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29. Juli 2010: Eine umfassende, qualitativ hochwertige und trägerneutrale Pflegeberatung für die Offenbacher Bürger wird derzeit im städtischen Sozialamt aufgebaut. Am 1. September öffnet der neue Pflegestützpunkt im 9. Stock des Stadthauses (Berliner Straße 60) seine Pforten, teilt Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Birgit Simon mit. Damit setzt die Stadt Offenbach als eine der ersten Kommunen in Hessen eine grundsätzliche Entscheidung des Bundes um.

Angesichts des demographischen Wandels steigt der Bedarf an einer individuellen Beratung für Pflegebedürftige und ihre Angehörige enorm an“, sagt Simon. Neben allgemeinen, kostenlosen Beratungsleistungen solle die neue Institution auch die Zusammenarbeit aller Stellen und Fachleute, die an der pflegerischen und sozialen Versorgung und Betreuung beteiligt sind, zentral steuern und hierfür ein leistungsfähiges Netzwerk der Akteure aufbauen.

Die Anlaufstellen sollen alle Informationen unter einem Dach bieten: von der Beratung über die Betreuung bis hin zur Vernetzung alle pflegerischen, medizinischen und sozialen Leistungen Bei dieser neuen Aufgabe kooperiert die Stadt mit den im Verband der Ersatzkassen vertretenen hessischen Kranken- und Pflegekassen, mit denen sie sich die Trägerschaft und die entstehenden Kosten des neuen Angebotes teilt. Auch die Besetzung mit zwei Vollzeitstellen erfolgt je zur Hälfte durch städtisches Personal und Fachleuten der Kassen.

Wie der Verband der Krankenkassen festgelegt hat, ist in Offenbach die DAK für diese Aufgabe zuständig. „Wir möchten den Pflegebedürftigen die Angst nehmen und ihnen mit Rat und Tat – und natürlich kassenneutral – helfen“, bekräftigt Egon Ulrich, Leiter des DAK-Servicezentrums in Offenbach. Der städtische Mitarbeiter kümmert sich vor allem um den Bereich Infrastruktur und ermittelt beispielsweise, wo zusätzliche Hilfe nötig ist oder wo eventuell eine Überversorgung entsteht.

Die Einzelheiten der Zusammenarbeit im Offenbacher Pflegestützpunkt sind im so genannten Stützpunktevertrag enthalten, den Simon mit den Vertretern der Kassen ausgearbeitet hat. Der Magistrat hat ihn nun in seiner Sitzung am 28. Juli verabschiedet.

„Als gemeinsames Ziel haben wir im Vertrag die trägerunabhängige Unterstützung und Information für alle um Hilfe und Rat suchende Menschen verankert. Dies wird künftig durch die Vernetzung von vorhandenen Strukturen - von offenen über ambulante bis hin zu stationären Angeboten – und das gesteuerte Zusammenwirken aller Beteiligten stark ausgebaut“ führt Sozialdezernentin Simon aus. Da sich die Situation von Pflegebedürftigen mit der Zeit ändere, werde der oder die Betroffene auch über Jahre hinweg begleitet. „Wir beraten individuell, anstatt einfach Listen auszuteilen“, betont Heidi Wenrich von der Kommunalen Altenplanung in Offenbach.

Die Einrichtung des Pflegestützpunktes basiert rechtlich auf dem vom Gesetzgeber im Jahr 2008 eingeführten Rechtsanspruch auf Pflegeberatung als Sozialleistung, der durch die Einrichtung von Pflegestützpunkten gewährleistet werden soll. Auf Landesebene regelt ein Rahmenvertrag zwischen den Landesverbänden der Pflege- und Krankenkassen und den kommunalen Spitzenverbänden, dem die Stadt Offenbach im September 2009 beitrat, die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit.