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21. September 2011: Die Tagung Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie am Main fand am 15. Sept. mit großer Beteiligung von Bundes- und Landesbehörden in Offenbach statt.

„Viele Partner und Ideen haben wir dazu gewonnen und die Zusammenarbeit mit unseren oberen Behörden noch mehr intensiviert“, so das Fazit von Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Mobilität, die gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Darmstadt nach Offenbach ins Rathaus eingeladen hatte, um die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie am Main im Offenbacher Mainbogen auszuloten und zu diskutieren.

Insgesamt 48 TeilnehmerInnen aus kommunalen Organisationen und Verbänden, Planungsbüros, dernLandesbehörden mit Leitungs- und Fachkräften des Regierungspräsidiums Darmstadt aus den Fachbereichen Stadtplanung, Stadtentwicklung, sowie die Bundesverwaltung des Wasser- und Schifffahrtsamtes waren gekommen. Zahlreiche Natur-, Wasser- und Bodenschutzbehörden haben ebenso mitdiskutiert.

Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Birgit Simon eröffnete im Stadtverordnetensitzungssaal des Offenbacher Rathauses und begrüßte auch H. Klaus Bachert vom Hess. Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der dann die Grüße der Hess. Umweltministerin Lucia Puttrich überbrachte.
Simon zu den Zielen der Tagung: “Der Erfahrungsaustausch der Mainanlieger, wie der ökologische Zustand und die Wasserqualität des Mains verbessert werden können ist wichtig für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Gesundheitsbedingte Belastungen, die wir in Offenbach aufgrund des dichtbesiedelten Ballungsgebietes ertragen müssen sind oft nur schwierig zu verändern. Daher darf nichts unversucht gelassen werden, dass gemeinsam mit den Landes- und Bundesbehörden geeignete Massnahmen zur Umsetzung gefunden werden.“

Hollerbach: "Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dient der Stärkung der nachhaltigen und umweltverträglichen Wassernutzung innerhalb der EU. Durch die Aufstellung von Qualitätszielen und der Angabe von Methoden, leitet sie Städte, Kommunen und Länder an, wie sie in ihren Gewässern eine gute Wasserqualität erreichen und vor allem auch langfristig halten können. Unsere Chancen in Offenbach, den Fluss mit seinen zahlreichen Nutzungen als Wasserstraße, zur Naherholung, Fischerei, landwirtschaftlichen Produktion oder zur Energiegewinnung im Einklang mit den Betroffenen in den nächsten positiv zu entwickeln dürfen wir nicht verstreichen lassen. Diese komplexen Nutzungsinteressen im Ballungsraum machen die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zur Verbesserung des ökologischen Zustandes des Mains umso dringender.“

Im Tagungsprogramm wurden Fragestellungen zu Umsetzungsideen für Offenbach, für das Mainufer und die Mainaue im Bereich des Bürgel-Rumpenheimer Mainbogens genauso behandelt, wie auch Beispiele der Anliegerkommunen mit bereits umgesetzten Maßnahmen und Planungen . Weitere Themen waren welche Flächen zur Umsetzung von WRRL-Maßnahmen den Kommunen zur Verfügung stehen und wie Finanzierungen auch über Bund und Land erfolgen können.
Die Referenten stellten Umsetzungesprojekte aus Mühlheim, Frankfurt und vom bayerischen Mainteil vor. Beteiligt waren:

  • Dipl.-Biol. Franz-Josef Wichowski, Regierungspräsidium Darmstadt,
  • Dipl.-Biol. Gerd Karreis, Wasserstraßenneubauamt,
  • Dipl.-Ing. Wilfried Baumgartner, Landschaftsarchitekt BDLA, Planungsgemeinschaft Beuerlein/ Baumgartner,
  • Dipl.-Ing. Thomas Fabian, Amt für Bodenmanagement Heppenheim
  • Dipl.-Biol. Anne Schleißner, Magistrat der Stadt Mühlheim, FB Hochbau, Stadtökologie und Umweltschutz,
  • Dipl.-Geogr. Torsten Metzger, Ökobüro Gelnhausen GbR und
  • Dipl.-Ing. Ute Habelt, Magistrat der Stadt Offenbach, Amt für Umwelt, Energie und Mobilität.

In den Workshops am Nachmittag, geleitet von Franz-Josef Wichowski vom RP Darmstadt und Ute Habelt vom Amt für Umwelt, Energie und Mobilität Offenbach, konnten gemeinsam nächste Schritte zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie entwickelt werden.

Zusammenfassend ist eins der wichtigsten Ergebnisse, eine Verbesserung der Wasserqualität muss erreicht werden, um die Freizeitnutzung für die Stadtbevölkerung zu gewährleisten und damit auch die Erlebbarkeit des Flusses wieder zu stärken.
Die Beteiligten müssen alle „in ein Boot“: Bund, Land und Kommunen sollen die Flächenverfügbarkeiten prüfen und Umsetzungsprojekte sollen konkret vorgeschlagen werden. Ein Erfolgsrezept bereits durchgeführter Massnahmen, z.B. in Frankfurt war, dass zuerst die Planung vorlag und dann darauf aufgesetzt auch die Umsetzung möglich gemacht wird, eine starke Idee findet auch Verbündete.
Für das Regierungspräsidium Darmstadt fasste Dezernatsleiterin Elisabeth Geselle zusammen: „Die Dynamik die hier in Offenbach zu spüren ist, findet nicht nur bei dem RP Darmstadt Unterstützung sondern auch wir, das Land und der Bund müssen unsere Hausaufgaben noch machen, um Unklarheiten in Zuständigkeitsfragen zwischen uns zu beseitigen, damit wir den Kommunen den Rahmen für ihr Handeln bieten können.“

Zum Schluss das Fazit von Heike Hollerbach, die auch moderierte: “Diese Veranstaltung ist sicher nur ein Auftakt, ein Austausch der Fachleute für die Entwicklung des Mains in den nächsten Jahren bleibt nach wie vor wichtigste Aufgabe und soll auch projektbezogen fortgesetzt werden."