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30. Dezember 2011: Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die am Pressetermin vom 22.12.2011 nicht anwesend sein konnten.

Bestandspflege und Kontaktanbahnung zählen zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern der Wirtschaftsförderung in Offenbach. Aber auch die Entwicklung und Umsetzung flankierender Maßnahmen, wenn es darum geht, den Standort attraktiver zu machen. Hier ist den letzten Jahren viel passiert und hätte es nicht den Insolvenzantrag des Druckmaschinenherstellers manroland AG kurz vor Jahresfrist gegeben: die Bilanz 2011 wäre besser ausgefallen.

Schließlich hatte die Wirtschaftsförderung das Unternehmen immer unterstützt, so wurden beispielsweise ganze Kleingartenkolonien umgesiedelt, um den weiteren Ausbau des Werks Süd zu ermöglichen. „Damit sind modernste Produktionsbedingungen möglich geworden“, so Jürgen Amberger, Leiter der Wirtschaftsförderung, und hofft, dass sich ein Investor für das Werk finden wird: „Die Gießerei ist erst fünf Jahre alt und die Kleinteilhalle zählt zu den modernsten der Republik.“ Auch für Oberbürgermeister Horst Schneider ist die Causa manroland AG ein „Menetekel“, die Geschichte der Stadt ohne Bogendruck nicht denkbar. Daher arbeiten beide weiter an der Suche nach Lösungen. „Allerdings“, räumt Amberger ein, „stößt jede Wirtschaftsförderung ab einem bestimmten Punkt an ihre Grenzen, wir können nur die Rahmenbedingungen schaffen. Für den wirtschaftlichen Erfolg ist letztlich jedes Unternehmen selbst verantwortlich.“
Dass der Standort Offenbach für Unternehmen an Attraktivität gewonnen hat, beweisen nicht nur die insgesamt 90 Neuansiedlungen in den vergangenen Monaten: unter ihnen die Frankfurter Werbeagentur thema communications ag, der Chinesische Hersteller von Metallverbindungen Fitok GmbH sowie die WVS Werbung & Vertrieb Service. Hierdurch wurden circa 400 neue Arbeitsplätze geschaffen, damit stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bis zum Stichtag Ende März 2011 um 150 auf insgesamt 45.268 Personen.
Sowohl Neuansiedlungen als auch das Bekenntnis eines Unternehmens zum Standort Offenbach sind das Ergebnis aus vielen Besuchen bei Unternehmen, Beratungs- und Investorengesprächen sowie eigenen Veranstaltungen und Publikationen der Wirtschaftsförderung.
„Im Vergleich zu anderen Städten haben wir eine hohe Betreuungsdichte und sind mit eigenen Ansprechpartnern für das Citymanagement und die Kreativwirtschaft optimal aufgestellt. Das wissen die Unternehmen zu schätzen“, so Amberger. Sonst hätte es beispielsweise den Auszug und Wiedereinzug nach einigen Monaten Mietverhandlung in die gleiche Adresse des Schuhhaus Dielmann in der Frankfurter Straße sicher nicht gegeben.
Zudem habe man mit Veranstaltungen wie dem Sommerfest der Kreativwirtschaft, „Top 100“ oder dem Neujahrsempfang eigene spezifische Branchentreffs etabliert, die den Standort Offenbach auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannter gemacht haben. So fand im Februar 2011 erstmals die TEDx Conference RheinMain im Klingspor-Museum statt und der Art Directors Club verlieh die ADC Junior Awards im Hafen 2 in Offenbach. Für Amberger nur zwei Beispiele von vielen, die die Relevanz der Wirtschaftsförderung zeigen. Denn vieles wäre ohne die Kontakte und die Unterstützung des Amtes sicher nicht passiert, Amberger und seine Mitarbeiter verstehen sich im besten Sinne als „Ermöglicher“. Dazu zählt auch die Positionierung Offenbachs als Gründerstadt, 2011 belegte die kreisfreie Stadt Offenbach bereits zum fünften Mal den Spitzenplatz Nummer 1. Der Gründercampus Ostpol in der Herman-Steinhäuser-Straße ist dabei nur ein Baustein innerhalb des Angebots für Existenzgründer: Anfang 2012 erscheint die Broschüre „Existenzgründung braucht einen guten Start“, die Ansprechpartner und Angebote in der Stadt kompakt darstellt.
Dass durchaus Potential in start-ups steckt, zeigt die Entwicklung innerhalb der Kreativbranche: seit 2007 hat die Stadt Offenbach die Kreativwirtschaft in den Fokus ge- und damit eine Vorreiterrolle übernommen. Auch wenn die Kreativen „nur“ einen vierprozentigen Anteil am Bruttowirtschaftsprodukt der Stadt ausmachen, sind doch rund 5.000 Menschen in diesem Bereich beschäftigt und tragen mit zum Imagewandel von der Arbeiterstadt zum Standort für hochspezialisierte Produkte bei.
Nach einem „durchwachsenen Jahr 2011“ bleiben Amberger und Schneider zuversichtlich: es gebe viel Bewegung, auf dem ehemaligen Alessa-Gelände und im Kaiserlei. „Wir führen gute Gespräche. Mehr wird aktuell nicht verraten“, so Amberger.