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07. September 2007: Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-48) lässt sich eine Reihe von etwa 400 Edelmetallhandwerkern in Offenbach am Main nachweisen. Dabei gab es Zuwanderungen aus fast allen Gegenden Deutschlands und Europas nach Offenbach. Ein wichtiger Anziehungspunkt war die Frankfurter Messe, zu der jeder Auswärtige mit Waren handeln konnte; vorausgesetzt, er erfüllte die dortigen Vorschriften zum Feingehalt der Edelmetalle. Die Gold- und Silberschmiede, die sich dauerhaft in Offenbach niederließen, waren zumeist Lutheraner und zählen teilweise zu den Begründern der Evangelischen Stadtkirchengemeinde.

In deren Kirchensilber befindet sich beispielsweise ein Kelch von Friedrich Justus Dietz, um 1845/50 geschaffen, ebenso eine Kanne von Johann Heinrich Dietz, um 1810. Die Silberschmiedfamilie Dietz war aus Spitzkunnersdorf bei Zittau in der Lausitz nach Offenbach zugewandert und stellte im 19. Jahrhundert hochrangige Meister der hiesigen Gold- und Silberverarbeitung, aber auch als Elfenbeinschnitzer waren Familienmitglieder tätig.

Ein Silberbecher – Höhe 7,9 cm; Durchmesser 8,2 cm – des oben genannten Silberschmieds Friedrich Justus Dietz, geboren am 2. Oktober 1811 in Offenbach, gestorben am 22. Juli 1895 in Frankfurt (begraben in Offenbach), konnte nun aus Hanauer Privatbesitz für das Haus der Stadtgeschichte erworben werden.
Der Becher zeigt die Punzierung "JD" als 1845 bis 1860 verwendetes Meisterzeichen, außerdem das Lötigkeitszeichen "13" als Angabe des Silberfeingehalts. Werke von Friedrich Justus Dietz waren in der Sammlung des Hauses der Stadtgeschichte bislang nicht vorhanden. Der Neuankauf stellt eine wichtige Bereicherung der Silbersammlung der Stadt Offenbach dar.

Hinweis für die Presse: Der erworbene Silberbecher kann nach Terminanmeldung jederzeit im Haus der Stadtgeschichte photographiert werden.