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Der Grundsatzbeschluss des Magistrats zum Sanierungsprozess des Klinikums ist "wohl für niemanden eine Überraschung", so Krankenhausdezernent und Stadtkämmerer Michael Beseler. Denn nach wie vor gehe es darum, für das Klinikum Offenbach in kommunaler Trägerschaft eine wirtschaftliche Perspektive zu erarbeiten und diese umzusetzen, so Beseler bei der Vorstellung der beschlossenen Eckpunkte.

Dass bis 2015 durchaus ein positives Ergebnis vor Abschreibung, Zinsen und Steuern erreichbar sei kann, zeigt das aktuelle Sanierungskonzept der Geschäftsführung des Klinikums auf. Dieses wurde Mitte Dezember vom Aufsichtsrat des Klinikums bestätigt und sieht neben Optimierungsmaßnahmen innerhalb des medizinischen Bereiches und der Verwaltung auch die Aufspaltung in eine Betriebsgesellschaft und einen Eigenbetrieb vor.

Die Ausgliederung der Grundstücke und Immobilien in einen städtischen Eigenbetrieb zur Entschuldung des Unternehmens wird derzeit geprüft und muss auch vom Land und der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Inzwischen sind auch das Innenministerium sowie das Sozial- und Finanzministerium mit der Causa Klinikum Offenbach befasst. Denn die Refinanzierung der Grundstücke und Gebäude verbliebe weiterhin bei der Stadt Offenbach, und würden den städtischen Haushalt mit Zinsen und Abschreibungen zwischen 13 und 15 Millionen EURO jährlich zusätzlich belasten.

Rund 220 Millionen EURO Schulden hat das Klinikum Offenbach, darin enthalten sind auch Verbindlichkeiten, die die neue GmbH 2004 bereits vom alten Klinikum übernommen hatte sowie die Kosten für den im Sommer 2010 bezogenen Neubau.

In Kooperation mit dem Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH, dem Klinikum Frankfurt Höchst und den Wiesbadener Dr. Horst-Schmidt-Kliniken war zudem der Bau eines gemeinsamen Logistikzentrums in Bieber-Waldhof vorgesehen. Die Investitionskosten sollten anteilig ca. 9,6 Millionen EURO betragen. „Eine Summe“, so Beseler, „die aufgrund der ohnehin schon angespannten finanziellen Situation des Klinikums Offenbach GmbH kaum darstellbar ist.“ Daher hat der Magistrat den bereits gefassten Beschluss nun zurückgenommen: das Logistikzentrum wird nicht gebaut und anstelle dessen werden nun Alternativkonzepte geprüft, wie die Warenwirtschaft des Klinikums effektiv organisiert werden kann.