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03. November 2008: Unerwünschte Graffitis und Schmierereien auf Wänden und Mauern beeinflussen das Sicherheitsempfinden von Bürgerinnen und Bürgern. Ziel der Stadt Offenbach ist es, Graffitis im öffentlichen Raum zu bekämpfen und damit das Stadtbild, das Sicherheitsempfinden sowie die Lebensqualität zu verbessern, so Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Mit den im Kreis der Wohnungsbauwirtschaft organisierten (Bau-)Gesellschaften und dem Polizeipräsidium Südosthessen unterzeichnete Weiß nun eine Vereinbarung, um den Kampf gegen die Schmierereien zu forcieren.

Die Erfahrung zeigt: Das örtliche Umfeld kann Ängste schüren oder verringern. Defizite durch ein ungepflegtes Umfeld wirken sich negativ auf die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner der Liegenschaften und des Quartiers aus bis hin zu nachteiligen Auswirkungen auf die Sozialstruktur der Stadt. Bürgerinnen und Bürger fühlen sich dann zunehmend unsicher. Es liegt deshalb im Interesse der Baugesellschaften und Kommunen, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten maßgeblich zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung beizutragen.

Die im Kreis der Wohnungsbauwirtschaft zusammengeschlossenen (Bau)-Gesellschaften haben in diesem Jahr bislang rund 40.000 Euro für die Beseitigung von Graffitis an ihren Liegenschaften aufgebracht, die städtische GBM rund 42.000 Euro.

Im Rahmen des Projekts „Besser leben in Offenbach“ hat die Stadt insbesondere in innenstadtnahen Gebieten Graffitis und sonstige Schmierereien beseitigt; in Einzelfällen wurden private Hauseigentümer mit rund 6.000 Euro von der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) bei der Beseitigung finanziell unterstützt. Reinigung, Gestaltung und Graffitischutz der Bahnunterführungen kosteten die SOH insgesamt rund 60.000 Euro.

Nun ist durch den Schulterschluss der Stadt mit wichtigen Partnern ein weiterer Schritt gegen Graffiti erfolgt. Damit wird auch die stadtkonzernweite Initiative für mehr Lebensqualität „Besser leben in Offenbach – Gib acht auf Offenbach“ unterstützt.

Die wichtigsten Vereinbarungen:

  • Graffitis werden angezeigt, zivilrechtliche Forderungen den Tätern gegenüber werden geltend gemacht, auch um potenzielle Täter abzuschrecken.
  • Die Schmierereien werden schnellstmöglich vom Eigentümer beseitigt. Beschmierte Wände animieren andere erfahrungsgemäß zu weiteren Taten („Broken - Windows - Effekt“).
  • Für die Förderung des Zeugenverhaltens soll ein Belohnungspool gebildet werden.
  • In einem Folgetreffen, spätestes Anfang 2010, werden die Beteiligten über Maßnahmen und Erfahrungen eine Zwischenbilanz ziehen.

„Eine weitestgehend Graffiti-freie Stadt erreichen wir dann, wenn alle dem vorbildlichen Handeln der in Offenbach präsenten Baugesellschaften folgen, auch die übrigen Besitzer von Immobilien in Offenbach“, sagte der Offenbacher Ordnungsdezernent Stadtrat Paul-Gerhardt Weiß. "Damit machen wir den Sprayern das Leben und Handeln in Offenbach schwer und werten die Wohngebiete weiter auf." Die unbefriedigende Situation an den S-Bahnhöfen der Bahn in Offenbach sei Anlass eines bereits terminierten Gesprächs der Stadt mit der Deutschen Bahn.

Die Vereinbarung unterzeichneten Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und Polizeipräsident Heinrich Bernhardt sowie die im „Kreis der Wohnungsbauwirtschaft“ zusammengeschlossenen Gesellschaften: Herr Männche, Vorsitzender des Gremiums (GBO), Herr Abraham (Baugenossenschaft Odenwaldring), Herr Brückner (Nassauische Heimstätte), Herr Hansen (Ketteler Baugenossenschaft), Herr Krampitz (Wohnungsverwaltung SOKA-Bau), Frau Westenberger (Offenbacher Baugenossenschaft), sowie Herr Hantl, Herr Kühn (beide GBM) und Herr Weber (Ordnungsamt).

Polizei klärte in diesem Jahr schon mehr als 70 Fälle in Offenbach auf
„Ich freue mich sehr, dass die Stadt Offenbach und die beteiligten Institutionen diese Initiative ergriffen haben", betonte Polizeipräsident Bernhardt . Wir als Polizei verstehen uns hier als Partner und wollen unseren Beitrag leisten, um solche Schmierereien in Zukunft deutlich einzudämmen.“

In der Stadt Offenbach hat die Polizei im Vorjahr 46 Graffiti-Delikte registriert; Fälle von gemeinschädlicher Sachbeschädigung wurden nicht angezeigt. Ermittelt wurden acht Tatverdächtige, denen elf Taten nachgewiesen wurden, was einer Aufklärungsquote von 23,9% entspricht. Hierbei handelte es sich um zwei Kinder unter 14 Jahren, einen Jugendlichen und um drei Heranwachsende im Alter von 18 bis 20 Jahren.
Durch die bekannt gewordenen Taten entstand im Jahr 2007 in der Stadt Offenbach nach Einschätzung der Polizei ein Gesamtschaden von rund 25.000 Euro. Für den gesamten Präsidiumsbereich wird der Schaden durch Graffitis, der durch kostenintensive Reinigungsmaßnahmen, Fassaden- und Lackierarbeiten oder die vollständige Erneuerung betroffener Objekte entsteht, auf knapp 285.000 Euro geschätzt.

Für das Jahr 2008 ist in Offenbach mit einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen und Schadenssummen zu rechnen, da es der Polizei gelang, eine Serie von mehr als 70 Fällen aufzuklären. Zwei Gruppierungen mit zusammen neun Personen im Alter von 15 bis 23 Jahren besprühten seit Januar in wechselnder Besetzung private Häuser, Garagen und Zäune vorwiegend in Tempelsee und Bieber sowie in der Innenstadt, daneben aber auch das Justizzentrum sowie Dienstfahrzeuge der Polizei mit politisch motivierten Schriftzügen. Der dadurch entstandene Schaden dürfte deutlich im fünfstelligen Eurobereich liegen.