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29. November 2006: Ein aus Messing gefertigtes Generalmaß mit umfangreichen, französischsprachig gravierten Widmungen auf Graf Johann Philipp, der als isenburgischer Regent in den Jahren 1685 bis 1718 über Offenbach regierte, und auf dessen Ehefrau, geziert mit den beiden Wappen des fürstlichen Paares, konnte vom Haus der Stadtgeschichte für die Stadt Offenbach erworben werden.

Als signierte Arbeit von André Löber im Residenzort Offenbach hergestellt, entstand der Maßstab laut der ersten, den Grafen betreffenden Widmungsinschrift im Juli 1699. Der Regent schenkte den aufwendig gestalteten Gegenstand den Einwohnern seines Landes laut dieser Inschrift zur Festlegung der Maße.

Der Gegenstand versinnbildlicht wie kein anderer den Reformwillen des Grafen Johann Philipp. In dessen Epoche wurden die Fundamente der späteren Stadtwerdung Offenbachs gelegt, beispielsweise durch die Anlage neuer Straßen oder den Zuzug von Handwerkern und Kaufleuten. Es handelt sich bei diesem Generalmaß somit um ein Unikat, dessen Bedeutung für die spätere Entwicklung Offenbachs nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Zugleich wird mit jener Maßgebung eine der wichtigsten Epochen der Offenbacher Geschichte dokumentierbar: der Übergang vom Ort zur späteren Stadt. Im Jahr 1699 zählte der Ort etwa 600 Menschen, ein Jahrhundert später bereits die zehnfache Zahl.

Den Grafen Johann Philipp unmittelbar betreffende Exponate waren bislang nicht in städtischem Besitz vorhanden.
Oberbürgermeister und Kulturdezernent Horst Schneider nennt den Ankauf "einen Jahrhundertfund, der die Gesetzgebung einer entscheidenden Phase der isenburgischen Herrschaft illustriert."

Hinweis für die Presse: Das Generalmaß kann jederzeit im Haus der Stadtgeschichte eingesehen oder photographiert werden. Ansprechpartner: Leiter des Museums, Jürgen Eichenauer, Tel: 069 - 8065 - 2046.