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21. September 2011: Gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend möchte der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) seine Kooperation mit fünf Offenbacher Grundschulen ausbauen. Die Mittel aus dem Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“ kommen den Ganztagsklassen zu Gute, die in Zusammenarbeit mit dem EKO bestehen. Den Kindern in den kulturell heterogenen Grundschulklassen soll so eine bessere Förderung ermöglicht werden.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und hat Ende August mit einer Auftaktveranstaltung im Rathaus gestartet. Bis Sommer 2014 sollen alle am Offenbacher Ganztagsmodell beteiligten Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher ein gemeinsames Konzept entwickeln. Besondere Bausteine sind die Themen „Lerndiagnostik und –therapie“, „Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung“ sowie Sprachförderung. Mit der Aufnahme ins Förderprogramm hat der Bund den Modellcharakter der Offenbacher Ganztagsklassen im Hinblick auf Bildung und Prävention anerkannt.

Das Projekt hat einen geplanten Gesamtfinanzrahmen von 600.000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Davon übernimmt der Bund die Hälfte. Die andere Hälfte muss der EKO selbst aufbringen.

Ende Juli hatte der EKO den Förderantrag gestellt. Im Vorfeld waren die Leiter der beteiligten Ganztagsklassen sowie die jeweiligen Schulleiter eingebunden worden. Den Zuwendungsbescheid für das erste Förderjahr hat der EKO im August erhalten.

Insgesamt zielt das Projekt darauf ab, den Kindern ein Ganztagsangebot zu gewährleisten, das sie in ihrer gesamten Entwicklung gut unterstützt und begleitet. Die Kooperation zwischen Lehrkräften und Erzieherinnen soll auf einem gemeinsam entwickelten Konzept basieren. Besonderes Augenmerk liegt auf der Kommunikation mit den Eltern.

Konkret geht es darum, ein Konzept für einen Bildungstag zu erarbeiten, der in den Ganztagsklassen stattfinden soll. Eine Lerndiagnostik soll eingeführt werden, die es ermöglicht, den Entwicklungsstand der Kinder individuell zu bestimmen und Lernhemmnisse zu analysieren. Gezielte Schulungen sollen Pädagoginnen und Pädagogen in die Lage versetzen, die Kinder lerntherapeutisch zu unterstützen.

Eltern der Ganztagsschüler sollen systematisch ins Schulgeschehen eingebunden werden. Im Rahmen des Projektes wird es darum gehen, den Pädagoginnen und Pädagogen Methoden der Elternarbeit zu vermitteln, wie kulturelle Differenzen bewusst und produktiv genutzt werden können. Sprachförderung soll ebenfalls eine zentrale Rolle spielen, vor allem für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache.

Lehrkräfte und Erzieherinnen wollen das Projekt nutzen, um sich trotz unterschiedlicher pädagogischer Aufträge und Hintergründe die Basis für eine gemeinsam gestaltete Bildungsförderung der Kinder zu schaffen. Auch geht es um den Aufbau eines gemeinsamen Dokumentationssystems, das dazu betragen soll, Kindern den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule zu erleichtern.

Im Jahr 2011 wird bereits mit der Umsetzung von zwei Bausteinen begonnen: Jede beteiligte Schule arbeitet an zwei Tagen an der gemeinsamen Konzeptentwicklung. Darüber hinaus bilden sich alle Klassenlehrer/innen und Erzieher/innen der jeweils ersten Klassen eine Woche lang in Lerndiagnostik und –therapie aus und werden anschließend bei der Umsetzung in die Praxis durch Coaching begleitet.

Die Projektleitung liegt bei Hermann Dorenburg und Claudia Kaufmann-Reis (EKO) sowie bei Dr. Peter Bieniussa (Staatliches Schulamt für den Landkreis Offenbach und die Stadt Offenbach), Kooperationspartner ist das Offenbacher Projekt „Lernen vor Ort“.


Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms
„TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“.