Sprungmarken
Suche
Suche

Die Stadt Offenbach am Main gehört zu den Gewinnern des Bundeswettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz 2012“, den das Bundesumweltministerium in Kooperation mit dem „Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz“ ausgeschrieben hat. Offenbach erhielt die Auszeichnung für eine kommunale Kampagne zur Steigerung der energetischen Sanierungsquote von Ein- und Zweifamilienhäusern. Heike Hollerbach, Amtsleiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz nahm den Preis während der Konferenz „Mit der Energiewende kommunale Zukunft gestalten“ in Berlin entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Klimaschutzvorhaben zu investieren.

Der Offenbacher Umweltdezernent, Bürgermeister Peter Schneider: „Wir werden das Preisgeld in eine zusätzliche Klimaschutzmaßnahme in einer sozialen Einrichtung wie einem Seniorentreff oder einer Kindertagesstätte investieren, beispielsweise in die energetische Optimierung der Fenster oder Heizungsanlage, auf jeden Fall in eine Maßnahme, die wir uns sonst nicht hätten leisten können. Damit gewinnen wir alle, die Senioren oder Jugendlichen und der Stadtteil.“

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche, gratulierte Offenbach und den weiteren Preisträgern. Reiche: „Städte, Gemeinden und Landkreise bringen den Klimaschutz voran. Mit einer Vielfalt innovativer Strategien und Maßnahmen erfüllen sie die Energiewende vor Ort mit Leben.“.

Von Haus zu Haus – persönliche Beratung vor Ort
Um die seit Jahren niedrige energetische Sanierungsquote von Ein- und Zweifamilienhäusern zu steigern, hat die Stadt Offenbach die Kampagne „Von Haus zu Haus“ ins Leben gerufen, die zunächst in den Stadtteilen Tempelsee, der Carl-Ulrich-Siedlung und im Lauterborn gestartet wurde. Die Stadt verfolgt dabei das Ziel, Hausbesitzer durch unabhängige und kostenlose Informationsangebote zu wirtschaftlich und energetisch sinnvollen Sanierungsmaßnahmen zu motivieren. Deutschlandweit sind gerade im Gebäudebestand enorme Einsparpotenziale für CO2-Emissionen zu identifizieren.

Thermografie zeigt energetische Schwachstellen auf
Um möglichst viele Hausbesitzer zu erreichen, hat die Stadt verschiedene Bausteine für die Kampagne entwickelt: So wurden von sämtlichen Ein- und Zweifamilienhäusern der Stadtteile Thermografieaufnahmen angefertigt und den Besitzern zur Verfügung gestellt. Anschließend gingen von der Stadt beauftragte Energieexperten von Haus zu Haus und boten den Eigentümern eine kostenlose und unabhängige Beratung auf Grundlage der Thermografieaufnahmen und der Besichtigung der Häuser an. Thematisiert wurden dabei nicht nur mögliche Sanierungsmaßnahmen, sondern auch deren Wirtschaftlichkeit und potenzielle Förderungen. Hausbesitzern, die sich für Sanierungsmaßnahmen entschieden haben, bietet die Stadt eine Begleitung bei der Planung und Ausführung der Arbeiten an. Alle Angebote sind freiwillig und kostenlos und werden von der Stadt als Dienstleistung für die Bürger erbracht.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: In den ersten „Aktions-Stadtteilen“ konnte knapp die Hälfte aller Hausbesitzer beraten werden, rund acht Prozent davon planen letztlich Sanierungsmaßnahmen an ihren Häusern. Aufgrund des Erfolgs möchte die Stadt ihre Kampagne bis 2015 noch auf drei weitere Stadtgebiete ausdehnen. Neben der Haus-zu-Haus-Beratung für Eigentümer bietet die Stadt Offenbach seit 2010 allen Bürgern eine kostenlose Energieberatung im Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Hierbei werden nach telefonischer Terminvereinbarung Hausbesitzer, Wohnungseigentümer, Mieter und Firmen rund um das Thema Energieeinsparung durch Nutzerverhalten und Sanierung beraten. Die Nachfrage hat sich seit Beginn der Haus-zu-Haus-Kampagne auf ca. 70 Beratungen im Jahr gesteigert.

Beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2012“, den das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gemeinsam mit dem beim Deutschen Institut für Urbanistik angesiedelten „Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz“ durchgeführt hat, wurden insgesamt 163 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Stadt Offenbach am Main hat sich mit der Aktion „Von Haus zu Haus“ in der Kategorie „Kommunaler Klimaschutz zum Mitmachen“ beworben. In dieser Kategorie gab es 37 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden, die jeweils ein Preisgeld von 20.000 Euro erhalten.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Preisverleihung und vom ausgezeichneten Projekt unter www.klimaschutz-in-kommunen.de/wettbewerb.