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20. März 2007: Die vom Land Hessen geförderte Entwicklungsinitiative "Hessencampus Lebensbegleitendes Lernen" hat in Offenbach zum Ziel, die Zusammenarbeit der beruflichen Schulen und der öffentlichen Institutionen der Erwachsenenbildung so auszurichten, dass aktuelle und zukünftige Bildungs- und Weiterbildungsbedürfnisse noch besser erfüllt werden können. Die Initiativen in Hessen haben sich Mitte 2007 von "Zentren Lebensbegleitendes Lernen" (ZLL) umbenannt in "Hessencampus Lebensbegleitendes Lernen" (HC). In der nachfolgenden Pressemitteilung vom 20. März 2007 ist noch von ZLL die Rede.

In der Stadt Offenbach sind die drei Beruflichen Schulen, die Volkshochschule und das Stadtschulamt mit dem Land Hessen eine Entwicklungspartnerschaft eingegangen, um im laufenden Jahr ein gemeinsames Konzept für ein Zentrum Lebensbegleitenden Lernens (ZLL) zu entwickeln. Wie der Offenbacher Schul- und Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß mitteilt, werde mit diesen Entwicklungspartnerschaften auf ein neu zu gestaltendes System Lebensbegleitenden Lernens in Hessen hingearbeitet.

Zielsetzung sei, Angebote der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Weiterbildung so zu verzahnen, dass die typischen Zäsuren zwischen schulischem und außerschulischem Lernen sowie beruflicher Aus- und Weiterbildung für die Lernenden überwunden werden können. Begleitend dazu solle eine institutionsübergreifende Bildungsplanung und -beratung in den Regionen aufgebaut werden.

Weiß: "„Die Stadt Offenbach sieht die Entwicklung eines Zentrums für Lebensbegleitendes Lernen als große Chance. Mit der Teilnahme an der hessischen Entwicklungspartnerschaft hat Offenbach die Möglichkeit, sein Bildungsangebot auszubauen und gezielt auf die Bedürfnisse in der Region einzugehen. Wir haben die Hoffnung, mit einer engeren Zusammenarbeit vieler an Bildung und Weiterbildung beteiligter Institutionen in der Stadt ein effektives Übergangsmanagement aufzubauen. Das bedeutet, dass auch Menschen mit diskontinuierlichen Bildungsbiografien, wie sie in vielen Familien in Offenbach vorkommen, neue Zugänge zu Bildung und damit auch zum Ein- und Wiedereinstieg ins Berufsleben eröffnet werden. Außerdem können sich daraus Chancen für die Entwicklung neuer attraktiver Weiterbildungsangebote entwickeln, die dem Bildungsstandort Offenbach in der Region gut anstehen“."

In enger Zusammenarbeit wollen die bisher beteiligten Institutionen in der Stadt Offenbach im ersten Jahr ein tragfähiges Konzept erarbeiten, das sich an den erwachsenen Lernenden ausrichtet. Als erste Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit sind die Bereiche Bildungsberatung und –begleitung als integrierte Bestandteile aller Bildungsangebote, Erweiterung der Sprachkompetenzen in Deutsch, aber auch Förderung von Mehrsprachigkeit sowie die Einrichtung von Selbstlernangeboten an den Berufsschulen identifiziert worden.

Ziel ist es, die vorhandenen Bildungsangebote auf den Prüfstand zu stellen, um sie sowohl den Bedürfnissen der Lernenden wie den Anforderungen der Region anzupassen. Dabei wird einrichtungsübergreifend zusammen gearbeitet, eine Öffnung für weitere Institutionen ist vorgesehen.

Die Offenbacher ZLL-Initiative sieht darin eine große, aber lohnenswerte Herausforderung: Es bedeutet Neuland zu betreten, neue institutionsübergreifende Kooperations- und Angebotsformen zu erproben und ein gutes Konzept für Offenbach zu entwickeln.

In ganz Hessen existieren acht regionale Initiativen zum Aufbau eines ZLL. Neben der Initiative der Stadt Offenbach so auch im Kreis Offenbach mit dem Haus des Lebenslangen Lernens (HLL), in Frankfurt im Bildungszentrum Ostend, im Main-Taunus-Kreis, Rheingau-Taunus-Kreis, Waldeck-Frankenberg, Stadt und Landkreis Kassel sowie in Osthessen. Das Land unterstützt alle Initiativen mit je 200.000 EUR im Jahr 2007. Die Initiativen und das Land werden dabei von der Sozialforschungsstelle Dortmund begleitet. In einem hessenweiten Kongress werden am 8. und 9. Mai 2007 in Frankfurt die ersten Entwicklungen der acht hessischen ZLL-Initiativen der Öffentlichkeit vorgestellt.