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Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die am gestrigen Pressetermin nicht teilnehmen konnten.

Bereits seit einiger Zeit sind die Kastanien am Wilhelmsplatz grüne Sorgenkinder der Stadt. Im November 2011 erteilte die Stadtverordnetenversammlung den Auftrag, alle Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Bäume zu gewährleisten. Nun wurde der Zustand der 30 Bäume geprüft.

Ein Baumgutachter nahm die grünen Riesen am Rande des Wilhelmsplatzes unter die Lupe. Die braunen Stellen an den Blättern sind jedoch auch für Laien gut zu erkennen. Die so genannte Blattrandnekrose trocknet die Blätter von außen nach innen aus. Grund dafür ist vor allem Trockenstress, der durch Wassermangel, Verdichtung des Erdreichs oder Streusalz verursacht werden kann.

Bäume bleiben erhalten
Trotz der Belastung sind 27 Kastanien in erhaltungswürdigem und vor allem in erhaltungsfähigem Zustand. Um zwei weitere ist es nicht ganz so gut bestellt und ein Baum steht unter besonderer Beobachtung des ESO, der sich um die Baumpflege kümmert.
Um den Zustand der Bäume so schnell wie möglich zu verbessern, hat die beauftragte Arbeitsgruppe rund um das Amt für Stadtplanung und Baumanagement folgende Maßnahmen beschlossen:

Seit Mai werden die Bäume auf der West- und der Ostseite verstärkt bewässert. 13 Bäume auf der westlichen Seite werden bis Ende Oktober alle zwei Wochen, in heißen Witterungsphasen wöchentlich, mit je 750 Liter pro Baum gegossen.
Die 11 Bäume auf der östlichen Platzseite werden nur alle vier Wochen, in heißen Phasen alle zwei Wochen, gewässert.
Bisher hat der ESO nur acht Mal im Jahr gewässert.
Die südlichen Standorte sind nicht mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet. Sie werden auch in den folgenden Monaten nicht mit Wasser versorgt.
Am Ende des Jahres soll ausgewertet werden, wie sich die unterschiedlichen Bewässerungsmengen auf die Bäume auswirkt. Aufgrund der Ergebnisse wird ein langfristiges Pflegekonzept für die Bäume abgeleitet.
Weil auch Salze im Boden die Wurzel an der Aufnahme von Wasser hindern können, trägt der Einsatz von Streusalz zur Blattrandnekrose bei. Ziel ist es, nur noch dann Streusalz einzusetzen, wenn zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit keine anderen Mittel Wirkung zeigen.

Bewässerungsanlage wird ergänzt
Auch bauliche Maßnahmen sollen zum Erhalt der Kastanien beitragen.
Dazu zählt zum einen die Ergänzung der Bewässerungsanlage im südlichen Teil des Wilhelmsplatzes und zum anderen den Einbau eines Stammschutzes. Mit Stahlbügeln sollen Schäden am Stamm sowie eine weitere Verdichtung des Bodens durch mechanische Belastung verhindern. Die Montage der 27.000 Euro teuren Bügel beginnt Ende 2012. Die Sanierung von sechs Baumstandorten kostet 40.000 Euro uns ist für 2013 geplant.

Grundsätzlich hat der Baumgutachter festgestellt, dass die Kastanie nicht der richtige Baum für den belebten wie beliebten Platz in der Innenstadt ist, da sie zu empfindlich auf Trockenheit und Bodenverdichtung reagiert. Nun ist zu diskutieren, ob im Falle einer Nachpflanzung in Zukunft eine andere Baumart zu wählen ist.