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06. Mai 2004: Die meisten Politiker in der Region hatten die Begründung zum Urteil des Staatsgerichtshofs in Sachen Ballungsraumgesetz noch kaum fertig gelesen, als der Landrat des Hochtaunuskreises, Jürgen Banzer, und der Offenbacher Oberbürgermeister Gerhard Grandke, die Ankündigung des Landrats, neue Initiativen zur Strukturierung der Region zu starten, in die Tat umsetzten.

Gemeinsam schlagen sie die Gründung einer "Standortmarketing Frankfurt RheinMain GmbH" vor. Die Gesellschaft wäre für die Gesamtregion auch der Ansprechpartner bei der EU und im Ausland.

"Um künftigen Anforderungen an einen der führenden und chancenreichsten europäischen Ballungsräume zu genügen, muß innerhalb der Region eine neue Form der Zusammenarbeit gefunden werden, ohne jedoch die kommunale Selbständigkeit der einzelnen Gebietskörperschaften anzutasten", begründen der Hochtaunus-Landrat und der Offenbacher Oberbürgermeister ihre Initiative. "Was der Region RheinMain jedoch bislang fehlt, ist ein Rahmen, um gemeinsame Interessen und Aufgaben kooperativ lösen und Synergien nutzen zu können", bedauern die beiden Politiker.
Deshalb ihre Forderungen:

• -Bei Wahrung der Struktur muß die Region nach außen geschlossen auftreten. Die lokalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften sollen aber weiterhin als operative Ebene vor Ort agieren können.
• -Die Vermarktung muß gebündelt organisiert werden.
• Die Region muß als Einheit schlagkräftig auftreten, um Unternehmen oder hochqualifizierte Arbeitskräfte werben zu können.
• -Kein Partner majorisiert in der neuen Standortmarketing Frankfurt RheinMain GmbH.

Nur so könnten Synergien genutzt und eine den Anforderungen der Zukunft genügende Struktur geschaffen werden. Mit der Standortmarketing Frankfurt RheinMain GmbH würde auch die in Wirtschaftskreisen seit langem erhobene Forderung verwirklicht, die Region möge mit einer Stimme sprechen.

Die Standortmarketing Frankfurt RheinMain GmbH solle dabei keineswegs den fruchtbaren Wettbewerb der verschiedenen Wirtschaftsförderungsgesellschaften in den einzelnen Städten behindern oder gar unterbinden. Dieser Wettbewerb werde weiter dringend gewünscht. Standortmarketing vermittele vielmehr die Leistungsfähigkeit der Region nach außen, national, EU-weit. Die Standortmarketing Frankfurt RheinMain GmbH stellt das Profil der Region dar, zu dem viele einzelne Institutionen ihren Beitrag leisten – und könnte so auch zu einem "Leitbild" der Region beitragen, hoffen der Landrat und der OB.

Die Wirklichkeit in der RheinMain-Region sieht heute aber noch ganz anders aus. Im Bereich Stanortmarketing werden zur Zeit die überregionalen Aufgaben der Region von den verschiedensten Organisationen und Initiativen wahrgenommen:
* Wirtschaftsinitiative Metropolitana Frankfurt RheinMain (Unternehmen)
* Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH
* Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Städte in der Region
* Wirtschaftsförderungsverein Region Frankfurt RheinMain e.V. (Geschäftsstelle Planungsverband Frankfurt)
* Arbeitskreis Wirtschaftsförderung bei der Regionalkonferenz (Unterarbeitskreis Clearingstelle, befaßt sich mit Kompetenzzentren)
* Investitionsbank Hessen (IBH Hessen)
* IHK-Forum RheinMain (Zusammenschluß der RheinMain- Kammern)

Landrat Jürgen Banzer und Oberbürgermeister Gerhard Grandke schlagen als Gesellschafter der Standortmarketing Frankfurt RheinMain GmbH vor: Die neu gegründete Landeswirtschaftsförderung Hessen, die Hessenagentur, das IIHK-Forum/dieWirtschaftsinitiative Metropolitana Frankfurt RheinMain, die Wirtschaftsförderung Frankfurt, die Mitglieder des Rates der Region, die Wirtschaftsförderung Region Frankfurt RheinMain e.V., den Planungsverband, sowie die Städte Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt, Mainz und Aschaffenburg.

Ein Wirtschaftsrat, dem unter anderem Universitäten, Fachhochschulen, Handwerkskammern angehören sollen, steht der Gesellschaft beratend zur Seite.