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Nach der Reduzierung notwendiger Zuschüsse des Bundes und einem kontinuierlichen Preiseinbruch auf dem Recyclingmarkt sieht sich die gemeinnützige Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (GOAB) nicht mehr in der Lage, eine Zahlungsunfähigkeit bis zum Jahresende abzuwenden. Am Mittwoch, 18. September 2013, haben daher die Geschäftsführer Jürgen Schomburg und Christoph Nufer beim Amtsgericht Insolvenz beantragt.


Stadtrat und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Felix Schwenke erläuterte auf einer Pressekonferenz die Gründe für die Beantragung und die Ziele des angestrebten Sanierungsprozesses. Das genaue Vorgehen ist mit dem zukünftigen Insolvenzverwalter abzustimmen.

Seit 2010 haben sich die Bundesmittel für Arbeitsmarktleistungen halbiert. Für Offenbach bedeutet dies die Reduktion von etwa 15 Millionen auf 7 Millionen Euro. Vor allem für ein Unternehmen wie die GOAB, das mit staatlichen Zuschüssen Menschen mit Problemen in den ersten Arbeitsmarkt wieder einzugliedern versucht, hat dies negative Auswirkungen. Zusätzlich schreibt das einst erfolgreiche Recyclingzentrum seit 2010 rote Zahlen.
Dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen Unternehmen hatte Schwenke den Weg einer harten Sanierung aus eigener Kraft verordnet. Eine dauerhafte kommunale Subventionierung eines sich nicht selbst wirtschaftlich tragenden Unternehmens hatte er auf Grund der schlechten Haushaltslage ausgeschlossen. Die Sanierungsziele wurden nicht erreicht, da nicht alle betroffenen Arbeitnehmer bereit waren, auf 20 Prozent ihres Lohns zu verzichten, nicht genügend Mitarbeiter aus nicht rentablen Unternehmenszweigen freiwillig (mit Abfindung) ausscheiden wollten und das Recyclingzentrum nicht verkauft werden konnte.

Daher soll nun ein ordentliches Insolvenzverfahren die Sanierung des Unternehmens einläuten. Der zuständige Stadtrat, Dr. Felix Schwenke, betonte, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Verbindlichkeiten gegenüber Banken bestünden. „Noch ist die GOAB nicht zahlungsunfähig“, so Schwenke. „Wie haben die Hoffnung, dass ein Sanierungsprozess stattfindet und einzelnen Arbeitsbereiche erhalten werden können.“ „Entscheidend wird sein, die Belegschaft zu überzeugen, den Restrukturierungsprozess zu begleiten“, ergänzte Geschäftsführer Christoph Nufer.
Die GOAB hat zurzeit 85 Stammmitarbeiter, 60 Auszubildende, 60-70 geringfügig und etwa 100 geförderte Beschäftigte.

Geschäftsführer Jürgen Schomburg versicherte, dass rentable Geschäftsbereiche existieren und ist zuversichtlich, dass die Sanierung gelingen kann: „Andere Beispiele zeigen, dass eine Neuordnung möglich ist.“
Vor allem das Angebot für Langzeitarbeitslose und der Ausbildungszweig, der sich um Auszubildende mit besonderem Förderbedarf kümmert, seien wichtige Aufgabe für eine Kommune wie Offenbach. „Die GOAB hat eine wichtige Schlüsselfunktion, um Ausbildungsreife herzustellen“, so Dr. Felix Schwenke. Daher sollen auch in Zukunft jährlich 35.000 Euro städtischer Mittel für die Ausbildungswerkstatt aufgebracht werden.