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06. April 2011: Die Fassade des Isenburger Schlosses war im 19. Jahrhundert gar nicht rostrot, sondern grau. Dafür spricht eine Zeichnung des Offenbacher Malers Leopold Bode (1831-1906). Sie gehört zu einem restaurierten Nachlass. Er wurde nun erstmals den Mitgliedern der Kulturstiftung der Städtischen Sparkasse gezeigt, die sich zu einer Sitzung im Haus der Stadtgeschichte trafen. Oberbürgermeister Horst Schneider und Guido Braun, Vorstandsvorsitzender der Städtischen Sparkasse, stellten die Werke gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer vor.

Der Nachlass umfasst 46 Blätter, darunter 45 Blatt Graphiken, die zerknittert, eingerissen oder anderweitig beschädigt gewesen waren. Zum Teil hatte säurehaltiges Papier den Zeichnungen zugesetzt. In anderthalbjähriger Arbeit hat die Papierrestauratorin Vera Gunder aus Darmstadt die Werke wiederhergestellt. An den Gesamtkosten in Höhe von 3600 Euro hatte sich die Kulturstiftung der Städtischen Sparkasse mit 1500 Euro beteiligt. Der Rest wurde mit Landesmitteln finanziert.

Die Graphiken zeigen Reiseskizzen aus Süddeutschland und Südtirol, darunter Stadtansichten. Auch spätromantische Motive wie Heiligenlegenden oder Sagenszenen hat Bode ins Bild gesetzt. Bauzeichnungen belegen, dass Bode sich auch als Architekt verstand. Der nun restaurierte Nachlass umfasst eine Reihe umsetzungsfähiger Wohnhausentwürfe.

Aus Sicht von Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer ist vor allem eine komplette Bauaufnahme des Isenburger Schlosses interessant, die um 1891/1892 angefertigt wurde, und die das Isenburger Schloss vor dem Umbau um 1900 zeigt. Leopold Bode, dessen Familie selbst im Isenburger Schloss gewohnt hat, hat unter anderem in Grundrissen die alte Raumaufteilung festgehalten.

Die Graphiken von Leopold Bode sind Teil der neuen Museumsabteilung „Kunst der Moderne – Grafische Sammlung" im Haus der Stadtgeschichte, die am 3. April eröffnet wurde. Interessierte können sich die Bode-Werke dort auf Nachfrage vorlegen lassen. Um sie vor Licht zu schützen, sind sie nicht ständig ausgestellt. Die Grafische Sammlung ist mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr und donnerstags, 10.00 bis 13.00 Uhr, sowie nach Vereinbarung zu besichtigen. Sie befindet sich im 2. Obergeschoss des historischen Bernardbaus, Herrnstraße 61. Der Zugang zu diesen neuen Räumen erfolgt über den Innenhof durch das Treppenhaus B.