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Eine Klassenfahrt, die Mitgliedschaft in einem Verein, die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen oder einfach ein paar Nachhilfestunden, um die Versetzung nicht zu gefährden: viele Eltern im SGB II-Bezug würden ihren Kindern gerne mehr ermöglichen, können aber das Geld dafür nicht aufbringen und scheuen den Weg durch den Formulardschungel. Denn seit 2011 stehen Kindern aus sozial schwachen Familien 10 EURO im Monat zur Verfügung, die zweckgebunden „zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben beantragt“ werden können. Mit der „Bildungskarte“ der MainArbeit kommen Kinder und Leistungserbringer leichter zusammen.

„Denn“, so die Erfahrung von Matthias Schulze-Böing, Geschäftsführer des kommunalen Jobcenters MainArbeit, „die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaketes werden nicht in vollem Umfang abgerufen.“ Sei es aus Unwissenheit oder unübersichtlichen Formularen, denn seitens der Mainarbeit sei man intensiv bemüht, „den Kunden, also Familien, Eltern und Kindern die Möglichkeiten aus dem Bildungs-und Teilhabepaket aufzuzeigen“, so Schulze-Böing weiter.
Rund 6.500 Anträge wurden in den letzten Monaten gestellt, insgesamt 4.936 wurden bewilligt. Abgelehnt wurden nur 620 Anträge. Das betrifft meist Anträge auf Schülerbeförderung oder Lernförderung, erläutert der Geschäftsführer: „Hier gilt es allerdings zu differenzieren. So gibt es natürlich Nachhilfestunden, wenn die Versetzung gefährdet ist, aber nicht um den Notendurchschnitt zu verbessern.“
In den meisten Fällen wurden Gelder für die Mittagsverpflegung in der Schule oder in der Kindertagessstätte beantragt und bewilligt (3.388), aber auch finanzielle Unterstützung bei Klassenfahrten (897) und Lernförderung (127). Weitere 802 Anträge wurden im Bereich „Teilhabe am kulturellen Leben“ gestellt, von denen bisher 465 positiv beschieden wurden. 277 Anträge befinden sich noch in der Prüfung.

Damit mehr Kinder in Offenbach ihre Ansprüche aus dem Bildungs-und Teilhabepaket realisieren können, hat die MainArbeit gemeinsam mit der Offenbacher Kreativagentur unikat wertvoll und dem Servicedienstleister sodexo Pass Gmbh aus Frankfurt ein umfassendes Paket aus Flyer, Scheckheft und Bildungskarte geschnürt.
„Freundlich, ansprechend und insgesamt sehr gelungen“, lautet das Urteil des zuständigen Dezernenten Dr. Felix Schwenke. Schließlich erinnern beispielsweise die Antragsformulare nur noch entfernt an eine Verwaltung: ob Sport & Kultur, Bus & Bahn, Klassenfahrten & Ausflüge, Mittagessen in KITA & Schule oder Nachhilfe & Lernförderung, jeder Antrag ist in frischen Farben und mit Piktogrammen gestaltet. „Es ist ein Guthabenheft“, erklärt Katja Röder von der Agentur unikat wertvoll, „das soll auch die Gestaltung unterstreichen“.
In Kombination mit der Bildungskarte werden die Leistungen kinderleicht abrufbar. Denn ist der Antrag von der MainArbeit erst einmal bewilligt, können diese bargeldlos beim Leistungserbringer eingelöst werden. Die Bildungskarte leitet auf das Webportal www.bildungskarte-offenbach.de , dort können Kinder und Eltern genau sehen, welche Bildungsträger, Sportvereine, Musikschulen etc. genutzt werden können und welche Leistungen bewilligt wurden. Auf der anderen Seite vereinfacht die Karte die Abrechnung zwischen MainArbeit und den jeweiligen Trägern.
Am 8.November 2012 hat die MainArbeit alle der rund 250 Vereine und Bildungsträger in Offenbach zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um die Bildungskarte vorzustellen. Scheckheft und Bildungskarte sind ab 1. Dezember 2012 verfügbar.

BU: Ein Modell der Offenbacher Bildungskarte in der Hand von (v.l.n.r.) Florian Zang, Projektleiter, Matthias Schulz-Böing, Geschäftsführer der MainArbeit, Dr. Felix Schwenke, Stadtrat für Arbeit, Soziales, Bildung und Integration mit George Wyrwoll, Corporate Relations Manager der Sodexo Pass GmbH