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23. Januar 2004: Herr Gerd Nathan und Herr Addy Wehner sind zwei echte Offenbacher, die sich durch ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit um unsere Stadt und die Mitbürger und Mitbürgerinnen große und bleibende Verdienste erworben haben.

Oberbürgermeister Gerhard Grandke wird Herrn Nathan den Ehrenbrief des Landes Hessen und Herrn Wehner die Bürgermedaille in Bronze der Stadt Offenbach a.M. aushändigen. Gerd Nathan, Jahrgang 1942, ist in Offenbach geboren und zur Schule gegangen, hat anschließend bei der Firma Gold-Pfeil eine Ausbildung zum Feintäschner absolviert und wechselte 1973 – bis zur Schließung des Werkes Offenbach – als kaufmännischer Angestellter zur Firma Rowenta.
Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten begannen bereits sehr früh, noch in der Ausbildung, wo er, auch als Mitglied der Gewerkschaft Leder, die es damals noch gab, nicht nur im dortigen Ortsjugendausschuss mitarbeitete, sondern auch in der Jugendvertretung der Firma Gold-Pfeil sehr aktiv war.

Bei Rowenta war Herr Nathan u.a. auch als Sicherheitsbeauftragter für den unfallfreien Ablauf der Produktionsprozesse und für die Arbeitssicherheit ehrenamtlich tätig.

Er engagierte sich in der Erich-Kästner-Schule, zunächst als Klassen-Elternbeirat und war später einige Jahre Vorsitzender des Schul-Elternbeirates.
Ferner war er Mitglied des Stadtelternbeirates und der Erwachsenenbildungs-Kommission, einem Beratungsgremium, welches damals noch durch das Volkshochschulgesetz vorgeschrieben war.
Das Amt des Klassen-Elternbeirates und des Elternbeiratsvorsitzenden hat Gerd Nathan dann noch einmal, diesmal in der Edith-Stein-Schule, von 1978 bis 1984 wahrgenommen.

Von 1988 bis 1996 war er dann Vizepräsident Sport im Fechtclub Offenbach von 1863, in dem seine Tochter Nicole-Corinna heute im Leistungssport aktiv ist.
Am bekanntesten dürfte Gerd Nathan aber allen Offenbachern als Vorsitzender der Offenbacher Verkehrswacht geworden sein, wo er schon seit 1970 aktiv war. Zunächst arbeitete er im Arbeitskreis der Verkehrswacht für Stadt und Kreis Offenbach mit und begleitete in diesem wichtigen und weit gefächerten Aufgabenkreis verschiedene Ehrenämter. Er hat bei unzähligen Veranstaltungen und Lehrgängen mitgewirkt und diese organisiert und so auch ganz sicher mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland, die noch vor 30 Jahren erschreckend hoch lag, trotz zunehmender Verkehrsdichte auf fast ¼ der damaligen Zahlen reduziert werden konnte.

Es konnte nicht ausbleiben, dass man einen Mann mit so viel Engagement und Erfahrung auch an die Spitze dieser Organisation wählte. Seit dem Jahr 2000 ist Gerd Nathan Vorsitzender der Verkehrswacht für Stadt und Kreis Offenbach.

Er hat diese Organisation in lobenswerter Weise mit aufgebaut und auf ihren heutigen hohen Stand gebracht.

Viele Offenbacherinnen und Offenbacher, vor auch allem die im schulpflichtigen Alter, kennen ihn seit 8 Jahren auch als Moderator für die Gurtschlitten Sicherheitsvorführungen der Landesverkehrswacht Hessen, zum Beispiel auf unserem Mainuferfest. Der Hessische Ministerpräsident hat dieses umfangreiche und langjährige Engagement für die Gemeinschaft nunmehr mit der Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen gewürdigt und anerkannt.

Nun zu Herrn Adolf Wehner, der in unserer Stadt nur als Addy Wehner bekannt ist. Auch bei ihm begann die ehrenamtliche Arbeit schon sehr früh. Er war Gründungsmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied des ASV Siegfried, wo er viele Jahre aktiv und sehr erfolgreich gerungen hat. Sein größter Erfolg war die Hessenmeisterschaft im Jahr 1957 (mit 14 J.).
Sein Verein sah ihn über 30 Jahre lang als ehrenamtlichen Trainer und Jugendbetreuer. Für den ASV Siegfried hat er außerordentlich viel Freizeit und private Mittel investiert, was schließlich auch zu entsprechenden sportlichen Erfolgen führte.

