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14. Februar 2011: Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung möchte in Offenbach eine ambulant betreute Wohngruppe für Demenzpatienten mit Begegnungsstätte und Informationszentrum einrichten. Das hessenweit einmalige Angebot soll bis Frühjahr 2012 in einem repräsentativen Gründerzeitbau, einem unter Denkmalschutz stehenden früheren Schulgebäude in der Geleitsstraße im Offenbacher Westend, entstehen. Der Magistrat hat nun beantragt, dass die Stadt den Aufbau und Betrieb des Demenzzentrums von 2012 bis 2014 mit jährlich 50.000 € aus dem Sozialetat unterstützt.

„Das Thema Demenz beschäftigt uns zunehmend – und wir überlegen, was wir an Hilfen anbieten können“, so Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Birgit Simon. Das Pilotprojekt der Frankfurter Stiftung, das vielfältige Beratungs- und Unterstützungsleistungen rund um das Thema Demenz kompetent unter einem Dach bündelt, ermögliche es vielen Menschen, trotz Demenz länger in der häuslichen Umgebung zu bleiben. Das komme den Wünschen vieler Angehöriger entgegen und könne dem Sozialhilfeträger helfen, Kosten für frühe stationäre Pflege zu ersparen.

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung hat sich als gemeinnützige Einrichtung zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu verbessern. Sie investiert nun knapp zwei Millionen Euro in die Anschaffung und Sanierung der Immobilie im Offenbacher Westend. In der Begegnungsstätte mit Informationszentrum für Demenzkranke und deren Angehörige sollen im Rahmen einer ambulant betreuten Gruppe auch Wohnplätze für bis zu zehn Demenzpatienten geschaffen werden. Zudem ist eine stundenweise Betreuung der Betroffenen möglich, um deren Familien zu entlasten.

Ziel dieses Projektes ist es, demenziell erkrankten Menschen sowie deren Angehörigen den Um-gang mit einer Demenzkrankheit zu erleichtern. Das Angebot im Offenbacher Westend soll dabei eine Alternative zur herkömmlichen Versorgung in Pflegeheimen oder stationären Einrichtungen darstellen. „Die Kombination und Zusammenführung von Beratung, Bildung, Leben und Wohnen haben in dieser Form modellhaften Charakter“, erklärt Peter Breuer, der Vorsitzende des Stif-tungskuratoriums.

Familien seien mit der Betreuung eines Demenzkranken häufig überfordert, während der Aufenthalt im Heim oft leidvolle Erfahrungen mit sich bringe, ergänzt Jutta Burgholte-Niemitz, Projektleiterin der Stiftung in Offenbach. Eine ambulant betreute Wohngruppe sei hier ein guter Mittelweg. Wie Bürgermeisterin Simon mitteilt, bestehe auch in Offenbach „noch ein erheblicher Bedarf an Angeboten für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen im Rahmen einer solchen ambulanten Betreuung“. Deshalb habe die Stadt die Stiftung bei der Erstellung des Konzepts und Auswahl einer geeigneten Immobilie tatkräftig unterstützt. Zusätzlich will die Kommune das neue Angebot der Stiftung über drei Jahre mit einer jährlichen Anschubfinanzierung in Höhe von 50.000 Euro fördern. Diesem Antrag des Magistrats muss die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen.

Der Einzug eines Menschen mit Demenz in eine ambulant betreute Wohngruppe ermöglicht dem Betroffenen, seine Selbstständigkeit und Selbstbestimmung weitestgehend zu erhalten. Die Mieter leben in eigenen Zimmern mit privaten Möbeln und gestalten den gemeinsamen Alltag mit professioneller Unterstützung. Das integrierte Info- und Kulturcafe soll ein zentraler Ort des Austauschs, der Kommunikation und Begegnung für Menschen mit und ohne Demenz werden. Ziel ist es, eine neue Kultur des Helfens aufzubauen, Schwellenängste abzubauen und Angehörige zu entlasten. „Wir möchten das Thema Demenz ins alltägliche Leben holen“, so Projektleiterin Burg-holte-Niemitz.


Über die Hans und Ilse Breuer-Stiftung
Die Hans und Ilse Breuer Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Unternehmer Hans Breuer gegründet. Ein wichtiger Impuls für die Gründung der Stiftung ging von den leidvollen Erfahrungen aus, die die Familie Breuer selbst mit der Alzheimer-Krankheit machen musste. Sowohl die Belastungen und Schwierigkeiten im Umgang mit der Krankheit und ihren Symptomen, als auch das Gefühl, ihr machtlos ausgeliefert zu sein, haben Hans Breuer und seine Familie dazu veranlasst, sich der Thematik anzunehmen und sich im Kampf gegen Alzheimer und andere Demenzkrankheiten zu engagieren.

Die Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist es, exzellente wissenschaftliche Forschung im Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen zu fördern und wissenschaftliche Netzwerke auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die Breuer Stiftung zahlreiche Projekte aus den Bereichen Versorgung, Betreuung und Therapie, die wesentlich dazu beitragen, das Leben von demenziell Erkrankten und ihren Familienangehörigen zu erleichtern.

Weitere Informationen zur Hans und Ilse Breuer-Stiftung: http://www.breuerstiftung.de/  

Ansprechpartner in der Stadt Offenbach:
Mathias Trümner-Friese, Telefon 069 / 8065-2820, mathias.truemner-frieseoffenbachde