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20. Februar 2008: Über 300 Mal hat die Ausländerbehörde der Stadt im Jahr 2007 in Offenbach lebende Migrantinnen und Migranten zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet: das sind, laut Mitteilung von Bürgermeisterin Birgit Simon, in Offenbach mehr als in jeder anderen hessischen Stadt. Die Nachbarkommune Frankfurt belegt in der hessenweiten Statistik, die das Bundesamt für Migranten und Flüchtlinge aktuell veröffentlichte, Platz zwei.

Knapp 170 Personen mussten danach in der Mainmetropole einen von der Behörde angeordneten Kurs zum Spracherwerb besuchen.

Zunächst wurden der Stadt Offenbach vom zuständigen Bundesamt nur 170 Plätze für den Spracherwerb zugeteilt. Simon: „Wir haben aber den Bedarf höher eingeschätzt und sofort ein zusätzliches Platzkontingent angemeldet. Das wurde uns genehmigt, sodass wir weitere Plätze anbieten können.“

Migranten können zu einem Integrationskurs verpflichtet werden, wenn sie Sozialleistungen beziehen und eine entsprechende Sprachkompetenz für die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt als notwendig eingeschätzt wird oder das Ausländeramt feststellt, dass die Person in besonderer Weise integrationsbedürftig ist. Die Migranten können nur teilnehmen, wenn sie laut Aufenthaltsgesetz einen Anspruch auf die Teilnahme an einem Integrationskurs haben.
Es muss es sich bei diesem Kreis um so genannte „Bestandsausländer“ handeln, also um Personen, die vor dem 31. Dezember 2004 in die Bundesrepublik eingereist sind.

Weitere 250 Personen konnten in Offenbach einen Integrationskurs besuchen, obwohl sie nicht oder nicht mehr teilnahmeberechtigt waren. Sie werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Einzelfällen dann zugelassen, wenn freie Kapazitäten vorhanden sind.

Die Kurse werden beispielsweise im Starthaus angeboten. Bürgermeisterin Simon hat die Einrichtung im letzten Sommer einen Vormittag lang besucht und intensive Gespräche mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Kurse geführt. Simon: „Nach diesem Gedankenaustausch bin ich davon überzeugt, dass das Angebot hoch geschätzt wird. Viele Hörer sagten mir, dass sie noch niemals zuvor die Chance bekommen hätten, kostenfrei bei einem so intensiven Schulungsprogramm mitzumachen“. Laut Andrea Egerer, Leiterin des Stadthauses, spricht für den Erfolg des Programms auch die geringe Abbrecherquote.

Für Birgit Simon ist die Teilnahme an den Integrationskursen ein Baustein für das Gelingen von Integration. „Nur wer ausreichende deutsche Sprachkenntnisse hat, hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sprachkompetenzen sind aber auch wichtige Voraussetzung für die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das gilt besonders für Väter und Mütter. Ihre Kinder sollen Freunde im Quartier, im Verein finden, Erfolge in Kita und Schule haben. Das fällt leichter, wenn die Eltern im Alltag mit den Nachbarn oder in der Schule mit den Lehrern ohne Barrieren kommunizieren können“, so die Bürgermeisterin abschließend.