Viele Jahre lang war Herr Wehner außerdem Vorsitzender der Sportfreunde Offenbach, einem Verein, der in dieser Form heute allerdings nicht mehr existiert.
Seit Jahrzehnten ist Addy Wehner im Vorstand des VFB (Verein für Ballspiele) und in diesem Verein vor allem für die Veranstaltungen zuständig. Bereits in dieser Funktion lässt er seine durch und durch gemeinschaftsdienliche Einstellung spüren, denn viele der von ihm veranstalteten Feste, Turniere usw. hatten einen wohltätigen Zweck oder Hintergrund.
Seit über 20 Jahren ist Addy Wehner im Vorstand der Taxifunk e.G.,  zunächst 1. Vorsitzender, später Leiter der Taxizentrale der Taxifunk Offenbach e.G. Über 10 Jahre lang hat er diese Funktion sogar ehrenamtlich wahrgenommen.

Was ihn dabei besonders auszeichnet ist, dass er das Taxi-Gewerbe stets als eine der Visitenkarten seiner Heimatstadt betrachtet und er achtet sehr darauf, dass Ruf und Qualität der Dienstleistung gewahrt werden. Für viele Fremde ist schließlich der Taxifahrer der erste Kontakt, wenn er in eine Stadt kommt.
Addy Wehner geht allen Beschwerden persönlich nach und sorgt so für die Kundenzufriedenheit, zuweilen aber auch für den Schutz zu Unrecht kritisierter Fahrer, auch das kommt vor.

Die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und der Polizei ist für ihn selbstverständlich und so konnte über ihn und über das Taxi-Gewerbe schon häufig bei der Aufdeckung oder Verhinderung von Straftaten geholfen werden. 1974 hat er sogar einmal bei einem Tankstellen-Überfall einem Menschen das Leben gerettet.

Im Jahr 1980 wurde er von den Lesern der Offenbach-Post zum freundlichsten Taxifahrer Offenbachs gewählt.
Auch mit der Taxifunk e.G. hat er schon eine Reihe von gemeinnützigen Veranstaltungen durchgeführt. Herausragend und unvergessen war so z.B. der kostenlose Transport aller gehfähigen Patienten beim Krankenhaus-Brand im Jahre 1981. Das war seinerzeit eine Entscheidung von Herrn Addy Wehner in der Taxi-Zentrale, die der Einsatzleitung des Katastrophenschutzes damals eine große Sorge abgenommen hat.

Schließlich ist Herr Wehner seit vielen Jahren ein kompetentes Mitglied der Verkehrskommission des Magistrats und hier ein wertvoller Berater aus der Praxis.

Von seiner Persönlichkeit her könnte man Addy Wehner schon fast als ein Offenbacher Original bezeichnen, rauhe Schale und guter, weicher Kern, sehr engagiert, besonders auch für Kinder.

Nicht unerwähnt soll auch bleiben, dass Addy Wehner einer der engagiertesten Kickers-Fans überhaupt ist. Er hat für den Erhalt des OFC schon vieles getan und organisiert. Alle Kickers-Ergebnisse, auch Zwischenstände, werden als Service, der nicht mehr wegzudenken ist, sofort per PC auf das Display im Taxi überspielt, so dass Fahrer und Fahrgäste ständig über die Kickersspiele auf dem aktuellen Stand sind. Das ist einmalig in Deutschland!

Wir sehen in ihm einen echten engagierten Offenbacher, der sich nicht nur rückhaltlos zu seiner Heimatstadt bekennt, sondern sie auch in jeder Weise verteidigt. Vielen Fahrgästen hat er so schon die schönen Seiten Offenbachs vorgeführt.
Insgesamt ist hier bei Herrn Addy Wehner ein umfangreiches bürgerschaftliches Engagement zu bilanzieren, welches als vorbildlich gelten darf.
Es zeigt u.a. auch, dass gemeinschaftsdienliche Arbeit nicht immer in gewählten Positionen erfolgen muss, sondern Bürger auch ohne besondere Aufforderung da helfen und sich einsetzen, wo es nötig ist.

Die für städtische Ehrungen zuständige Kommission hat Herrn Wehner daher als Dank und Anerkennung die Bürgermedaillie in Bronze der Stadt Offenbach a.M. verliehen.