte und anderen Einrichtungen) einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe haben, oft überfordert sind. Professionelles Management war vor allem dort gefragt, wo die ehrenamtlichen Kräfte nicht weiter kamen. Hier hat sich Wilhelm Uhl als Krisenmanager ausgezeichnet bewährt.

Der Evangelische Kirchengemeindeverband suchte im Jahr 2001 einen Nachfolger für den langjährigen ehrenamtlichen Vorsitzenden Magistratsdirektor a.D. Karl Faß. Der Vorsitz des Evangelischen Kirchengemeindeverbandes ist eines der größten Ehrenämter, die es in der Stadt gibt. Der Inhaber ist unter anderem Personal- und Verwaltungs-Chef aller Bediensteten in den Evangelischen Kirchengemeinden, Kindergärten und sozialen Einrichtungen.
Herr Uhl übernahm den Evangelischen Kirchengemeindeverband in einer sehr schwierigen Phase. Hohe Einnahmeverluste aus der Kirchensteuer zwangen zu drastischen Einsparungs- und Strukturveränderungs-Maßnahmen, für die Überzeugungsarbeit geleistet und angemessene Schritte veranlasst werden mussten. Auch hier hat sich Wilhelm Uhl bereits bedeutende Verdienste erworben.

Eine relativ neue Einrichtung, der „Förderverein sicheres Offenbach“, suchte und fand in Herrn Uhl einen idealen Vorsitzenden. Dieser Förderverein, dem eine Reihe kompetenter Persönlichkeiten angehören, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Präventionsmaßnahmen in vielen Formen zu entwickeln, auf den Weg zu bringen und durch Spenden und Sponsoren zu finanzieren. Hier wird versucht, eine große Aufgabe zu erfüllen, ohne gleich nach dem Geld der Stadt zu fragen. Orientiert an der aktuellen Lage der Stadt und in enger Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister werden sinnvolle, präventive Maßnahmen organisiert und finanziert.
Zwei kleine Beispiele: Die Sicherstellung der Weiterführung der Hausaufgabenhilfe im Lauterborn, die durch die Streichung der Landeszuschüsse gefährdet war.
Neuestes Projekt ist das so genannte Bürgeralarmsystem, das ab Januar 2005 anlaufen soll. Bürger arbeiten mit der Stadt und der Polizei zusammen und sorgen für mehr Vorbeugung und Sicherheit. Ob beispielsweise ein Kind entlaufen ist oder eine Einbrecherbande ein Wohnviertel unsicher macht – über ein Alarmsystem werden Bürger benachrichtigt, können sich darauf einrichten und sich gegenseitig helfen.

Und schließlich kommt zu den ehrenamtlichen Verdiensten noch ein weiterer Punkt hinzu, der normalerweise kein Grund für eine öffentliche Ehrung wäre: die hervorragende Wahrnehmung seiner beruflichen Aufgaben.
Wilhelm Uhl hat sein Amt als Präsident des Amtsgerichts, aber auch vorher schon als Richter immer im Einklang mit unserer Stadt und ihren Menschen wahrgenommen.
Ein sehr gutes und vertrauensvolles Klima bestimmte die Zusammenarbeit zwischen Justiz und der Stadtverwaltung, aber auch mit den Anwälten, die seine faire und sachliche Amtsführung heute noch loben. Eine gute Portion Menschlichkeit schwang bei der Amtsführung Wilhelm Uhls stets mit.

Darüber hinaus hat er das Amtsgericht in seiner Zeit durch großes Organisationstalent und Führungsqualitäten gründlich modernisiert, unter anderem durch die verstärkte Einführung der Computer-Technik. Mit seiner Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft hat er die entscheidenden Weichen beim Ministerium für den schon bald fertig gestellten Neubau des Offenbacher Justizzentrums gestellt.

Bei vielen anderen ehrenamtlichen Gelegenheiten konnte auf Wilhelm Uhl gezählt werden. Er unterstützte auch seine Gattin Heide Uhl in ihrer ehrenamtlichen Arbeit mit dem Deutsch-Französischen Stammtisch und in der Volkshochschule. Frau Uhl, die ihren Mann ebenfalls in seinen gemeinschaftsdienlichen Aufgaben unterstützt, wurde für ihre Verdienste im Jahre 1993 mit der Bürgermedaille in Bronze ausgezeichnet.
Die Städtische Ehrungskommission hat dieses langjährige, umfangreiche und sehr erfolgreiche ehrenamtliche Wirken von Herrn Wilhelm Uhl zum Anlass genommen, ihm mit der Verleihung der Bürgermedaille in Silber großen Dank und Anerkennung auszusprechen.