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Einzelprojekte wie die Renaturierung des Kuhmühlgrabens und die Verbreiterung des südlichen Laufs der Bieber, aber auch Maßnahmen zum Klimaschutz stehen in den nächsten Monaten auf der Projektliste des Amtes für Umwelt, Energie und Mobilität.

Schließlich“, betont Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Birgit Simon bei der Vorstellung der diesjährigen Projektplanung, „hat die umgebende Welt und deren Schutz auch einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an der Stadtentwicklung.“

Beispielhaft hierfür nennt Simon die geplanten Stadtklimauntersuchungen, die in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst durchgeführt werden. Dabei wird an drei noch zu definierenden Standorten über einen Zeitraum von 12 Monaten die Temperatur im Stadtgebiet gemessen, um die Veränderungen in städtischen Wärmeinseln zu ermitteln. Denn die Entwicklung von Kalt- beziehungsweise Warmluftbereichen kann durchaus Einfluss auf die die Gesundheit der Bewohner und deren Wohlbefinden haben. Von den Ergebnissen erhofft sich Amtsleiterin Heike Hollerbach Erkenntnisse über den Klimawandel, aber auch Daten, die als Planungsgrundlage für die weitere Stadtentwicklung dienen können. „Denn“, so Hollerbach, „in hochverdichteten Zentren herrschen andere klimatische Bedingungen. Diese machen eine andere Planung erforderlich, um die Aufenthaltsqualität zu sichern.“ Erste Berücksichtigung findet dies bei der Ausschreibung für die Neugestaltung des Stadthofs, bei der auf temperaturausgleichende Materialien und ausreichende Freiflächen geachtet wurde.

Dass sich auch das individuelle Mobilitätsverhalten auf das Klima auswirkt und wie sie mit einfachen Mitteln einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten können, haben die Kinder und Eltern der Ernst-Reuter-Schule in Rumpenheim bereits beim angebotenen Mobilitätsmanagement lernen können. Das Angebot des Umweltamtes wird in diesem Jahr auf die Goetheschule im Nordend ausgeweitet und umfasst neben der klassischen Verkehrssicherheitsarbeit auch Anleitungen zu alternativen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn, dem Fahrrad oder eben dem Fußmarsch.

Im Rahmen des Luftreinhalteplans ist 2012 auch die weitere Verbesserung der bestehenden Fahrradinfrastruktur vorgesehen. So sollen Einbahnstraßen geöffnet und Lücken im Radwegenetz geschlossen und das Bike*Ride-Angebot erweitert werden. „Grundsätzlich“, so Hollerbach, „geht es um die Umgestaltung des öffentlichen Raums zugunsten des Fuß- und Radverkehrs. Dazu zählt Barrierefreiheit ebenso wie verkehrsberuhigte Bereiche.“

Aber auch eine entsprechende Verkehrssteuerung trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei. So will die Umweltderzernentin das Verkehrsdezernat motivieren, um im Schulterschluss gemeinsam Halte- und Beschleunigungsvorgänge an Ampeln zu optimieren. Auch in der Frage, wie sich der LKW-Verkehr an den „hots spots Mainstraße und der Unteren Grenzstraße“ möchte Simon gemeinsam mit dem Dezernat eine Lösung finden.

Aktuell nicht im Luftreinhalteplan enthalten ist die geplante Umweltzone. Hier hofft Simon in diesem Jahr auf eine entsprechende Entscheidung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV), um dem Beispiel Frankfurts folgen und auch in Offenbach Feinstaub- und Stickstoffdioxidkonzentrationen in der Luft begrenzen zu können.

Bewegung kommt in das brachliegende Gelände der Schleifmaschinenfabrik MSO am Odenwaldring. Von den großen Gebäuden der Firmen Mayer & Schmidt ist nach dem Strukturwandel in der Maschinenbauindustrie Offenbachs in den Jahren nach 1970 nichts erhalten geblieben. Mit Fördermitteln der Hessischen Landesregierung wird eine Bodenuntersuchung durchgeführt, um der Wirtschaftsförderung bessere Möglichkeiten zur Vermarktung des Geländes zu geben. „In Kombination mit Teilen der jetzt leerstehenden Fläche von Honda bieten sich dann viele Möglichkeiten“, so die Bürgermeisterin.

Eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten steht auch 2012 wieder auf der Agenda des Amtes für Umwelt, Energie und Mobilität. Neben diversen Exkursionen ist das Amt mit Ausstellungen wie beispielsweise anlässlich der „Woche der Sonne“ im Rathaus vertreten und plant auch in diesem Jahr wieder eine Klimaschutzkonferenz. Neu ist das Angebot an Bauherren einer ersten kostenlosen Beratung bei der Bauplanung und Bauausführung bei der energetischen Gebäudesanierung. „Dabei wollen wir“, erläutert Amtsleiterin Hollerbach, „auch durch den Formulardschungel helfen“. Denn neben der Baubegleitung und dem Qualitätsmanagement kennt das Umweltamt auch eventuell abrufbare Fördermittel und hilft bei deren Beantragung. Auch Gewerbetreibende und Unternehmen möchte Hollerbach in diesem Jahr gezielt über Energiesparmöglichkeiten informieren, daher bietet das Umweltamt auch Unternehmen eine kostenlose Energieberatung an.
Außerdem gibt es ganzjährig die kostenlose Energieberatung für Privatpersonen.

Fortgesetzt werden auch die stadtteilbezogenen „Haus-zu-Haus-Beratungen“, bei denen Informationen über Energiesparmaßnahmen für Ein- und Zweifamilienhäuser angeboten werden. In den nächsten fünf Jahren will das Umweltamt fünf Stadtteile beraten, Ziel ist es die Sanierungsquote zu verdoppeln. Diese liegt bundesweit zwischen einem und zwei Prozent. Nachdem im vergangenen Jahr Eigenheime in den Stadtteilen Rosenhöhe und Tempelsee thermografisch erfasst und deren individuelles Einsparungspotential ermittelt wurde, werden die „Haus-zu-Haus-Beratungen“ im Februar 2012 im Lauterborn und in der Carl-Ulrich-Siedlung fortgesetzt. Eine solche Initialberatung dauert circa 30 Minuten und auch Bürgermeisterin Birgit Simon geht davon aus, dass vor allem die individuelle Berechnung für viele einen wichtigen Impuls darstellt, entsprechende Investitionen zu tätigen. „Denn“, ergänzt Hollerbach, „unterm Strich zeigen wir, wie oftmals mit kleinen Mitteln Geld gespart werden kann.“