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30. Januar 2007: Im Osten der Stadt Offenbach findet sich entlang der Bieber eine besonders reich gegliederte Wiesenaue, die sich vom Hofgut Paterhausen in Heusenstamm bis zur Mündung der Bieber in die Rodau in Mühlheim erstreckt.

Dieser Feuchtwiesenbereich ist ein wertvoller Lebensraum für Wiesenvögel, Libellen, Schmetterlinge und Heuschrecken, Gelbe Schwertlilie, Blutweiderich und das Breitblättrige Knabenkraut, der in den letzten Jahren zunehmend durch Wildwuchs belastet und fast völlig verschwunden war.

Damit hier die alte Funktion für seltene Tier- und Pflanzenarten und auch als Kaltluftentstehungsgebiet mit hoher Bedeutung für das Stadtklima wieder hergestellt wird, sollte zunächst auf einer Fläche von rund 3.000 m² damit begonnen werden, die Gehölze wie Schwarzerle, Weiden und Eichen zu entfernen, um  eine flächenhafte extensive Grünlandnutzung zu ermöglichen.
Dieses Naturschutzprojekt erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Umwelt, Energie und Mobilität  - Untere Naturschutzbehörde - der Stadt Offenbach, dem Amt für den ländlichen Raum Bad Homburg und der Naturlandstiftung Hessen. Die Finanzierung erfolgte gänzlich aus Mitteln der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe.

Bäche durchziehen unsere Landschaften als natürliche Lebensadern. Mit ihren Auen, die durch die natürliche Dynamik des strömenden Wassers immer wieder erneuert und umgestaltet werden, bieten sie vielfältige Lebensbereiche für Tiere und Pflanzen. Begünstigt durch  gute Wasserversorgung und den natürlichen Nährstoffreichtum der Aueböden entstand durch Jahrhunderte lange landwirtschaftliche Nutzung entlang der Bachläufe eine der ältesten Formen mitteleuropäischer Kulturlandschaften, die artenreiche Wiesenaue mit Mähwiesen und Weiden.

Der Rückgang der Landwirtschaft in unserem Gebiet hat zur teilweisen Aufgabe der Wiesennutzung geführt. So kam es zum Beispiel auf den Wiesen östlich der Käsmühle zur Sukzession, d. h., die Wiesen sind nach Aufgabe der Mähnutzung durch Aufkommen von Stauden, Sträuchern und Bäumen zugewachsen.

Die technische Betreuung dieses Projektes hatte das Amt für den ländlichen Raum, Bad Homburg, übernommen.
In vielen Gesprächen mit den Eigentümern konnte gemeinsames Einvernehmen hergestellt werden, forstrechtliche und wasserrechtliche wurden Genehmigungen eingeholt, Leistungsverzeichnisse der auszuführenden Arbeiten erstellt und die Vergabe aller Arbeiten vorbereitet. Nach Abschluss dieser Arbeiten übernahm das Amt für den ländlichen Raum auch die Übergabe der hergestellten Grünlandfläche an einen Landwirt zur extensiven Grünlandnutzung im Rahmen eines Nutzungsvertrages.

Zur Koordinierung der praktischen Abwicklung der Arbeiten konnte der Verein Naturlandstiftung Hessen e.V. Kreisverband Offenbach / M. Kreis und Stadt gewonnen werden.

Ein besonderer Dank ist an die Eigentümer gerichtet, da ohne deren Bereitschaft, in der Sache mitzuarbeiten und ihre Grundstücke zur Verfügung zu stellen, diese landschaftspflegerische Maßnahme nicht durchzuführen gewesen wäre.