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Ergänzende Informationen im Nachgang zum Pressetermin vom 12. Dezember.

Im 1953 eröffneten Klingspor-Museum haben die Werke namhafter Schriftkünstler eine Heimat gefunden, zur Sammlung gehören auch herausragende Werke der Bildenden Kunst des Expressionismus wie die Bergpredigt von Rudolf Koch. Die großformatige Arbeit und weitere Blätter wurden in den letzten Wochen umfassend restauriert und gereinigt und können bald wieder der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Bei aller Vorsicht und Behutsamkeit kommt es bei Papier zu kleinen Rissen, Wölbungen oder Verfärbungen. Vor allem, wenn die Aufbewahrungsmöglichkeiten nicht immer optimal sind: Sonneneinstrahlungen, Temperaturschwankungen oder säurehaltige Passepartouts haben bei manchen Arbeiten im Laufe der Zeit ihre Spuren hinterlassen. Umso glücklicher zeigt sich Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor-Museums über die restaurierten Arbeiten von Rudolf Koch, „kaligraphischen Werken von zentraler Bedeutung, die ein Gegenstück zu den typographischen Beständen des Klingspor-Museums bilden.“ Die Mitte der zwanziger Jahre entstandenen Blätter, in denen Koch „Sünde“, die einzelnen Todsünden und eben die Bergpredigt als Texturreihen in Form eines Kreuzes darstellte, sind ein „expressionistischer Schatz“, schwärmt Soltek.
Neben diesen Blättern wurden auch Arbeiten von Rudo Spemann an Papierrestauratorin Martina Noehles vom Atelier Carta in Mühlheim übergeben. Sie ist den Beschädigungen mit Japanpapier, Reisstärkekleister und Trockenreinigungsmaßnahmen zu „Leibe gerückt“ und hat Grundbestand und Stabilität der Blätter wieder hergestellt.
Auch wenn Papierrestaurierungen eigentlich selbstverständlich seien und zur Pflege des Bestands gehören, erklärt Soltek, stehen seinen Mitarbeitern und ihm jährlich nur etwa 5.000 EURO städtische Mittel zur Verfügung. Rund 1.700 EURO haben die Restaurierungsmaßnahmen gekostet.

Die Sammlung der Leser des Magazins Ars pro Toto der Kulturstiftung der Länder ermöglicht ein weiteres Restaurierungsprojekt mit Gesamtkosten von rund 7.000 EURO: 3700 € sind durch den Aufruf an die Öffentlichkeit für die Restaurierung von 25 Zeichnungen des Illustrators Alfred Kubin zum Propheten Daniel zusammengekommen. Und mit Mitteln des Hessischen Museumsverbandes und der Stiftung kann die Restaurierung von über 50 Blättern mit Holzschnitten des flämischen Künstlers Frans Masereel aus der Sammlung Paul Ritter angegangen werden. Nach der Restaurierung lassen sich diese und die anderen Arbeiten wieder dauerhaft aufbewahren und natürlich auch ausstellen. Und auch angereiste Fachbesucher aus aller Welt können die restaurierten Originale im Archiv des Museums nun wieder in Augenschein nehmen.

BU:
Museumsleiter Dr. Stefan Soltek und seine Mitarbeiterinnen Stephanie Ehret und Martina Weiß mit der "Bergpredigt" von Rudolf Koch.