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Offenbach braucht einen Masterplan. Sein Ziel ist, Leitplanken für Wirtschaft, Wohnen und Umwelt zu setzen und den gemeinsamen Rahmen optimal abzustimmen und zu vernetzen. Mit einem Masterplan werde die nachhaltige positive Entwicklung der Stadt als starker Partner in einer dynamischen Region forciert.

Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main und Magistrat werden gemeinsam die Erstellung eines solchen Plans in Angriff nehmen und dafür finanzielle Mittel bereitstellen. Konsens zwischen Stadt und IHK herrscht auch in der Einschätzung der Wichtigkeit kurzer Genehmigungszeiten für ein positives Wirtschaftsklima. Geschwindigkeit in den Verfahren ist ein Markenzeichen der Stadt. Die Stadt Offenbach wird daher das Bauaufsichtsamt stärken, um die wachsende Zahl der Bauanträge unbürokratisch zu bearbeiten und um noch schneller zu werden.

Weichenstellungen für den Strukturwandel
Zu dem Strategiegespräch über die künftigen Weichenstellungen für die Offenbacher Wirtschaft hatte Oberbürgermeister Horst Schneider den Präsidenten der IHK, Alfred Clouth, IHK-Hauptgeschäftsführerin Eva Dude und den Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Jürgen Amberger eingeladen. Tagesordnung des Gesprächs waren Weichenstellungen, die helfen, den Strukturwandel der ehemaligen Industriestadt Offenbach hin zu einem Dienstleistungsstandort zu meistern und dabei gleichzeitig die bestehende gewerbliche Wirtschaft zu stärken.
Anfang des Jahres hatte die IHK „Zukunftsperspektiven für die Region Offenbach am Main“ formuliert und zwei Szenarien, Stillstand oder positive Stadtentwicklung, für den IHK-Bezirk Offenbach gegenübergestellt. Stadt und IHK, auch das ist Ergebnis des Gesprächs, ziehen an einem Strang. Unternehmen müssen in Offenbach optimale Rahmenbedingungen haben. Alle Aktivitäten von Stadt und Kammer müssen sich an diesem Ziel orientieren.

OB Schneider: „Seit 2008 veröffentlicht die Wirtschaftsförderung der Stadt einen Jahresbericht, der die Wirtschaftsentwicklung Offenbachs und die Ergebnisse der Aktivitäten der Wirtschaftsförderung analysiert. Auf Grundlage dieser Beschreibung formuliert die Studie strategische Ziele kommunaler Wirtschaftspolitik. Bausteine dieser Berichte könnten in den Masterplan einfließen“. Alle Fachbereiche der Stadt und der IHK tragen mit ihren vielfältigen Aktivitäten zur positiven Entwicklung Offenbachs bei. IHK-Präsident Alfred Clouth stellt heraus: „Die IHK schöpft ihre Anforderungen an die Stadtentwicklung aus der Wirtschaftspraxis. Bei uns bringen Unternehmer ihre Erfahrungen aus Offenbach und dem Vergleich mit anderen Standorten ein.“

Einbindung von Parlament und Bürger
In einem gemeinsamen Workshop wollen Stadt und IHK zunächst Aufgabe sowie Vorgehensweise bei der Erstellung eines Masterplans festlegen. Er ist jährlich fortzuschreiben. In die Ergebnisse der Arbeit müssen Parlament und Bürger eingebunden werden.

Ein starker Wirtschaftsstandort Offenbach braucht auch ein gutes Wohnungsangebot für die Mittelschicht. Oberbürgermeister Horst Schneider: „Offenbach hat ein kleines Stadtgebiet. Wohnen und Arbeiten konkurrieren auch um die knappen Flächen. Mein Ziel ist, neue Wohngebiete in unmittelbarer Nähe zur S-Bahn auszuweisen. Die Umwandlung von Gewerbeflächen in Grundstücke für Wohnen in der Siemensstraße an der S-Bahn-Haltestelle Offenbach Ost wird von der Industrie- und Handelskammer kritisiert. In diesem Punkt gibt es einen Dissens. Einig sind wir uns, dass über eine rasche Mobilisierung von Grundstücken auf dem ehemaligen Allessa-Gelände Gewerbeflächen für die wirtschaftliche Entwicklung zur Verfügung gestellt werden.“ IHK-Hauptgeschäftsführerin Dude betont, dass die Knappheit an Gewerbeflächen in Offenbach dazu dränge, neue Flächen für potentielle Investoren bereitzuhalten und dass keinesfalls eine Reduzierung hinzunehmen sei.

Entwicklungspotenziale bündeln
Schneider abschließend: „Das Gespräch hat die vielfach grundlegende Übereinstimmung zwischen Kammer und Stadt über die Herausforderungen, vor denen Offenbach steht, bestätigt. Wir sind uns im Handlungsrahmen einig. Ich freue mich, dass die Kammer die Idee eines Masterplans aufgegriffen und in einem Szenario dargestellt hat. Offenbach braucht diesen Konsens für die anstehenden Entscheidungen“. Clouth unterstreicht: „Mit einem solchen Masterplan können die räumlichen Entwicklungspotentiale, wie der Hafen oder das Allessa-Gelände, und die strukturellen Stärken Offenbachs, wie zum Beispiel die Kreativwirtschaft, gebündelt und wahrnehmbar gemacht werden.“