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13. April 2010: „Wir geben Offenbach ein neues Gesicht“ heißt es auf dem großformatigen Transparent am Baugerüst, hinter dem aktuell der Umbau der ehemaligen Hartnack-Schule vor sich geht. Dort an der Ecke Hermann-Steinhäuser-Straße / Karlstraße sollen am 1. Oktober 66 Studierende der Frankfurt School of Finance & Management einziehen. Und sie werden dazu beitragen, dass das Motto der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) wahr wird und Offenbachs östliche Innenstadt ihr Gesicht weiter wandelt.

Die private Frankfurter Hochschule hat das Gebäude für die kommenden fünf Jahre gemietet und organisiert auch die Belegung der Studentenappartements. 1200 junge Frauen und Männer studieren an der Frankfurt School of Finance & Management und nach Angaben ihres Geschäftsführers und Vizepräsidenten Ingolf Jungmann sind im Schnitt zehn Prozent der Studierenden an einem Wohnheim-Quartier interessiert. Die Hochschule ist international ausgerichtet und vor allem unter ausländischen Studierenden sei die Nachfrage nach Wohnheim-Plätzen groß. Zwar seien die Mietverhältnisse mitunter nur von kurzer Dauer. Doch gibt es laut Jungmann stets eine Warteliste.

Für die Stadt Offenbach ist der Umbau der ehemaligen Hartnackschule ein weiterer Beitrag zur Aufwertung des Quartiers zwischen Schlossstraße und Schlosskirchengemeinde. Studierende sollen dort für eine ausgewogenere Bewohnerstruktur sorgen und auch die Angebots- und Infrastruktur im Stadtteil nach und nach verändern – sei es die Kneipenszene oder das Warensortiment am Kiosk. Seit die GBO vor vier Jahren zusammen mit der Stadt beschlossen habe, die Liegenschaft zu kaufen, habe ein Strukturwandel im Quartier stattgefunden, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider und verweist auch auf Erfolge der Initiative „Besser leben in Offenbach“. „Der aktuelle Umbau markiert einen Wendepunkt im Mathildenviertel. Wir haben hier einen Qualitätssprung geschafft“, so Schneider.

Die GBO baut in dem Gebäude auf 1.667 Quadratmetern zwölf abgeschlossene Wohnungen. Laut GBO-Geschäftsführer Winfried Männche liegt das Gesamtinvestment bei rund 6,2 Millionen Euro. Rund 1,6 Millionen Euro betrage der Zuschuss des Landes Hessen. Rund 800.000 Euro kommen aus dem Programm Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt (HeGiSS) hinzu. Die Stadt Offenbach trägt 350.000 Euro bei.

Jeder Studierende bezieht ein eignes Zimmer. Jede Wohnung hat eine bis zu 35 Quadratmeter große Gemeinschaftsküche mit hochwertigem Einbaumobiliar. „Die Ausstattung reicht von der Mikrowelle über den Staubsauger bis zum Besteckkasten“, sagt Winfried Männche. Maximal zwei Zimmer teilen sich Dusche und WC. Alle Appartements sind eingerichtet. Im Mietpreis, der zwischen 310 und 390 Euro liegt, sind alle Nebenkosten enthalten inklusive denen für einen kabellosen Internetanschluss. Auf dem begrünten Dach soll eine etwa 140 Quadratmeter große Terrasse entstehen.

Der Lebensmittelmarkt im Erdgeschoss wird auf etwa 500 Quadratmeter vergrößert, um die Nahversorgung des Quartiers zu sichern. Die Apotheke und die Reinigung bleiben erhalten.

Im ostpol° und auf der gegenüberliegenden Seite, Hermann-Steinhäuser Straße 1, vermietet die GBO bereits Appartements an 90 Studenten. Weitere rund 30 Plätze für Studierende sollen perspektivisch in der Arthur-Zitscher-Straße entstehen.

An der Frankfurt School of Finance & Management hegt man keine Zweifel, dass die GBO den angekündigten Zeitplan einhält und die neuen Appartements in der Hermann-Steinhäuser-Straße 2 zum Wintersemester zur Verfügung stehen. Dann werden insgesamt 110 Studierende der Frankfurt School im Offenbacher Mathildenviertel in Boardinghouses der GBO wohnen. „Ohne Offenbach und ohne die GBO hätten wir ein Problem gehabt“, sagt Vizepräsident Jungmann. Die bisherigen Wohnheim-Bewohner hätten sich allesamt sehr zufrieden über die Ausstattung und den Mietpreis geäußert. Gut sei auch die Lage: Der Campus in der Nähe der Frankfurter Ostendstraße ist innerhalb von vier S-Bahn-Stationen zu erreichen.