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10. Dezember 2009: Ein weiterer wichtiger Schritt im Schulneubau- und –sanierungsprogramm der Stadt Offenbach ist getan: An der Rudolf-Koch-Schule wurden am 26. November ein Cafeteria-Neubau mit Freizeitbereich, ein neuer Klassentrakt und die Bibliothek / Mediothek eingeweiht. Diese Erweiterung garantiert den rund 770 Schülern des Gymnasiums einen modernen Ganztagsbetrieb. Nun folgen Sanierungsarbeiten in den Bestandsräumen, und die energetische Optimierung der Schule geht weiter. Von April 2008 bis Herbst 2010 werden insgesamt 12,1 Millionen Euro investiert.

„Mit der Einweihung an der Rudolf-Koch-Schule bieten nun alle drei Gymnasien in Offenbach zeitgemäße Standards für bessere Leistungsmöglichkeiten“, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider. An der Albert-Schweitzer-Schule und der Leibnizschule waren im Herbst 2009 ebenfalls Erweiterungsbauten in Betrieb gegangen. Die Maßnahmen seien angesichts der G8-Reform, die mehr Unterricht in den Nachmittag hinein verlagere, dringend nötig gewesen, ergänzte Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Dass das Thema Bildung im Offenbacher Magistrat höchste Priorität hat, belegt der Umfang des Neubau- und Sanierungsprogramms: Bis 2017 investiert die Stadt rund 250 Millionen Euro in ihre 28 Schulen. Wegen der Schulzeitverkürzung von neun auf acht Jahre und wegen der kontinuierlich steigenden Schülerzahlen, die gerade auch die Rudolf-Koch-Schule in der Innenstadt verzeichnet, profitieren zunächst vor allem die drei städtischen Gymnasien von dem Vorhaben.

An der Rudolf-Koch-Schule in der Schloßstraße entstanden insgesamt 1.860 Quadratmeter neue Fläche. Die Cafeteria mit Begegnungs- und Freizeitbereich steht als Solitär im südlichen Teil des Pausenhofes; sie nahm im November 2009 ihren Betrieb auf. Bereits seit dem Schuljahresbeginn 2009/10 nutzt das Gymnasium den neuen Klassentrakt, der als Anbau am bestehenden Westflügel errichtet wurde. Er bietet sieben Klassenräume, davon vier als Ersatz für die abzureißenden Pavillons, und drei Fachklassenräume.

Die Bibliothek ragt als „Medienturm“ an der Westseite des Hauptgebäudes empor und ist durch viel Transparenz gekennzeichnet: Von der mit Licht durchfluteten dreigeschossigen Aula reicht der Blick über die Glasfront der Mediothek bis in die Stadt hinein.

Architektur fördert die Gemeinschaft – damals und heute
Damit greift die Architektur der Neubauten den prägenden Stil des Gebäudes auf: Bei ihrer Einweihung 1957 galt die Rudolf-Koch-Schule als wichtiges Projekt zur Neugestaltung der Offenbacher Innenstadt in der Nachkriegszeit. Mit einem offenen, durchlässigen Konzept wandte sich der Architekt und damalige Stadtbaurat Adolf Bayer gegen überkommene, autoritäre Erziehungsmethoden. Er gab das Prinzip der geschlossenen Wände auf und fügte das Gebäude mit viel Glas, Stein und Beton harmonisch ins städtebauliche Umfeld ein.
Um das Gemeinschaftsbewusstsein der Schüler zu fördern, wurden die Räume um den zentralen Gemeinschaftsraum, die Aula, herum angeordnet.

Die Gemeinschaft und ein friedliches Miteinander der Mädchen und Jungen aus 40 Nationen ist auch heute ein zentrales Anliegen der Rudolf-Koch-Schule: Seit 2004 trägt das Gymnasium das Gütesiegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Zudem wurde der RKS das Gütesiegel zur Förderung hochbegabter
Schüler verliehen. Die große kulturelle Vielfalt spiegelt sich in zahlreichen Projekten und kreativen Kursangeboten.

Energetische Modernisierung gehört zur Maßnahme
Zum Ausbau der Offenbacher Gymnasien gehört auch die energetische Modernisierung, die auf einer umfangreichen Studie basiert. Demnach wurden Cafeteria und Klassentrakt der Rudolf-Koch-Schule im Niedrigenergiehaus-Standard errichtet, und die Mediothek entspricht der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2007. Im Bestandgebäude werden alle Heizungs- und Sanitäranlagen instand gesetzt, und ab 2010 ist auch die Elektroanlage auf dem aktuellen Stand der Technik.

Insgesamt werden im Bestand ca. 1.065 m² Nutzfläche neu organisiert und zum Teil umgebaut. Zur dortigen Sanierung gehören auch eine Erneuerung der Beleuchtungskörper und die Überarbeitung der Fassade. Nach Abschluss der energetischen Optimierung im Herbst 2010 wird das Gymnasium seine CO2-Emissionen um etwa 108 Tonnen pro Jahr reduzieren.