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01. Dezember 2008: Ein neues Café mitten im Park soll bald die Offenbacher Innenstadt und das Kulturkarree beleben: Die Werkstätten Hainbachtal gGmbH plant für das Frieda-Rudolph-Haus einen gastronomischen Betrieb, der Menschen mit Behinderung in den Alltag integriert, sowie eine Beratungsstelle. Zu Ostern 2009 soll die Dependance des Waldcafés eröffnet werden.

„Das ist ein wichtiger Schritt zur Belebung der Innenstadt“, lobte Oberbürgermeister Horst Schneider das Konzept. Schon seit zweieinhalb Jahren arbeite die Stadt auf eine Gastronomie für Büsingpark und Lilipark hin. Mit einer Vermietung des Frieda-Rudolph-Hauses an die Werkstätten Hainbachtal, einer Tochtergesellschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kreisverband Offenbach Stadt, sei jetzt eine „sehr gute Lösung“ gefunden. Vorgesehen ist ein Mietvertrag für zehn Jahre; einem entsprechenden Beschluss des Magistrats muss die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen. Danach soll umgehend ein Bauantrag gestellt werden, damit der Betrieb pünktlich zur Gartensaison ab April 2009 anlaufen kann.

In dem neuen Stadtcafé sollen sieben Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger Behinderung sowie weitere Praktikantenplätze entstehen, sagte Werkstätten-Geschäftsführer Hans-Joachim Ücker: „Wir wollen zeigen, dass diese Menschen auch leistungsfähig sind.“ Küche und Sanitärbereich des Frieda-Rudolph-Hauses werden neu eingerichtet, der Charakter des Gebäudes bleibe aber erhalten. Die Gesamtinvestition belaufe sich auf 400.000 €, die Stadt hat bereits einen Zuschuss von 100.000 € im Haushalt 2008 eingeplant.

Das Café soll innen 80 und außen 100 Plätze bieten und von 10 bis mindestens 22 Uhr geöffnet sein. „Das steigert auch die soziale Kontrolle im Büsingpark“, betonte Schneider. Neben der Gastronomie werde eine Anlaufstelle für Beratungen und ambulante Dienste wie Hausnotruf oder Essen auf Rädern eingerichtet, erläuterte der AWO-Vorsitzende Rolf Bieber. „Damit kommen unsere Angebote stärker in die Stadt hinein, denn das Hainbachtal ist gerade im Winter für ältere Menschen schwer erreichbar.“

Das Nutzungskonzept passt ideal zum Frieda-Rudolph-Haus, das in den 1950-er Jahren durch ein beispielloses Bürger-Engagement finanziert und realisiert wurde – mehr Informationen zu diesem „Offenbacher Marshallplan“ finden sich am Fuße dieser Seite. Seit der Eröffnung 1957 dient das Haus als Begegnungsstätte für Senioren, es gilt aber schon lange nicht mehr als ausgelastet. „Wir wecken das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf“, sagte OB Schneider. Die derzeitigen Arbeiten in Büsingpark und Lilipark haben das Haus jetzt sichtbar gemacht, und der OB freut sich schon heute auf die „Bereicherung beim Lichterfest im August 2009“. Veranstaltungen mit den Einrichtungen im Kulturkarree sind ebenfalls geplant – und auch Heiratswillige haben bereits ihr Interesse an einer Feier im idyllischen Ambiente erklärt.