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Alle 46 Bäume in der Frankfurter Straße sollen, so der Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit Matthias Müller, im nächsten Jahr ausgetauscht werden. Wurzel und Ballen der Baumhasel sind von der Verticillium-Welke befallen. Gutachter diagnostizierten jetzt den Pilzbefall, gegen den es kein wirksames Gegenmittel gibt. Die Kosten für die Neupflanzung betragen, so Müller, rund 170.000 Euro. Die exakte Summe werde derzeit ermittelt. Die notwendigen Mittel sollen im Haushalt 2013 veranschlagt werden.

Die Baumhaseln in der Frankfurter Straße haben in den letzten Jahren nicht mehr so kräftig austrieben wie üblich. Sie zeigten Welke-Erscheinungen. Einige Bäume hatten keine Blätter mehr. Im Mai 2011 beauftragte das Referat Stadtgrün im Amt für Stadtplanung und Baumanagement einen Gutachter mit der Ursachenerforschung. Dieser ließ zunächst vier abgestorbene Bäume fällen und die Baumgruben öffnen, um Wurzelballen, das Substrat und die Beschaffenheit der Grube zu untersuchen. Gerade in den Innenstädten sind Bäume vielen schädigenden Belastungen ausgesetzt: Trockenheit, starke Strahlung, Schadstoffe in der Luft und im Boden, anhaltend starker und trockener Wind im Sommer und einer Vielzahl von Schädlingen übers Jahr.

Die ersten Untersuchungen erbrachten kein aussagekräftiges Ergebnis. Deshalb wurde im September ein fünfter, absterbender Baum begutachtet. Der Experte entnahm aus Teilen des noch lebenden Gewebes eine Probe und analysierte sie im Labor. Erst hier konnte der Verursacher, der Pilz Verticillium, identifiziert werden. Der Pilz dringt über die Wurzeln in den Baum ein und breitet sich in seinen Leitungsbahnen aus. Hier werden Toxine ausgebildet. Der Baum beginnt zu welken und stirbt ab. Die Untersuchung zeigte auch, dass sich die Pilzinfektion über das Baumgrubensubstrat verbreitet hat. In absehbarer Zeit werden alle Bäume in der Frankfurter Straße betroffen sein.

Eindeutige Feststellung des Gutachters ist: „Für das weitere Vorgehen bedeutet der Befund, dass alle Baumhaseln gefällt werden müssen und das Baumgrubensubstrat vollständig auszutauschen ist“. Der Austausch erfolgt in einem Zug, damit nicht alte infizierte Bäume den Pilz auf die neuen Pflanzungen übertragen.

Die Baumhasel in der Frankfurter Straße wurde während ihres Umbaus im Jahr 1999 gepflanzt. Die Stadt Offenbach hat jetzt intensiv geprüft, ob damals der Schaden schuldhaft verursacht wurde. Diese Frage kann verneint werden. Zu jenem Zeitpunkt war eine Prüfung des Baumsubstrats auf Verticillium-Verunreinigungen nicht Vorschrift. Der Pilz befällt nicht alle Baumarten, aber auch Sträucher und Nutzpflanzen. Er liebt Wärme und Feuchtigkeit. Der Schädling hat sich beispielsweise bei Erdbeerpflanzen in den letzten Jahren stark ausgebreitet. In den Niederlanden gibt es Gebiete, in denen sechzig Prozent der Gemüsepflanzen infiziert sind. Gegen den Verticillium helfen keine chemischen Mittel. Notwendig ist ein kompletter Austausch der Erde.