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Die Beinahe-Kollision eines startenden Flugzeuges mit einem Kranichschwarm lässt Bürgermeister Peter Schneider an der Zuverlässigkeit des Warnsystems am Frankfurter Flughafen zweifeln! Bürgermeister Peter Schneider: "Am Vormittag des 26. Oktober 2012 konnte aus dem Rathaus nur mit Entsetzen beobachtet werden, was niemand erwartete. Zur Zeit finden Überflüge von großen Kranichschwärmen nach Südwesten statt und Flugzeuge vom Frankfurter Flughafen waren genau auf Kollisionskurs!

Die startenden Flugzeuge dürften aber, wenn das Überwachungs- und Kontrollsystem wirklich funktionieren würde gar nicht auf Kollisionskurs entgegen der Zugroute der Vögel in Ostrichtung sein.“

Kurz nach 10 Uhr kam es am 26. beinahe zur Katastrophe:
Ein in Richtung Westsüdwest ziehender, etwa 1000 Tiere zählender Schwarm kam einer über dem Oberräder Wald aufsteigenden Maschine so nahe, dass über die Hälfte der Vögel, wohl im Einflussbereich der Triebwerksabgase, fast eine Minute lang hilflos wie Konfetti durch die Luft gewirbelt wurde, bevor sie ihren Flug wieder kontrollieren konnten. Erst nach diesem Ereignis waren bis zum vorübergehenden Abebben des Kranichzuges keine Starts in Ostrichtung zu beobachten. Ähnliches war dann in der Mittagszeit des 27. Oktober über dem Oberräder Wald noch einmal zu erleben.
„Muss es erst zur Katastrophe kommen, bevor das Überwachungssystem verbessert wird?“ fragt Peter Schneider, Bürgermeister und Umweltdezernent in Offenbach. „Die Notlandung eines Großflugzeuges im Hudson-River im Januar 2009 nach Kollision mit einem Gänseschwarm sollte die letzten Skeptiker davon überzeugt haben, dass solche Ereignisse auch im Untermaingebiet eintreten können. Experten hatten mit dem Durchzug von Großvögeln seit Tagen gerechnet, und überfliegende Schwärme waren über Spessart, Vogelsberg und Wetterau seit Stunden zu beobachten, so dass niemand von unvorhersehbaren Ereignissen reden kann. Spätestens nach den Berichten in Presse und Rundfunk über 2011 aufgetretene Mängel im Überwachungssystem hätte allen Verantwortlichen bewusst sein müssen, dass das derzeitige Kontrollsystem nicht ausreicht – oder nicht genügend beachtet wird.“

Schneider hält es für völlig unverantwortlich, dass trotz über Stunden zu beobachtenden Vogelzuges im Startkorridor der beiden Parallelbahnen der Flugbetrieb fortgesetzt wurde. Ebenso erschreckend sei aber die Tatsache, dass die von zuverlässigen Personen bezeugten Ereignisse der Öffentlichkeit vorenthalten wurden.