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„Wenn man ein Kohlelager hat, muss man sich auch Gedanken machen, wie das Ganze aussieht, wenn sich die Umgebung verändert“, meint Dr. Kurt Hunsänger, Technikvorstand der EVO. Schließlich liegt das Kohlelager des Kraftwerks der Energieversorgung inmitten des 26 Hektar großen Areals HO* Hafen Offenbach, das derzeit von der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG als Wohn- und Gewerbestandort entwickelt und vermarktet wird.

Aus dieser Überlegung entstand die Idee eines studentischen Wettbewerbs „Einhausung Kohlelager EVO / Sicherung Radwanderweg Hafenmole“, der im Oktober 2012 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, der Technischen Universität Darmstadt und der Bergischen Universität Wuppertal ausgeschrieben wurde. Die Teilnehmer dieses künstlerisch-gestalterischen Ideenwettbewerbs hatten dabei gleich mehrere Herausforderungen zu bewältigen, neben einer ästhetischen Neugestaltung des Kohlelagers, galt es auch den weiterhin zum Entladen genutzten historischen Kran derart einzubinden, dass für die Radfahrer an der Hafenmole keine Gefahr besteht. „Auch wenn die EVO stark in erneuerbare Energien investiert“, erklärt EVO-Vorstandschefin Heike Heim, „ist Kohle auch weiterhin unverzichtbar. 100.000 bis 120.000 t Kohle erzeugen rund 2/3 der Fernwärme und 60 Prozent Strom für Offenbach, Dietzenbach und Heusenstamm“. Zur Sicherstellung der Versorgung mussten die eingesandten Entwürfe daher die minimal notwendige Lagermenge von 15.000 t Steinkohle gewährleisten und Ideen für die freiwerdenden Flächen entwickeln.  

Aus insgesamt 15 Arbeiten ermittelte die fünfköpfige Jury aus Diplom-Ingenieuren insgesamt drei Preisträger, die Idee eines dreidimensionalen Kohlestückes von Raoul Wilken von der HfG wurde mit einer lobenden Erwähnung bedacht. Mit dem mit 1.000 EURO dotierten ersten Preis zeichnete die Jury Matthias Welp und Udo Pfaff von der TU Darmstadt aus: ihr Entwurf in Form eines Keils aus schwarzem Beton betont das letzte industrielle Fragment im Hafengebiet und lässt den Blick auf die Kohlehaufen frei, so dass auch für Passanten ein Bezug zu dem Rohstoff bestehen bleibt. „Ein Entwurf“, meint Daniela Matha, Geschäftsführerin der OPG + Mainviertel Offenbach GmbH & Co KG und Mitglied der Jury bei der Preisverleihung am 18. Juni im Hafen 2, „der gut in die Formensprache des Hafens passt. Aber auch alle anderen Entwürfe überzeugten mit anspruchsvollem Design. Zudem dokumentierten sie den Gestaltungswillen der Verantwortlichen für das Areal des Kohlelagers. „Das ist wichtig, wenn mit Investoren über den zweiten und dritten Bauabschnitt gesprochen wird“, so Matha weiter.

Die Entscheidung der EVO mit Hochschulen zusammenarbeiten, bestätige erneut deren Mut, so Prof. Bernd Krake, Präsident der Hochschule für Gestaltung: „Wir liefern keine Dienstleistung von der Stange. Das jetzige Ergebnis beweist, dass man sehr zielgenau mit uns zusammen arbeiten kann.“ Der Wettbewerb von Prof. Dr. Markus Holzbach, Fachbereich Produktgestaltung und Prof. Kai Vöckler, Stiftungsprofessur Kreativität im urbanen Kontext wurde an der HfG durchgeführt. Vöckler hat die Dokumentation des Wettbewerbs redaktionell verantwortet, die in einer Auflage von 500 Exemplaren zur Preisverleihung erschienen ist