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30. Juli 2008: In Offenbach gab es 2007 weniger Hartz-IV-Empfänger als im Jahr zuvor: Bei den erwerbsfähigen Hilfebeziehern ging die Zahl um 4,5 Prozent auf rund 13.000 Personen zurück. Insgesamt erhielten im vergangenen Dezember 16,4 Prozent der Offenbacher Bürgerinnen und Bürger Leistungen nach SGB II. „Von Armut bedroht sind vor allem Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund“, sagte Bürgermeisterin Birgit Simon bei der Vorstellung des Sozialberichts 2007.

Der aktuelle Bericht belegt, dass dieser bundesweite Trend auch für Offenbach gilt: Gut die Hälfte (51,6%) der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen sind Frauen und rund 50% Nichtdeutsche. Fast ein Drittel aller Offenbacher, die die Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) beziehen, sind nicht erwerbsfähige Angehörige. Das bedeutet, dass in der Stadt weiterhin jedes dritte Kind unter 15 Jahren (34,8 %) auf Leistungen nach Hartz IV angewiesen ist.

Von einer „in Teilen erfreulichen Entwicklung“ sprach Dr. Matthias Schulze Böing, Geschäftsführer der MainArbeit. Hessenweit seien in den Großstädten die Zahlen der Hartz-IV-Bezieher eher gestiegen, während sich in Offenbach die positive Entwicklung wohl auch 2008 - „etwas verlangsamt“ - fortsetze. Gründe seien die bessere Lage am Arbeitsmarkt, aber auch die engagierte Förderung der Betroffenen durch die MainArbeit. „Allerdings handelt es sich um einen Rückgang auf weiterhin sehr hohem Niveau.“

Um möglichst gleiche Chance für alle zu verwirklichen, möchte Sozialdezernentin Simon das Thema „Beteiligung und Bildung“ weiter vorantreiben: „Hier ist längst nicht alles getan.“ Der derzeit laufende Ausbau der Ganztagesschulen sei ein Baustein, um die Bildungsmöglichkeiten zu verbessern. Wichtig zur Förderung der Persönlichkeit sei aber auch die Teilhabe der von Armut bedrohten Kinder an kultureller Bildung, etwa in der Musik- und der Jugendkunstschule. Hierfür werden jetzt weitere Maßnahmen überlegt. Die Umwandlung vom Ehegatten- in ein Familiensplitting wäre auf Bundesebene sehr hilfreich, „aber auch nach 20 Jahren Forderung tut sich hier nichts.“

Die Geldleistungen im Bereich von Hartz IV gingen 2007 deutlich zurück, und zwar um 9,4 Prozent auf rund 99 Mio. Euro. Davon zahlt die Stadt Offenbach etwa 30 Mio. €, den Rest trägt der Bund.

Nimmt man in Offenbach die Sozialhilfe nach SGB XII hinzu, erhielten im Dezember 2007 rund 18,6 % der Einwohner Leistungen aus den sozialen Sicherungssystemen. Diese Form der Grundsicherung im Alter, bei Erwerbsminderung oder in besonderen Lebenslagen bezogen Ende 2007 exakt 2.554 Personen, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Jahr davor (2.359) bedeutet. Davon sind 54,1 Prozent Frauen; der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist von 37 auf 34,9 % gesunken.

Den kompletten Sozialbericht 2007, der u.a. landesweite Vergleichszahlen nennt und Maßnahmen der Armutsbekämpfung vor Ort aufzeigt, befindet sich als Download am Fuße dieser Seite. Die ausgekoppelte Grafik zeigt den Anteil der Personen, die Leistungen nach SGB II erhalten, unterteilt nach Statistischen Bezirken.