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12. März 2008: Zwar ist der alte Bus noch nicht neu lackiert und peppig-poppig gestaltet, doch was er seit Anfang Februar in Schulen und Jugendeinrichtungen der östlichen Innenstadt bringt, ist dafür um so peppiger. Das „offRock-Mobil“, Offenbachs erstes rollendes Musikprojekt, fährt regelmäßig einmal wöchentlich Rudolf-Koch-Schule, Mathilden- und Bachschule, Gewerblich-Technische-Schule und das KJK Sandgasse an. Weitere Projekte haben sich mittlerweile schon angemeldet und bis Juni 2008 sind die Teamer völlig ausgebucht.

Ob Rock, HipHop oder Trommelmusik, an Offenbachs Schulen werden junge Menschen nun verstärkt musikalisch gefördert. Je nach Bedarf transportieren die derzeit vier Teamer ein komplettes Rockband –Set, Musikcomputer oder Trommeln. Dass das Projekt jetzt starten konnte, war nur aufgrund der Förderung durch Mittel des Bundesprojekts „LOS – Lokales Kapital für soziale Zwecke“ und des Europäischen Sozialfonds möglich.

Musik ist für junge Menschen von zentraler, lebensweltlicher Bedeutung und vereint in sich vielfältige Funktionen. Musik verbindet, dient aber auch der Abgrenzung. Musik lädt zum Träumen ein, hilft bei der Verarbeitung unterschiedlichster Gefühle und Erlebnisse, ist Gesprächsthema und untrennbar verbunden mit Lifestyle, Mode und Szeneorientierung.
Musikmachen wiederum ist nicht nur der Traum vieler junger Menschen, Musikmachen fördert ein breites Spektrum von Schlüsselkompetenzen.

„Die Kids und Jugendlichen werden in ihrer Konzentrationsfähigkeit und Kommunikations- und Sozialkompetenz, Kontinuität, Kreativität und ihrem Ausdrucksvermögen gefördert. Wir holen sie bei ihren Interessen, Träumen aber auch Klischees ab und zeigen ihnen, dass in ihnen ein großes Potential schlummert, sich selbst zu artikulieren, kreativ zu gestalten und zu experimentieren. Es ist Lernen, das Spaß macht und dennoch Stress bedeutet. Es werden eigene Texte geschrieben, Instrumente und der Umgang mit Musik-Software erlernt, Melodien nachgespielt oder auch selbst entwickelt. Das ist umfassende Bildung mit Herz, Hirn und Hand und stellt dabei die jungen Menschen in den Mittelpunkt des Angebots“, so Claudia Weigmann-Koch und Michael Koch, die dieses Projekt entwickelt und in Simon Schramm, Burak Cavus, Yannick Stemmildt und Thomas Donat professionelle Teamer gefunden haben.

Mittlerweile nehmen bereits ca. 60 Kids und Jugendliche regelmäßig an dem Angebot teil, Tendenz steigend. Selbst der Freitagspätnachmittagstermin um 16:30 Uhr ist übervoll, 15 Mathildenschülerinnen und –schüler hatten ihr Interesse angemeldet. Die Kids sind begeistert. Und auch aus Kindertagesstätten kommen die ersten Anfragen. Zweifel am Erfolg des Projektes sehen die Verantwortlichen nicht und so hoffen sie auch, dass nach den Sommerferien dieses Angebot zum Regelangebot der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit wird.

Die organisatorischen Rahmenbedingungen wären weitestgehend vorhanden, nur ein Teil der notwendigen Personalkosten müsste dann noch gesichert werden. Um das Mikroprojekt besser auswerten zu können, wird derzeit die Möglichkeit einer Begleituntersuchung durch die Frankfurter Fachhochschule überprüft.